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Berufsoption: Soziale Arbeit

Welche Studieninhalte auf dich warten, was du damit werden kannst, was du mitbringen solltest. Plus: Klischee-Check

Soziale Arbeit: Studieninhalte

Sozialforschung: Du lernst, quantitative und qualitative Forschungsergebnisse richtig zu interpretieren, soziale Prozesse und Phänomene zu beobachten und deine eigene Forschungsfrage zu entwickeln.
Politik Deine Tätigkeit in der Sozialen Arbeit ist stark von politischen Entscheidungen abhängig. Du lernst das sozialstaatliche System der Bundesrepublik kennen und setzt dich mit politischer Bildung auseinander.  

Psychologie: Wie verändert sich das Erleben und Verhalten von Personen? Wie nehmen sie Dinge wahr, wie lernen sie, wie lösen sie Probleme? Welche Emotionen müssen sie bewältigen? All das erfährst du in der Psychologie.

Recht: Welche Rechte haben deine Klienten? Was dürfen sie, was nicht? Ein Einblick in die Welt der Gesetze, damit du weißt, wo du ansetzen kannst, wenn rechtliche Maßnahmen auf deine Klienten zukommen.

Medizinische Grundlagen: Du beschäftigst dich unter anderem mit Suchtmittelerkrankungen, Infektionskrankheiten, Traumata, typischen Kinderkrankheiten, Tod und Sterben sowie Prävention.

Bitte mitbringen

Was du für deine Karriere in der Sozialen Arbeit draufhaben solltest:

Lust auf Menschen: Unabdingbar! Mit ihnen hast du jeden Tag zu tun. Sei offen.

Belastbarkeit: Sich mit dem Schicksal anderer auseinanderzusetzen, ist nicht leicht. Du brauchst starke Nerven.

Empathie: In andere Personen einfühlen und in ihre Situation hineinver­setzen – ist dein Ding.

Flexibilität: Ein sozialer Beruf bringt Schicht- und Wochenendarbeit mit sich – ist dir völlig klar.

Kommunikationsstärke: Du kannst deine Message richtig rüberbringen, egal um welchen Gesprächspartner es sich gerade handelt.

Klischee-Check

Bock auf Soziale Arbeit, aber unsicher, wie du mit gängigen Klischees umgehen sollst?

»Sozialarbeiter sind nervige Öko-Freaks.« Vielleicht hast du schon mal einen veganen Sozialarbeiter in Birkenstocksandalen getroffen. Okay. Das heißt aber lange nicht, dass sich alle über einen Kamm scheren lassen.

»Soziale Arbeit ist ‘ne Mädchen-Branche.« Es stimmt, die Branche wird eindeutig von Frauen dominiert. Umso gefragter sind Männer, die sich ehrlich für dieses Berufsfeld interessieren.

»Sozialarbeiter = Möchtegern-Weltverbesserer.« Wenn wir ›Möchtegern‹ rausstreichen, passt's! Sozialarbeiter tragen mit ihrer Arbeit täglich dazu bei, unsere Welt ein kleines Stück besser zu machen. Spricht nichts dagegen, oder?

»Sozialarbeiter arbeiten ausschließlich im Stuhlkreis.« Da mag was dran sein – und das ist auch gut so! Denn im Kreis gibt's keine Rangordnung, jeder ist gleichberechtigt und die Kommunikation kann ungehindert fließen.

»Soziale Arbeit wählen die, die nicht wissen, was sie sonst studieren sollen!« Menschen in Problemsituationen helfen, sich einfühlen, mit Krisen, Krankheiten und Streit anderer fertig­werden – wer sich für diesen Beruf entscheidet, tut dies meist aus Überzeugung.

Berufsoptionen: Dort kann's hingehen

Kinder- und Jugendhilfe: Du trägst dazu bei, Benachteiligungen von Kindern und Jugendlichen abzubauen und unterstützt Eltern bei der Erziehung, auch zu Hause.

Drogen- und Suchthilfe: Du kannst hier in der Suchtprävention, -beratung und -therapie tätig werden. Dazu gehört unter anderem auch die lebenspraktische Begleitung mit Behördengängen, Freizeit­gestaltung und Möglichkeiten der beruflichen Aus- oder Fortbildung.

Obdachlosenhilfe: Als Straßensozialarbeiter suchst du Betroffene in ihrem Lebensumfeld auf und baust zunehmend Vertrauen zu ihnen auf. Ziel ist es, die Obdachlosen wieder in die Gesellschaft zu integrieren.

Flüchtlingshilfe: In diesem Bereich unterstützt und berätst du beispielsweise im Asylverfahren, stehst den Flüchtlingen bei Behördengängen zur Seite und hilfst ihnen dabei, ein Teil der Gesellschaft zu werden.

Strafvollzug: Als Sozialarbeiter im Strafvollzug betreust du Häftlinge und unterstützt sie zum Beispiel bei der Eingliederung, wenn sie das Gefängnis wieder verlassen dürfen.


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