@pexels.com / Lukas

Klischee oder Wahrheit: IT studieren

NICHTS ALS DIE WAHRHEIT

Unsere Klischee-Wahrheit-Checks über das IT-Studium

Klischee

Ein Hörsaal voller pickliger, übergewichtiger und langhaariger, Bandpullover tragender Metalfans, die in ihrer Freizeit vor allem vor dem Computer sitzen und Videospiele zocken. Ernährt wird sich von Chips, Bestellpizza und Eistee, Natur gibt es nur am Bildschirm in ungefährlicher digitaler Form. In den Vorlesungen, in denen mehr Zahlen als Buchstaben vorkommen, brüten die Zahlenjongleure über mathematischen Problemen und haben richtig Spaß daran. Denn wer kein Mathegenie, kein Informatikstudent. In den Pausen wird eher wenig gesprochen, generell sind Kommunikation und soziale Kontakte für Informatikstudenten eher Übel als unterhaltsamer Zeitvertreib. Viel lieber ziehen sie sich in ihre Zahlenwelt zurück und durchlaufen das Studium im Alleingang – Teamarbeit ist für viele ein Fremdwort. Glücklicherweise muss nicht mit Ablenkung durch Gekicher, Tratsch oder gar Liebesverwirrungen gerechnet werden, denn Frauen findet man auf den Fluren der Informatiklehrstühle selten bis gar nicht, liegt doch der Männeranteil bei 99,9 Prozent. 

 

Wahrheit

Franz (23) studiert im 5. Semester Informatik
»Kommunikation ist mittlerweile auch für Informatiker eine Schlüsselqualifikation. Wer meint, während des Studiums oder im Berufsleben daheim in seinem Keller Erfolg haben zu können, wird bitter enttäuscht werden. Wir arbeiten von Beginn an viel in Gruppen, da wird es schnell hinderlich, wenn Teammitglieder ihre Meinung nicht wiedergeben oder Sachverhalte nicht erklären können. Mathematik macht einen Großteil des Studiums aus. Dass das Mathewissen aus der Schule dafür nicht ausreicht, sollte klar sein. Deshalb sind wir jedoch nicht alle Mathegenies: Für die meisten sind die ersten Semester, in denen die grundlegenden Mathekenntnisse vermittelt werden, eher ein notwendiges Übel. Am besten findet man sich einfach damit ab und versucht, ein bisschen Spaß an mathematischen Problemen zu finden, dann fällt die ganze Sache viel leichter. Der Männeranteil ist definitiv hoch, die Frauen holen aber Jahr für Jahr auf. Die Anteile unterscheiden sich je nach Fachrichtung: In der Wirtschafts- und Medieninformatik sind beispielsweise deutlich mehr Frauen als im reinen Informatikstudium. Ich habe viele Kommilitonen, die Videospiele gut finden. Wird viel Zeit beim Zocken verbracht, entsteht schließlich eine gewisse Affinität für Computer, da liegt die Wahl des Informatikstudiums natürlich näher als die des Medizinstudiums. Grundsätzlich glaube ich aber, dass mittlerweile Videospiele auch bei viel mehr Nicht-Informatikern beliebt sind. Genau so ist es auch mit den (langhaarigen) Metalfans, die findet man nicht  exklusiv bei uns.«


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