Kriterien zur Auswahl des passenden Studienortes

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Zwar nutzen Studenten heute Notebooks zum Lernen, dennoch bleibt das Studium Kopfarbeit.

Was sollte er haben, der passende Studienort? Sind es Bars und Kneipen? Günstiger Wohnraum, bezahlbarer ÖPNV oder eine möglichst vielseitige Uni? Wer auf die Suche nach dem richtigen Platz für das Studium ist, der legt unterschiedliche Kriterien an. Je nach Lebenssituation haben angehende Studenten abweichende Schwerpunkte. Welche das sind ist Thema dieses Beitrags.

Wichtigstes Kriterium: Die fachliche Qualität

Das Centrum für Hochschulentwicklung gGmbH (CHE) aus Gütersloh hat im Rahmen einer Umfrage festgestellt, dass die fachliche Qualität einer Hochschule die größte Rolle dabei spielt. Das CHE veröffentlicht regelmäßig sogenannte Hochschulrankings, die die besten Hochschulen sortiert nach Studienfach und Standort zeigen. Die sehr ausführlichen Informationen stehen allerdings nur gegen Entgelt zur Verfügung, doch einige wesentliche Hintergründe über Studienfächer und Orte sind mit ein wenig Recherche auf der Webseite der CHE im Bereich Ranking zu finden. Zudem stellt das CHE eine Datenbank zur Verfügung, in der User über die Angabe von Studienfach und gewünschtem Abschluss einen Überblick über die besten Hochschulen des Landes erhalten.

Der gute Ruf: Das Renommee der Professoren und Hochschulen als Qualitätsmerkmal

Studierende messen dem Ruf der Hochschule und der Professoren eine große Bedeutung bei. Studierende schauen sich ganz genau an, wie die Dozenten und Professoren sich in der Öffentlichkeit verhalten und welche Werte die Persönlichkeiten vertreten, unter deren Feder sie sich ausbilden lassen wollen. Hochschulen und Professoren, die in irgendeiner Weise politisch oder sozial negativ auffallen, fallen ganz schnell auf die hinteren Plätze. zurück Diese Art der sozialen Kontrolle ist gar nicht schlecht, denn dadurch konkurrieren die Hochschulen auch auf dieser Ebene miteinander und sorgen so quasi wie von selbst dafür, dass die Qualität der Lehre weit oben angesiedelt bleibt.

Wenn fachliche Qualität und Renommee stimmten, fällt in der Regel die Entscheidung

Wer sich nach Abwägen der beiden Hauptkriterien für eine bestimmte Hochschule entscheidet, entwickelt ein großes Interesse daran, auch tatsächlich dort angenommen zu werden. Doch was tun, wenn der Zugang zur Hochschule versperrt ist? Wer unbedingt in München BWL, in Lübeck Medizin oder in Berlin Naturwissenschaften studieren will, weil es sich nun einmal um die besten Universitäten des Landes für die genannten Fächer handelt und abgelehnt wird, der muss dennoch nicht die Flinte ins Korn werfen.

Möglicherweise gelingt es ihm, mit einer Studienplatzklage doch noch, den Platz an der begehrten Hochschule zu erlangen. Es empfiehlt sich, eine spezialisierte Rechtsanwaltskanzlei einzuschalten, deren Kerngeschäft Studienplatzklagen sind. Bei Rechtsanwalt Dr. Heinze und Kollegen ist online zu lesen:

„Die Kunst, eine Studienplatzklage herausragend zu führen, besteht darin, nicht nur die gängige Vorgehensweise eines Rechtsanwalts zu beherrschen, sondern individuelle Strategien zu entwickeln, um den jeweiligen Studienplatz möglichst optimal einzuklagen.“

Je nach Studiengang, Studienort und Anwalts-Strategie spielt nach Angaben des Experten die Abiturnote in manchen Fällen eine untergeordnete Rolle. Das bedeutet somit für viele Studienanwärter mit einer Durchschnittsnote, dass sie trotzdem eine Chance auf den Traum-Studienplatz haben. Wie hoch diese Chance ist, lässt sich allerdings nicht beziffern, sondern sie hängt von jedem Einzelfall ab.

