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Wissenschaftliche Arbeit veröffentlichen in fünf Schritten

Beachte diese einfach Schritte und die Publikation deiner Abschlussarbeit wird ein Kinderspiel.

Endlich! Du hast den letzten Versuch unter Dach und Fach gebracht oder das letzte Interview für deine Umfrage geführt. Jetzt geht es darum, die Ergebnisse aufs Papier zu bringen. Aber wie geht man da am besten vor? Worauf muss man achten, wenn man eine Arbeit publizieren möchte?

Am Anfang ist es sinnvoll innezuhalten und darüber nachzudenken, was man eigentlich der wissenschaftlichen Gemeinde kommunizieren möchte. Was ist der wichtigste Teil der Arbeit? Was soll der Leser unbedingt mit nach Hause nehmen, was soll im Kopf des Lesenden bleiben? Für einen wissenschaftlichen Bericht, eine Studie oder Versuchsreihe kann die Antwort auf diese Frage nur sein: der Wissensfortschritt, das neu Entdeckte, das unerwartete Ergebnis. Wir reden hier also vom Teil des Manuskripts mit den Ergebnissen.

Dieser Teil beinhaltet nicht nur das Wichtigste, sondern er stellt auch jenen Abschnitt des Projektes oder der Studie dar, der dich am meisten Zeit, Energie, Verzweiflung, Frustration und vielleicht sogar Tränen gekostet hat. Deine Arbeit und dein Einsatz haben es verdient, als der wichtigste Teil des Manuskripts betrachtet zu werden.
 

Tipp #1: Fang mit den Ergebnissen an!

Natürlich hoffst du, dass viele Wissenschaftler dein Manuskript nach der Veröffentlichung lesen werden. Aber wer wird es als Erster lesen? Klar, deine Kommilitonen sowie dein Betreuer werden’s gelesen und Verbesserungsvorschläge gemacht haben. Diese Personen sind aber klarerweise mit dem Inhalt vertraut und werden häufig lesen, was sie lesen wollen, und nicht den Blick eines kritischen Außenstehenden haben.

Wenn du dein Manuskript an eine ›peer-reviewed‹- Zeitschrift oder einen Verlag schickst, wird der erste Leser der Lektor dieser Zeitschrift sein. Der Lektor ist aber jemand, der deine Arbeit nicht kennt und diese auch nicht von der Entstehung an begleitet hat. Er liest naturgemäß zuerst den Titel und die Zusammenfassung und macht sich auf dieser Basis ein Bild. Wenn er überzeugt ist, dass deine Ergebnisse innerhalb des Fachbereichs der Zeitschriftbzw. des Verlags liegen und auch einen ausreichenden Wissensfortschritt aufzeigen, wird er Gutachter auswählen und dein Manuskript an sie schicken. Aufgrund der Information im Titel und in der Zusammenfassung entscheiden die Gutachter, ob sie das Manuskript prüfen werden oder nicht.
 

Tipp #2: Verfasse den Titel und die Zusammenfassung nicht erst am Schluss.

Sie sind die Visitenkarte eines wissenschaftlichen Manuskripts und müssen gut durchdacht sein.

Übrigens, wo glaubst du werden die Gutachter mit deinem Manuskript beginnen? Wahrscheinlich nicht mit deiner so lange ausgetüftelten Einleitung, sondern mit dem Ergebnisteil und da vor allem mit den Abbildungen und Tabellen!
 

Tipp #3: Achte darauf, dass die Abbildungen und Tabellen klar und übersichtlich sind


So erreichst du, dass sie die Geschichte des Manuskripts erzählen, ohne dass man im Text nachlesen muss. Ungemein wichtig ist auch, dass alle Kontrollen vorhanden sind, dass die Diagrammachsen beschriftet, die Einheiten vorhanden und korrekt und dass die Abbildungen konsistent sind (d. h. gleiche Größe, gleiche Einheiten, gleiche Skalen, gleiche Abkürzungen usw.).

 

Tipp #4: Hinterfrage deine Versuchsreihen!

Der vorherige Absatz bringt uns zu Tipp vier. Du musst, wie gesagt, Abbildungen und Tabellen auf wissenschaftliche Korrektheit überprüfen. Solltest du das erst machen, wenn du mit dem praktischen oder experimentellen Teil fertig bist, ist es schwierig, zurück ins Labor oder ins Feld zu gehen, um eine fehlende Kontrolle oder Zeitreihe nachzuholen. Das Schreiben eines Manuskripts beginnt schon mit der Planung und Durchführung der Experimente, Umfragen oder Recherchen. Tipp vier ist also: Frage dich immer wieder, ob eine Versuchsreihe vollständig ist. Was könnte man kritisieren? Was könnte man verbessern? Was wird jemand denken, der das Experiment oder den Datensatz zum ersten Mal sieht? Es ist viel besser, sich solche Fragen bereits zu einem frühen Zeitpunkt der praktischen Arbeit zu stellen. Natürlich wird man nicht alles im Vorhinein publikationsreif vorbereiten können, aber alles, was gleich mit den anderen Versuchen durchgeführt werden kann, spart später Zeit und Mühe und führt sicherlich zu einem solideren Manuskript. Die Zusammenfassung, Einleitung und Diskussion haben eines gemeinsam: Man vergleicht die eigene Arbeit, die eigenen Gedanken mit denen von anderen. Beschreibe, was bereits früher auf diesem Gebiet gemacht wurde, was die eigene Arbeit davon unterscheidet und was du Neues gefunden hast. Dabei dürfen aber Wörter und Sätze anderer Autoren nicht verwendet werden, ansonsten begehst du Plagiarismus. Das weißt du sicher bereits, aber weißt du auch, wie man am besten vorgeht, damit man kein Plagiat herstellt?
 

Tipp #5:  Lies Arbeiten, die du zitieren willst, und leg sie dann zur Seite.

Gleich darauf schreibst du in deinen eigenen Worten das Wichtigste oder das für dich Relevanteste auf. Danach vergleiche deine Formulierungen mit dem Original. Verwendest du an manchen Stellen die gleichen Wörter, suche nach Alternativen. Falls du ein Wort verwenden musst, weil es ein Fachbegriff ist und es keine Alternative gibt, achte auf eine zum Original unterschiedliche Satzformulierung. Übrigens, deine Bemühungen, ein Plagiat zu vermeiden, werden die Qualität des Manuskripts erhöhen: Qualität und Inhalt der Sprache sind von Autor zu Autor verschieden und daher leicht zu unterscheiden.
 


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