Eine Frau in gelbem Pulli sitzt an einem Tisch und tippt auf einem Laptop.
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Zitieren - Wie es geht und was es dir bringt

Beim Zitieren gibt es so einige Dinge zu beachten. Wo findest du Zitate? Wen solltest du besser nicht zitieren? Und warum du Wikipedia meiden solltest

Zitieren ist ein wichtiger Bestandteil einer wissenschaftlichen Arbeit. Denn wenn du Gedanken und Ergebnisse andere übernimmst, dich auf Ihre Ideen und Befunde stützt, dann musst du das auch ausweisen. Zitieren ist der Ausdruck der wissenschaftlichen Redlichkeit – und im doppelten Sinne ein Gebot der Höflichkeit. Zitate zollen denen Respekt, auf die du dich bei deinen Überlegungen stützt. Und sie ermöglichen es, Argumente und Interpretationen nachzuprüfen. Im Folgenden erfährst du, worauf es beim Zitieren ankommt.

Schreibe deine Arbeit

Das Wichtigste: Zitate sind kein Arbeitsersatz. Eine gute Hausarbeit entsteht aus deiner Eigenleistung. Auf deine Fragestellung, deine Argumentation und Schlussfolgerung kommt es an. Du sollst dir eigene Gedanken machen, nicht ständig zitieren. Vermeide ein Zitate-Patchwork. Viele Zitate signalisieren: Du kannst den Sachverhalt nicht selbst ausdrücken. Kurz: Zitieren soll nicht das eigene Denken ersetzen.

Klar, du musst Literatur verarbeiten. Doch Literatur ist ein Mittel zum Zweck: Du bist der Regisseur - nicht die Texte, die du gelesen hast. Nutze Literatur, mache dich nicht zu ihrem Diener.

Überwinde Zitatfallen

Vier Fettnäpfchen gilt es, auf dem Weg zu einer gelungenen Hausarbeit zu vermeiden:

1. Zitate aus zweiter Hand
Zitiere nur zuverlässige Quellen, also Originalquellen. Wer aus zweiter Hand zitiert, riskiert, Fehler zu übernehmen.

2. Wikipedia
Die freie Enzyklopädie ist ein tolles Projekt – aber kein Ort gesicherten Wissens, keine zuverlässige Quelle. Nach dem ersten Semester solltest du auch nicht mehr aus Lehrbüchern oder Lexika zitieren. Diese Quellen sind nützlich, doch wenn du aus ihnen zitierst, dann signalisierst du: Ich habe mich nicht intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt, die Primärliteratur nicht gelesen.

3. Überflüssige Zitate
»Die Erde ist keine Scheibe«, »Das Fernsehen ist ein Massenmedium« - das wissen alle. Nicht zitiert wird, was Teil der Allgemeinbildung ist, beziehungsweise was in einer Wissenschaftsdisziplin als selbstverständlich vorausgesetzt werden kann, was in Lexika steht und was trivial ist:»Alle Menschen müssen sterben.«

4. Unseriöse Quellen
Belege Aussagen nicht mit Zitaten aus der Regenbogenpresse, aus Boulevardmagazinen und ähnlichen Medien. Die Ausnahme von der Regel: Die Regenbogenpresse ist Gegenstand deiner Arbeit.

Nutze Zitate als Stütze

Du darfst beim Schreiben einer Hausarbeit an dich denken: Zitieren entlastet. Du kannst dich in deiner Arbeit auf eine Definition stützen oder ein Problem aus der Sicht eines bestimmten theoretischen Ansatzes analysieren. Du musst nicht das Rad neu erfinden. Es ist legitim, sich auf Autoritäten zu berufen, um sich von ausführlichen Begründungen zu entlasten. Zwei Beispiele:

»Ich verwende in Anlehnung an Therani-Krönner den Begriff Mahlzeitensicherheit (2014,19).«

»Bezugsrahmen der Analyse im zweiten Kapitel ist das Konzept der transformativen Wissenschaft (vgl. ...).«

Du kannst deine Ergebnisse oder Auffassungen auch durch Verweise auf Arbeiten anderer stützen: »Zu ähnlichen Ergebnissen kommt ABC (2019, 14).«

»Diese Auffassung wird gestützt durch die Befunde von XYZ (2018, 115).«

Pointiere und veranschauliche

Mit Zitaten kannst du einen Sachverhalt veranschaulichen oder pointieren. Drei Beispiele:

Du hast dich mit dem Problem auseinandergesetzt, dass nachhaltiges Wirtschaften auf Qualität und nicht auf Quantität setzt – und bringst das mit einem italienischen Sprichwort auf den Punkt: »Mit einem Tropfen Honig fängt man mehr Fliegen als mit einem Fass Essig.«

Du kritisierst eine Theorie und schließt mit folgender Zuspitzung: »Holzkamp bezeichnet diesen Zugang als ›Zusammenhangsblindheit‹. (1994, 80ff.)«

Genug der Theorie, jetzt bist du dran. Setze die Tipps in die Praxis um und du wirst sehen: Deine Hausarbeit schreibt sich gleich viel besser!

 


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