Lernen lernen fürs Studium: So lernst du effizienter!

Die nächste Prüfung steht bevor? Auswendiglernen, Aufsagen, Vergessen ist eine Möglichkeit.

Aber es geht auch anders, wie unsere Experten verraten: Mit unseren Tipps wollen wir dir helfen, das Lernen zu lernen und somit deine Zeit besser zu nutzen. Denn: Wer schneller lernt, hat mehr vom Tag ;) und gleichzeitig auch noch bessere Noten.

Kennst du das? Du sitzt in einem Vorlesungssaal und lauschst einem Vortrag. Es fallen Zitate berühmter Persönlichkeiten und auch in der anschließenden Diskussion werfen einige Kommilitonen mit bekannten Namen um sich. Du bist beeindruckt von dem Wissen der anderen und traust dich nicht mehr dich zu Wort zu melden, aus Angst etwas Unkluges oder Falsches zu sagen.

 

Tipp: Lass dich nicht einschüchtern!

Nur weil jemand Goethe oder Einstein zitiert, bedeutet das noch nicht, dass er oder sie sich mit Literatur oder Physik auskennt. Das Nennen von Namen berühmter Persönlichkeiten, ohne dabei einen inhaltlichen Bezug zum Autor herzustellen, wird als Namedropping bezeichnet und ist an der Uni gar nicht so selten. Prominente Namen sollen den Eindruck erwecken, dass es sich bei dem Gesagten um besonders wichtige Erkenntnisse handelt.

Aber Vorsicht: Nur weil jemand einen bekannten Namen nennen kann, verfügt er noch lange nicht über ein umfangreiches Wissen.

Arten von Wissen

Wissen muss man sehr differenziert betrachten.

So gibt es das deklarative Wissen, das sich zum Beispiel auf feststehende Informationen, wie bestimmte Fakten oder Ereignisse bezieht.

Im Studium begegnet dir aber nicht nur solches Faktenwissen, sondern auch Handlungswissen, das als prozedurales Wissen bezeichnet wird. Dabei  handelt es sich um das Wissen, auf welche Art und Weise Dinge getan werden.

Ebenso kann die Bewusstseinsebene von Wissen unterschieden werden. Wissen, das du direkt abrufen kannst, wird als explizites Wissen bezeichnet.

Darüber hinaus gibt es aber auch Wissensinhalte, die du nicht explizit benennen kannst, sondern in einer Situation intuitiv ausführst. Ein solches implizites Wissen ist zum Beispiel die Fähigkeit Fahrrad zu fahren.

Überführung von explizitem zu implizitem Wissen

Im Studium gibt es viele Situationen, in denen es zu einem Zusammenwirken der beiden Wissensformen kommt. Erst durch die praktische Anwendung überführst du explizites in implizites Wissen.

Wenn du beispielsweise eine Forschungsmethode theoretisch verstanden hast und sie im Anschluss häufiger praktisch anwendest, wird die Durchführung mit der Zeit immer einfacher und du musst nicht mehr jeden Arbeitsschritt überdenken oder nachlesen.

Aber auch umgekehrt ist es wichtig, dass du dir implizites Wissen immer bewusst machst. Gerade in Prüfungen ist es wichtig, dass du dein Wissen nicht nur ›aus dem Bauch heraus‹ anwenden, sondern auch erklären und begründen kannst.

Lernen lernen: Kampf dem trägen Wissen

Eine Form des Wissens, die du unbedingt vermeiden solltest, ist das träge Wissen. Wenn du Fachinhalte nur auswendig lernst, gelingt es dir häufig nicht sie auf andere Probleme anzuwenden, sondern du kannst sie nur in einem bestimmten Zusammenhang nutzen.

Ein solches Wissen ist für dich wertlos und kann dir auch in einem späteren Beruf nicht helfen. Darum ist es wichtig, dass du dir immer wieder klar machst, wofür du welches Wissen benötigst und wie du es anwendbar machen kannst.

Lernen lernen: persönliches Wissensmanagement

Um dein Wissen optimal nutzen zu können, ist ein persönliches Wissensmanagement sinnvoll. Der Begriff des Managements stammt aus der Unternehmensführung und bezeichnet das Lenken und Verwalten von Organisations- und Wissensprozessen.

Seit einiger Zeit hat es seinen Weg auch an die Universitäten gefunden, da Studierende hier täglich neues Wissen erwerben und produzieren. Nimm dir die Zeit dein bisheriges Wissen zu systematisieren und deinen zukünftigen Wissenserwerb zu planen!