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Würde Einstein heute leben und lehren, würden Studienwillige zu Hunderten Schlange stehen.

Die Nähe zum Heimatort: Studierende sind erstaunlich ortsgebunden

Ist die Entscheidung für ein Studienfach gefallen, achten Studenten allerdings nicht nur auf den guten Ruf und die fachlichen Voraussetzungen, die sie an der Hochschule erwarten. Viele messen der Nähe zum Heimatort ähnlich hohes Gewicht bei. Kurze Anfahrtszeiten, niedrige Lebenshaltungskosten und die Möglichkeit, den Freundeskreis zu behalten sind Anreiz genug, um sich für eine Uni in der Nähe zu entscheiden.

Aus psychologischer Sicht ist diese Wahl nachvollziehbar: Die jungen Studierenden bewegen sich in einer bekannten Umgebung, sind nach wie vor fest in ein soziales Netz eingebunden und erobern quasi aus der Sicherheit der bestehenden Lebensumstände heraus eine neue Welt für sich. Wer hingegen einen krassen Schnitt vollführt und zum Beispiel aus der tiefsten bayerischen Provinz zum Studium ins ferne Berlin zieht, muss noch viel mehr bewältigen. Das traut sich nicht jeder zu und zuckt davor zurück: Es ist einfach alles neu, angefangen damit, dass die neue Stadt völlig unbekannt ist und zumindest anfangs nur wenige oder gar keine sozialen Beziehungen bestehen.

Attraktivität der Stadt: Jeder zweite legt darauf Wert

Ein weiteres wichtiges Kriterium ist die Attraktivität des Hochschulortes. Günstige Lebensbedingungen sind ein Plus aus Sicht von Studenten. Es muss auch das gewisse Etwas geben, dass Drumherum muss stimmen: Mensa, Wohnungssituation und auch sportliche Angebote sind wichtige Kriterien bei der Wahl. Das Freizeitprogramm, das Studierende an einem Hochschulort wahrnehmen können, hat in der Tat eine große Bedeutung. Kino, Theater, Kneipenlandschaft, Shopping- und Einkaufsangebote sowie Grünflächen und Naturräume spielen eine Rolle. Hinzu kommt die Infrastruktur. Der ÖPNV und der Ausbau einer Stadt für Fahrräder können das Zünglein an der Waage sein.

Gute Ranking Ergebnisse: Studierende informieren sich umfassend

Die Ranking Ergebnisse einer Universität sind zwar nicht ausschlaggebend, aber eine hilfreiche Information bei der Entscheidung für oder gegen eine Universität. Angehende Studenten lassen dieses Kriterium nicht außer Acht. Sie ziehen es heran, wenn sie sich zwischen verschiedenen Universitäten entscheiden müssen.

Verwandte, Partner und Bekannte am Hochschulort haben geringen Einfluss

Den geringsten Einfluss auf die Studienortwahl haben Bekannte, Partner oder Verwandte, die bereits am Hochschulort leben. Unter allen Kriterien hat dieses das geringste Gewicht. Das Kriterium gewinnt an Bedeutung, wenn Studierende älter sind und bereits eine eigene Familie haben. Sie lassen Kinder und Ehepartner nur ungern zurück und suchen stattdessen nach Möglichkeiten, wohnortnah zu studieren. Ein Umzug mit der gesamten Familie in die Stadt der Hochschule hingegen ist eher selten.

Medizin, Jura, BWL: Der gute Ruf und die fachliche Qualität sind entscheidend

Der passende Studienort richtet sich in erst Linie danach, die beste Ausbildung zu bekommen. Deshalb sind der gute Ruf von Professoren und Hochschule sowie die fachliche Qualität der Studiengänge das A und O bei der Entscheidung. Abgerundet mit Informationen aus detaillierten Hochschulporträts lässt sich die richtige Wahl treffen.

Letztlich geht es darum, die eigenen Fähigkeiten und Fertigkeiten so auszubilden, dass die Arbeitswelt die Absolventen mit Handkuss nimmt. Studenten, die der fachlichen Qualität einer Uni den Vorzug vor der Partyszene eines Hochschulortes einräumen, werden auf dem Arbeitsmarkt die Nase vorn haben.

Ein Beitrag des externen Autoren Tobias Neubauer

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