Berufswahl Investmentbanker: Wie steht es nach der Krise?

„Hoch hinaus“ ist das Motto der meisten Finanzdienstleister bisher gewesen. Das ändert sich gerade – vor allem durch eine neue Generation an Wirtschaftsabsolventen, die den Wandel bringt.
„Hoch hinaus“ ist das Motto der meisten Finanzdienstleister bisher gewesen. Das ändert sich gerade – vor allem durch eine neue Generation an Wirtschaftsabsolventen, die den Wandel bringt.

War der Beruf des Investmentbankers vor wenigen Jahren noch ein Traumberuf für Wirtschaftsabsolventen, hat die Finanzkrise einen deutlichen Schaden am Image des Finanzdienstleisters hinterlassen. Ist es heute noch vertretbar, diesen Berufszweig einzuschlagen und in der Finanzbranche tätig zu werden? Gibt es Zukunftschancen in der einst so sicheren Branche, jetzt, wo das Vertrauen nicht mehr in der Form wie früher vorhanden ist?

Finanzdienstleister und ihre Rolle in der Krise

Die Wirtschaftskrise ist inzwischen abgeklungen, die Eurokrise lässt nach und die Finanzmärkte entspannen sich. Jetzt bringt der BREXIT neuen Wind in die Diskussion um die Europäischen Finanzmärkte und die Frage, wie sich das Gebilde dauerhaft stabilisieren kann. Denn der Finanzmarkt ist eine Notwendigkeit – ohne geht es nicht.

Wirtschaftsabsolventen ziehen bei dem Beruf des Investmentbankers gerne den Vergleich zum Leistungssport – auch bei Football, Fußball und Basketball winken bei voller Hingabe hohe Gehälter und rasante Aufstiegschancen. Dass die Märkte von einer Krise in die nächste schlittern, politisch oder wirtschaftlich bedingt, lässt das Vertrauen in den Job des Finanzdienstleisters jedoch sinken, auch die Banken hatten schon einen besseren Ruf. „Das Berufsziel Investmentbanker, das bis vor wenigen Jahres bis zur Finanzkrise ungeheuer beliebt war, ist für die Wirtschaftsabsolventen weniger attraktiv geworden. Denn die Finanzkrise hat nicht nur am Ruf der Branche genagt, sondern auch am Berufsbild des Investmentbankers: Zinsmanipulationen, Boni-Exzesse, Nahrungsmittelspekulationen“ schreibt dazu die faz. Daraus resultiert ein Vertrauensbruch, der zunächst geheilt werden muss. Was jedoch auch gesehen werden muss: in diesem Bruch liegen zeitgleich auch die Chancen für junge Einsteiger, die Leidenschaft, Einsatzbereitschaft und gute Noten mitbringen. Hier gilt es jetzt die Lehre aus der Vergangenheit zu ziehen und das Blatt zu wenden.

Wie kann es also weiter gehen?

Aus dem Vertrauensbruch resultiert die Frage: ist es moralisch noch vertretbar, sich dem Finanzmarkt zu verschreiben? Darauf folgt ein klares: Ja – und besonders jetzt ist es nötig, dass die jungen Interessierten nachrücken. Denn die Regularien sind ja da. Dank neuer Tools und Regeln der Dokumentation, die die EU nach der Krise eingeführt hat, müssen diese auch verstärkt eingehalten werden. Informationen müssen den Kunden zugänglich gemacht werden und so kann am Ende wieder ein Vertrauensverhältnis zwischen Kunde und Finanzdienstleister entstehen – das passiert jedoch nicht durch ein Stillhalteabkommen. Gerade junge, geschulte Leute bringen da das Wissen und die Lehre mit, die aus der Vergangenheit gezogen werden kann.

Junge Einsteiger als Chance für den Wandel

Der Krise folgt ein Imagewandel, der als Chance gesehen werden muss. Die Banken und Finanzdienstleister wieder zum verlässlichen Partner zu machen, ist das einzig Logische und das, was am Ende den Aufschwung bringt. Krisensicher und zukunftsträchtig ist der Markt nämlich schon – das zeigt bereits ein Blick auf den Stellenmarkt für Finanzdienstleister, der sich jungen Akademikern öffnet. Diese haben die Lehren aus der Krise an der Universität vermittelt bekommen und können ihr Wissen und die Erfahrung anderer mit einbringen. Frischen Wind bringt immer das Potential für einen bedeutungsreichen Wandel und neue Ideen mit.

Der angesprochene Wandel muss aber nicht nur in der Finanzdienstleistungs-Branche geschehen. Der Vertrauensbruch sitzt auch in der Versicherungsbranche tief. Wo es nur noch darum ging, Gewinn zu generieren, war kein Kunde mehr von Bedeutung, sondern nur noch sein Geld. Hier musste sich was ändern und das tut es gerade - der Verkaufsmentalität wird wieder eine moralische Komponente zugefügt, damit sich auf Dauer an der Krisensituation etwas ändert.

Was heißt das für Wirtschaftswissenschaftler und ihre Karrierechancen?

Der Finanzsektor ist nach wie vor ein hochinteressantes Arbeitsgebiet. Alle Höhen und Tiefen haben etwas fesselndes, jedoch muss jungen Einsteigern bewusst sein, wie es um das Vertrauen steht, das weiter ausgebaut werden muss. Denn der Finanzsektor ist entscheidend für die Wirtschaft und den Erfolg, weitere Krisen wären fatal.

Wer analytisches Denken beherrscht, mathematisch fit ist und bereit ist, viel von sich zu investieren, der ist prinzipiell im Finanzdienstleistungsbereich gut aufgehoben. Was nicht fehlen darf, ist eben der DIENSTLEISTUNGS-Gedanke, der den Kern darstellen sollte. Mit Verantwortungsbewusstsein und einem starken Charakter kann man hier jedoch einiges erreichen.

Wenn der Wandel erfolgreich vollzogen wird, kann hier wieder eine andere Kultur entstehen, der Finanzdienstleister wieder zum Vertrauensmann werden. Dafür braucht es jedoch frischen Wind und neue Ideen. Junge Trainees mit dem Willen etwas zu bewegen und eingefahrene Strukturen aufzubrechen, sind hier an der richtigen Adresse. Der krisensichere Arbeitsplatz kann so selbst geschaffen werden, die Branche neu gestaltet werden, um nicht nur für sich selbst etwas zu bewegen, sondern auch für nachfolgende Generationen von Arbeitnehmern im Finanzsektor. 


Ein Beitrag vom externen Autor Andreas Schmidt

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