Foto: Edvin Johansson über unsplash

Klischee oder Wahrheit: Hotelmanagement und Aufzugsmontage

NICHTS ALS DIE WAHRHEIT

 

Unsere Klischee-Wahrheit-Checks. Diesmal: Hotelmanagement und Aufzugsmontage

 

Hotellerie:

Klischee

Hotelfachangestellte landen nach ihrer Ausbildung dort, wo sie eigentlich nie hinwollten: hinter der Rezeption. Sie sind ausschlieІlich dafür zuständig, Gäste ein- und auszuchecken und ihnen auf Wunsch ein Taxi zu rufen. Vom Geschehen hinter den Hotelkulissen bekommen sie wenig mit, denn sie müssen den ganzen Tag wie angewurzelt dastehen und ihr schönstes Lächeln aufsetzen. Sofern sie das schaffen – was selten der Fall ist, eine gewisse Unfreundlichkeit gehört bei Hotelfachangestellten nämlich immer dazu – wird zumindest hintenrum über die Gäste gelästert. Freizeit: Fehlanzeige – dafür ordentlich Nachtdienst und Überstunden.

Wahrheit

Kristina Pekas, seit 2019 Operations Manager im NYX Hotel Mannheim, das zur Gruppe Leonardo Hotels Central Europe gehört

»Diese Klischees sind aus dem letzten Jahrhundert! Die Rezeption ist der Dreh- und Angelpunkt im Hotel, von dem die meiste Organisation ausgeht. Ich habe selbst eine Hotelfachausbildung gemacht und die Rezeption als ein Sprungbrett für meine Karriere genutzt. Hier bist du vollkommen involviert: Du bearbeitest E-Mails, Rechnungen, hast Einblick in Reservierung, Revenue, Buchhaltung, Housekeeping und mehr. Wir sind echte Allrounder und könnten theoretisch in jedem Land dieser Welt arbeiten. Eine gute Ausbildung ist natürlich Voraussetzung für einen optimalen Karrierestart. Der freundliche Empfang des Gastes gehört ebenso dazu, wie ein moderner flexibler Schichtplan, welcher dabei hilft, Überstunden zu verhindern.«


Aufzugsmontage

 

Klischee

Aufzugsmonteur*innen sind vor allem eins: echte Grobmotoriker*innen. Feingefühl braucht es für die Montage der schweren Teile nämlich nicht. Ihr natürlicher Lebensraum ist der dunkle Aufzugsschacht – wenig einladend. Dabei befinden sie sich in schwindelerregenden Höhen. Technisches Verständnis muss ein*e Aufzugsmonteur*in nur in gewissem MaІ mitbringen, denn es funktionieren ja eh alle Aufzüge gleich. Deshalb ist der Job auch nicht besonders abwechslungsreich: montieren, reparieren und wieder montieren. Kontakt zu anderen Kolleg*innen gibt es kaum: Aufzugsmonteur*innen arbeiten eher für sich allein.

Wahrheit

Maxim Kuhn absolviert eine Ausbildung zum Aufzugsmechaniker bei Otis

»Als Aufzugsmechaniker kenne ich mich mit vielen technischen Themen aus: was den Aufzug antreibt, welche Sensoren dort verbaut sind, welche riesigen Mengen an Informationen entstehen. Der Job hat sich in den letzten fünf bis zehn Jahren stark verändert: In meinem Werkzeugkasten hat ganz selbstverständlich das Smartphone mit zahlreichen Apps Platz. Wir können auch von der Zentrale aus Diagnosen leisten und Anlagen aus der Ferne warten – das macht manchen Einsatz im Aufzugsschacht überflüssig. Die Auswertung dieser Daten verlangt Know-how, denn jede Anlage ist einzigartig.«


Anzeige

Anzeige