Comic: Mann in Anzug rennt vor zuammenstürzender Mauer weg

Zeitmanagement für Abschlussarbeiten

In zehn Schritten kannst du deine Bachelor- oder Masterarbeit pünktlich abgehen

Vorlesungen, Jobs, Freunde, Hobbys und Co. – nur scheinbar keine Zeit, die Schreibaufträge für die Uni zu erledigen? Viele Studierende warten, bis die Deadline an die Tür klopft. Sie raffen sich auf und setzen sich über Nacht so lange an die Arbeit, bis diese erledigt ist. Qualität fraglich – Hauptsache fertig. Wenn es dir ähnlich geht, du aber deine Schreibgewohnheiten ändern möchtest, kannst du dich auf einen Weg machen, der dich vor ungeplanten Nacht- und Wochenendschichten bewahren kann. Du entscheidest, wie dein Weg, dein Schreibzeitplan, aussehen soll und welche Schritte du machst. Du solltest dir aber deine Schreibgewohnheiten und -strategien vor Augen führen, damit du daran arbeiten kannst – je schonungsloser, desto besser.

Das Ziel lautet: regelmäßig schreiben, damit Schreiben zu einer Routine wird und dich stetig, wenn auch in kleinen Schritten, voranbringt. Deine Texte werden an Qualität gewinnen, deine Zufriedenheit wird größer und Deadlines keine Bedrohung mehr sein.



Es gibt zehn Schritte, über die du nachdenken solltest, um deinen Schreibzeitplan zu gestalten und aufrechtzuerhalten.

Schritt 1: Motivation und sozialer Druck

Mach dir bewusst, weshalb du dir einen Zeitplan fürs Schreiben geben willst. Was spornt dich dazu an? Sobald du weißt, was dich motiviert, regelmäßig zu schreiben, solltest du dich selbst dazu verpflichten, deinen Schreibzeitplan einzuhalten. Erzähl auch Freunden davon, damit diese dich immer wieder an deine Selbstverpflichtung erinnern können.

Schritt 2: Planung deiner Zeit

Wenn du motiviert bist, geht es an die Planung: Reserviere dir Zeitfenster, in denen du ungestört an deinen Texten arbeiten kannst. Dazu füllst du einen Wochenplan mit allen Verpflichtungen aus, um zu sehen, wann du dir Zeit fürs Schreiben nehmen kannst. Ob du ein Zeitfenster von drei Stunden pro Woche oder täglich einer halben Stunde reservierst, entscheidest du. Wichtig ist, dass deine Schreibsitzungen von Woche zu Woche regelmäßig stattfinden und du realistisch planst, damit du eine Schreibroutine aufbauen kannst.

Schritt 3: Überblick schaffen

Anschließend kannst du eine Liste deiner Schreibprojekte machen: Hausarbeit, Essay, Laborbericht, Forschungsartikel, BA-/MA-Arbeit – was gerade ansteht. Auf der Liste vermerkst du, wann die Abgabefrist ist, wie viel Zeit du für jeden Text reservieren willst (zum Beispiel Anzahl Schreibsitzungen) und welche Prioritäten die Schreibaufgaben aktuell haben. Die Liste wird sich laufend verändern, dir aber einen guten Überblick geben. Hänge die Liste irgendwo auf, wo du sie immer wieder siehst.

Schritt 4: genaue Ziele setzen

Sobald eine Schreibsitzung ansteht, musst du entscheiden, an welcher Schreibaufgabe du arbeitest. Anstatt zu sagen, dass du an der BA-Arbeit schreibst, solltest du für jede Sitzung ein kleines, erreichbares Ziel formulieren. Also nicht ›an BA-Arbeit schreiben‹, sondern ›300 Wörter in Kap. 4.3‹, ›Brainstorming für die Einleitung‹ oder ›5 Seiten in Kap. 6 überarbeiten‹. Du merkst schnell, wie viel du schaffst. Spätestens am Vorabend solltest du wissen, was du in der nächsten Schreibsitzung bearbeiten willst. Du kannst aber auch mehrere Sitzungen im Voraus planen.

Schritt 5: Selbstkontrolle

Wenn du Sitzungsziele hast, solltest du auch kontrollieren, ob du sie erreichst. Führe eine Tabelle oder Grafik, die dir über die Teilaufgabe, das Ziel (zum Beispiel die Anzahl der Wörter) und die Zielerreichung Auskunft gibt. Trage deinen Fortschritt ein, ob du ein Ziel erreicht hast oder nicht. Wenn du schummelst, tust du dir keinen Gefallen. Denn mit der Fortschrittskontrolle behältst du den Überblick, selbst wenn du an fünf Schreibaufgaben parallel arbeitest. Im Rückblick kannst du rekonstruieren, ob dein Schreibzeitplan realistisch war oder du etwas ändern musst.

Schritt 6: Arbeitsort wählen

Damit du deinen Schreibzeitplan so reibungslos wie möglich umsetzen kannst, solltest du dir Gedanken darüber machen, an welchem Ort du arbeitest. Gestalte deinen Arbeitsort so, dass du konzentriert arbeiten kannst. Zeitungen, dein Mobiltelefon oder das Internet erweisen sich dabei oft als Störquellen. Sag auch deinen Mitmenschen, wann du ungestört schreiben willst.

Schritt 7: Ablenkungen minimieren

Während der eigentlichen Schreibsitzung wirst du immer wieder von Störungen heimgesucht. Meist wirst du dich selbst vom Arbeiten ablenken, indem du Tagträumen nachhängst, dich mit anderen Dingen beschäftigst oder sonst irgendwie den Fokus verlierst. Keine Sorge, das ist normal. Beobachte dich, wie es zu den Ablenkungen kommt. Sobald du sie wahrnimmst, konzentrierst du dich erneut auf die Aufgabe – immer und immer wieder.

Schritt 8: Rituale und Belohnung

Rituale vor und Belohnungen nach der Sitzung können dich zusätzlich in Schreibstimmung bringen. Finde heraus, welche Aktivitäten dich aufs Schreiben einstimmen und womit du dich danach für die getane Arbeit belohnen kannst. Bei größeren Meilensteinen kannst du dir etwas Besonderes gönnen, solange es dich nicht von der nächsten Schreibsitzung abhält.

Schritt 9: Routine entwickeln 

Wenn du Einwände bemerkst, die dir weismachen wollen, dass du auf keinen Fall schreiben kannst – keine Zeit, die Muse ist nicht gekommen, der falsche Arbeitsplatz, seltsames Licht etc. – dann nimm sie zur Kenntnis und schreib trotzdem. Stell dir einfach vor, dass Schreiben Teil deiner Arbeit ist. Ob du magst oder nicht, du setzt dich zur geplanten Zeit hin und arbeitest. Schreiben wird dann zur Routine, über die du dir keine weiteren Sorgen machen musst.

Schritt 10: Freude

Du hast geplant, aufgelistet, geschrieben, kontrolliert und all die kleinen Dämonen wie Ablenkungen und Einwände erfolgreich abgewehrt. Vergiss bei all der Arbeit aber nicht, dich über die neue Gewohnheit und deinen stetigen Fortschritt beim Schreiben zu freuen.

Du weißt jetzt über deine Schreibgewohnheiten bestens Bescheid und hast es in der Hand, wie und wann du deine Texte schreibst. Freue dich, dass du keine Nacht- oder Wochenendschichten mehr einlegen musst – außer natürlich, du planst das so. 


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