Der Student als Freiberufler

Studenten, denen Bafög oder eine Aushilfstätigkeit neben dem Studium nicht zum Leben ausreichen, können als Freiberufler durchstarten. Doch selbst wenn eine Tätigkeit als Freiberufler erst einmal nach einer rentablen Einnahmequelle klingt, gibt es einige juristische und steuerliche Hürden, die zu beachten sind. Welche das sind, und in welchen Bereichen ein Student freiberuflich tätig werden kann, wird im Folgenden näher erläutert.

Was bietet die Freiberuflichkeit, und in welchen Bereichen ist eine Tätigkeit möglich?

Um in die Freiberuflichkeit einzutreten, ist in jedem Fall ein abgeschlossenes Studium oder eine vergleichbare Ausbildung notwendig. Arbeiten dürfen Freiberufler ausschließlich in wissenschaftlichen, künstlerischen, schriftstellerischen, unterrichtenden oder erzieherischen Berufen. Wer sich nicht sicher ist, ob die angestrebte Tätigkeit darunter fällt, kann sich beim Finanzamt beraten lassen. Generell gilt aber, dass der Student in der Freiberuflichkeit sein eigener Chef ist, da dieser nur mit Auftraggebern arbeitet. Aber da es immer eine Kehrseite der Medaille gibt, bringt die Arbeit als Freiberufler auch einige nachteilige Effekte mit sich.

Was im Hinblick auf Abgaben für Versicherung und Steuern beachtet werden sollte

Der Student geht mit der Selbstständigkeit ein höheres Risiko ein als ein Angestellter. Unter anderem hat er immer selbstständig alle abzudeckenden Kosten zu beachten, und mit den Einnahmen in Verhältnis zu setzen. Außerdem sind aufkommende Kosten für Rente und Steuern bei den Jahresausgaben mit einzukalkulieren. Es muss zudem klar sein, dass der Freiberufler keinen festen Arbeitsvertrag hat und somit auch nicht automatisch gleich versichert ist. Und auch um Bafög und Kindergeld noch zu erhalten, müssen gewisse Verdienstgrenzen eingehalten werden.

Grenzen der Verdiensthöhe

Wenn ein Student, der Bafög empfängt, sich für die Freiberuflichkeit entscheidet, dann muss dieser sich an bestimmte Verdienstgrenzen halten. Informationen hierzu sind auf folgender Seite zu finden.

Versicherungen

In Bezug auf die Versicherungen sollte nicht vergessen werden, eine Unfallversicherung bei der Berufsgenossenschaft anzumelden, sofern der Student nicht über die Familie mitversichert ist. Auch bei der Sozialversicherung ist eine Teilnahme an der Familienversicherung zu beachten. Denn obwohl sich der Student als Freiberufler selbst zu versichern hat, da keine gesetzliche Sozialversicherungspflicht als Freiberufler besteht, kann die für ihn kostenlose Familienversicherung nur in Anspruch genommen werden, wenn achtzehn Wochenarbeitsstunden nicht überschritten, keine sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmer eingestellt und ein jährlicher Verdienst von 3.900 Euro nicht überschritten werden. Um herauszufinden, ob sich die Selbstständigkeit wirklich lohnt, kann, wenn auch nur theoretisch, im Vorfeld verglichen werden, wie viel Geld nach Abzügen als Freiberufler und als Angestellter übrig bleibt. Dies kann online mit dem Brutto-Netto-Rechner von Tarifcheck24 berechnet werden. Die Höhe des Verdienstes ist ausschlaggebend für den weiteren Erhalt von Bafög oder Kindergeld. Aber nicht nur die Versicherungen müssen beachtet werden. Der Student hat zu dem Steuern zu zahlen, die auch mit in die Rechnung einfließen sollten.

Steuerabgaben

Auch der freiberufliche Student hat dem Finanzamt eine Einkommenssteuererklärung vorzulegen. Die Daten werden von dem zuständigen Amt geprüft – ob eine Steuerpflicht besteht, hängt schließlich von der Höhe des zu versteuernden Einkommens (Einnahmen minus der Ausgaben und anrechenbarer Sonderausgaben) ab. Für das Erfassen der Steuern, benötigt das Finanzamt bestimmte Unterlagen von dem Freiberufler.

Unterlagen für das Finanzamt

Beim Finanzamt ist vom Freiberufler ein bestimmtes Formblatt auszufüllen. Nach der Abgabe des Formulars beim Finanzamt erfolgt automatisch die Zusendung der Steuernummer. Darüber hinaus muss sich der freiberufliche Student entscheiden, ob er die von ihm ausgeübte Tätigkeit als Klein- oder Vollgewerbe anmeldet. Falls die Entscheidung auf das Kleingewerbe fällt, ist die Buchführung in jedem Fall nicht so aufwendig, wie bei einem Vollgewerbe. Denn eine Einreichung einer Einnahmen-Überschuss-Rechnung reicht vollkommen aus. Dagegen sind bei der Anmeldung eines Vollgewerbes weitere Unterlagen wie Bilanz, doppelte Buchführung und Inventur beim Finanzamt einzureichen. Aber nicht nur für das Finanzamt müssen gewisse Voraussetzungen erfüllt sein, um ein Gewerbe anmelden zu können.

Weitere Voraussetzungen

Freiberufler müssen für die Leistungen, die sie für bestimmte Auftraggeber erfüllen, mit ihrem Namen einstehen. Somit muss das eigenständig gegründete Unternehmen auch den Namen des Freiberuflers tragen – dabei ist der Familienname ausreichend. Jedoch können dem Familiennamen noch Zusätze hinzugefügt werden. Wie zum Beispiel die Branche, in der der freiberufliche Student tätig ist, eine bestimmte Ziffernfolge oder Buchstabenkombination sowie ein frei erfundener Name. Je nachdem im welchen Tätigkeitsbereich sich der Student selbstständig machen möchte, müssen häufig bestimmte Konditionen erfüllt werden. Unter anderem kann es passieren, dass für die Anmeldung des Eigengewerbes eine Zulassung durch eine Anwaltskammer notwendig ist. Bei der Beratung zum Thema „Welche Voraussetzungen muss ich für die Existenzgründung erfüllen“, berät unter anderem auch das Finanzamt.


Gastbeitrag von Michael Meyer

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