Private Hochschulen: Ein Überblick

An einer privaten Hochschule musst du zwar zahlen, hast dafür aber auch ein Studentenleben der Premiumklasse: Kleine Kurse, beste Betreuung und schließlich exzellente Jobaussichten.

Nach dem Abi hast die Wahl zwischen der Fachhochschule, der Universität und privaten Hochschulen. Wie es sich an einer privaten Hochschule studiert haben wir für dich herausgefunden.


Studieren an einer privaten Hochschule

Was heißt ›Privat‹? Eine Privathochschule kriegt das Geld, das sie braucht, um ihren Lehrbetrieb zu realisieren, nicht oder nicht ausschließlich vom Staat, sondern muss selbst dafür sorgen, dieses Geld verfügbar zu haben. Das tut sie zum Beispiel mit der Erhebung von nicht gerade niedrigen Studiengebühren, das heißt, dort zahlst du für deine Ausbildung ein hübsches Sümmchen.

Nicht zuletzt durch die Misere der staatlichen Hochschulen, wie übervolle Hörsäle oder mangelnde Betreuung, ist der Markt an privaten Hochschulen in den letzten Jahren gewachsen. Zu den renommierten, hoch angesehenen Schulen gesellen sich zahlreiche neue, die nicht alle gleich viel taugen: Es rentiert sich, sich intensiv mit der Schulwahl zu beschäftigen.

Grundsätzlich unterscheidet man bei privaten Hochschulen solche, die ›staatlich anerkannt‹ sind und solche, die keine staatliche Anerkennung haben oder wollen. ›Staatlich anerkannt‹ heißt: Die Definition eines Hochschulstudiums entspricht der unabhängigen wissenschaftlichen oder praxisorientierten Forschung und Lehre von staatlichen Hochschulen. Hat eine private Hochschule eine staatliche Anerkennung, so ist dies ein Gütesiegel, auf das du dich verlassen kannst.

Allerdings kann auch eine Hochschule ohne staatliche Anerkennung eine gute Hochschule sein; so hat sich zum Beispiel die ›Foundation for International Business Administration Accreditation‹ (FIBAA) der Qualitätssicherung von Bachelor- und Masterabschlüssen verschrieben. Hochschulen mit FIBAA-Akkreditierung halten einen entsprechend hohen Standard ein. 


Adieu, Söhnchen-Klischee!

Tatsache ist, dass Privathochschulen hohe Studiengebühren verlangen, wesentlich mehr als einige hundert Euro im Semester, wie das jetzt in manchen Bundesländern der Fall ist. Zugegeben: Diese hohen Investitionen ins Studium sprechen eher Wohlhabende an. Laut der 19. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks und des HIS Hochschul-Informations-Systems findet man an öffentlichen BWL-Fakultäten weitaus mehr Studierende aus der untersten sozialen Herkunftsgruppe als aus der obersten.

Aber erstens ist nicht jeder Reiche ein Schnösel und zweitens ist man an den Privatunis im Land bemüht, Talenten aus Arbeiterfamilien die Tore zu öffnen. Es gibt diverse Förderprogramme.

Ein Musterbeispiel: Das Alumninetzwerk der EBS Universität für Wirtschaft und Recht, das eXebs, bietet einen gemeinnützigen Bildungsfonds, der 25 sogenannte ›Fellows‹ fördert. Etwa fünf Prozent aller deutschen Studenten sind an privaten Hochschulen eingeschrieben. Mittlerweile gibt es in Deutschland fast 100 private und staatlich anerkannte Hochschulen. 


Wissenswertes - Private Hochschulen

»Die Atmosphäre und die Lehrmöglichkeiten sind an einer Privat-Uni wesentlich besser als an einer staatlichen Einrichtung: kleine Kurse, moderne Lernmaterialien und jede Menge Praxiserfahrungen.«

So beschreibt es Marie, 25, gewechselt von der staatlichen zur privaten Uni. Die Erfahrung zeigt: Sie ist nicht die Einzige, die sich in überfüllten Hörsälen mit Hunderten von Kommilitonen und Profs, für die Studenten oft nur Nummern sind, unwohl fühlt.

Marie weiß die für privaten Hochschulen typische intensive Betreuung durch die Professoren und Lehrveranstaltungen mit maximal 30 Teilnehmern zu schätzen. Zum ›Kunden‹ wird der Student an privaten Hochschulen, weil er zahlt und dafür auch etwas erwarten darf – wie ein Gast im Restaurant. Mit einer ›Bedien mich mal‹-Haltung allerdings kommst du an einer Privathochschule nicht weiter: Hier sind Leistungsbereitschaft, viel Lernen und im Zweifelsfall eher Schreibtisch als Party angesagt – schließlich sollst du fit werden für die große Karriere.

Straffe Studienpläne, ständiger Leistungsdruck und die Verpflichtung zur Mitgestaltung von Lehrinhalten fordern die Studenten bis an ihre Leistungsgrenzen – das musst du aushalten können.


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