Du wirst sehen: Der Prüfungsstress verringert sich, dein Selbstbewusstsein steigt und deine Motivation, neue (Wissens-)Ziele zu erreichen, wächst!

Tipps für dein persönliches Wissensmanagement

Tipp 1: Mach dir klar, was du schon weißt

Du weißt bereits einiges: Mache dir zunächst klar, was du über ein bestimmtes Wissensgebiet schon weißt. Um das herauszufinden, kann eine Wissenslandkarte hilfreich sein, die ähnlich wie eine MindMap funktioniert. Notiere dazu in Stichworten oder kurzen Sätzen, was du über ein Thema weißt. Eröffne für neue Aspekte ein Unterthema und setze es mit Hilfe von Pfeilen oder Linien mit den anderen Themen in Verbindung.

Halte als nächstes fest, wo das notierte Wissen zu finden ist. Das kann eine Literaturangabe sein, ein Ordner, in dem du eine Zusammenfassung abgeheftet hast oder auch der Hinweis, dass die Informationen aus einem Gespräch oder einem Vortrag stammen. Zeichne abschließend ein, welches Wissen du noch brauchst. Verwende dafür eine andere Farbe, um es vom vorhandenen Wissen abzugrenzen. Hänge deine Wissenslandkarte gut sichtbar auf, so dass du dein Wissen immer vor Augen hast und ihm beim Wachsen zusehen kannst. Das hilft auch für das Selbstbewusstsein in der nächsten Prüfung! 

Tipp 2: Sag, was du weißt!

Oft zögern Studierende, ihr Wissen nach außen zu tragen, sei es aus der Sorge heraus inkompetent, zu erscheinen oder weil sie befürchten, dass andere ihre Ideen für eigene Zwecke weiter verwenden. Aber keine Angst: Du kannst dein Wissen nicht verlieren. Ganz im Gegenteil, wer sein Wissen preisgibt, profitiert meist selbst davon.

Durch Gespräche mit anderen festigst du dein Wissen und kommst schneller auf neue Ideen. Digitale Medien eignen sich sehr gut zur Zusammenarbeit und Kommunikation mit anderen. Trau dich, deine Ideen in einem persönlichen Blog oder Wiki zu veröffentlichen. In einem Blog kannst du zum Beispiel über bestimmte Inhalte aus dem Studium, die dich interessieren, schreiben.

Da ein Blog keine offizielle Publikationsform ist, kannst du darin auch Gedanken oder Hypothesen veröffentlichen, die noch näher geprüft werden müssen. Nutze diese Möglichkeit doch zum Beispiel, um Gedanken zum Thema deiner nächsten Hausarbeit oder Abschlussarbeit zu formulieren. Kommilitonen und Freunde haben die Möglichkeit, deine Gedanken zu kommentieren und können dir Anregungen geben. Eine einfache Möglichkeit, um ein eigenes Blog einzurichten, ist die kostenfreie Software Wordpress.

Alternativ gestaltest du ein persönliches Wiki. Ein Wiki funktioniert ähnlich wie die Wissenslandkarte. Du hältst dein Wissen in kurzen Artikeln fest, die du netzartig miteinander verknüpfen kannst. Da du gezielt nach bestimmten Begriffen suchen kannst, wird es leichter für dich auf dein Wissen zuzugreifen und es geht nichts verloren. Für die Erstellung eines Wikis eignet sich zum Beispiel die Software lexiCan.

Tipp 3: Nutze dein Wissen!

Damit du einmal erworbenes Wissen auch zu einem späteren Zeitpunkt nutzen kannst, solltest du es systematisch reflektieren und Anwendungsmöglichkeiten dokumentieren. Die Reflexionsmethode ›After Action Review‹ hilft dir dabei aus Fehlern zu lernen. Nimm dir nach einer Prüfung, einer Hausarbeit oder einem Vortrag die Zeit, über folgende Punkte nachzudenken:

Soll-Zustand: Was hätte passieren sollen?
Ist-Zustand: Was ist wirklich passiert?
Vergleich: Warum gab es (keine) Abweichungen?
Erfahrungen: Was kann ich daraus lernen?


Halte deine Gedanken zu jedem Punkt schriftlich fest. Wenn du das nächste Mal vor einer ähnlichen Situation stehst, kannst du so leicht auf deine Erfahrungen zurückgreifen.

 

 

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