Was tun gegen Prüfungsangst? 10 wirksame Tipps

Schweißnasse Hände, schlotternde Knie: Prüfungsangst ist in Hörsälen weit verbreitet. Mit diesen Tipps gehört sie bei dir schon bald der Vergangenheit an

Wer kennt es nicht? Das mulmige Gefühl im Magen, wenn man in eine Prüfung geht? Entspannungstechniken und Kräuterchen helfen wenig, wenn man sich nicht gut vorbereitet fühlt. Denn Prüfungsangst hat oft nur eine zentrale Ursache: Unsicherheit über den Klausurstoff, ob man richtig gelernt hat und ob man sein Wissen prägnant zur Sprache bringen kann. Diese Unsicherheit ist wiederum eine Quelle für abschweifende Gedanken, Aufschieberitis und Konzentrationsprobleme. Ein solider Überblick und eine stärkere Zuversicht sind daher das oberste Ziel des Lernens.

Wie aber sollen wir es angehen? Klar wissen wir, dass wir möglichst aktiv lernen sollen, aber oft scheitert es an den richtigen Methoden. Ich kenne das nur zu gut, deswegen habe ich in den letzten Jahren gezielt nach den wichtigsten Lernprozessen und besten Merktricks gesucht. Basierend auf meinen Erfahrungen in zwei verschiedenen Studiengängen mit über hundert Prüfungen und durch das Coaching von über 2.000 Studenten habe ich ein Lernsystem erarbeitet, das erstmals Zeitmanagement mit Lernpsychologie vereint. Mein Ziel war es, Prüflingen eine übersichtliche Struktur zu geben, mit der es sich systematischer und zeitsparender lernen lässt. Ergebnis ist ein Zehn-Schritt-Lernsystem, das dich selbst durch unübersichtliche Stoffgebiete zuverlässig navigieren kann:

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Tipp 1 gegen Prüfungsangst: Strategie bestimmen

Je mehr man über eine Situation weiß, desto sicherer wird man. Ein Überblick über die Inhalte und Anforderungen der Prüfung ist in ein bis zwei Stunden erarbeitet, spart aber unzählige Tage Arbeit. Lerne nicht einfach drauflos, sondern bestimme erst die konkreten Anforderungen der Prüfung:

  • Art und Länge der Fragen
  • Gewichtung der Themengebiete
  • Vorlieben des Prüfers
  • Erfahrungen aus vergangenen Jahren
  • besondere Bewertungskriterien

Versetze dich in die Lage des Profs und frage dich, was du an seiner Stelle prüfen würdest. Das schult das strategische Denken und es wird dir leichter fallen, deine Vorbereitung konkret der jeweiligen Prüfung anzupassen.

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Tipp 2 gegen Prüfungsangst: Aufwärmen

Motivation entsteht durch die Tätigkeit an sich. Warte nicht, bis du alle Infos gesammelt, den Schreibtisch aufgeräumt, die Katze gefüttert hast. Keine Ausreden!

Was hilft, ist der ›zehn-Minuten- Trick‹:
Nimm dir vor, erstmal nur zehn Minuten an einer Aufgabe zu arbeiten. So viel Zeit ist immer, um sich einen Überblick zu verschaffen, To-Dos zu notieren, etwas zu recherchieren oder einen Konzeptentwurf aufs Papier zu bringen. Hat das Gehirn erstmal Feuer gefangen, ist es hungrig auf mehr …

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Tipp 3 gegen Prüfungsangst: Das "Global Picture" suchen

Einen Text von vorn bis hinten gründlichst zu lesen ist keine gute Idee. In der Regel muss man einen Fachtext dreimal lesen, um ihn zu verstehen. Das erste Durchblättern dient dem Überblick. Das zweite, zügige Lesen schafft Verständnis. Das dritte Lesen erschließt die wichtigsten Textstellen im Detail.

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Tipp 4 gegen Prüfungsangst: Strukturieren

Die Organisation von Infos in Gruppen verbessert die Gedächtnisleistung enorm. Studien beweisen, dass zum Beispiel die Erinnerung für Vokabeln drei- bis viermal so hoch ist, wenn sie in Oberkategorien sortiert werden.

Wer also Lernstoff zuordnet, abgrenzt und strukturiert, denkt viel intensiver nach – es bleibt mehr hängen. Für uns heißt das:

  • Zusammenhänge aufmalen
  • Strukturkarten zeichnen
  • Tabellen erstellen

Das hilft, Klarheit im Kopf zu schaffen.
 

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Tipp 5 gegen Prüfungsangst: Verbalisieren

Eine Prüfung misst nicht nur Fachwissen, sondern auch, wie gut du dieses im Hinblick auf eine bestimmte Abfrageform verpacken kannst. Klausuren messen vor allem auch die Fähigkeit, Klausuren schreiben zu können.

Mündliche Prüfungen messen (auch), ob du flexibel auf Fragen reagieren kannst. Plane in deiner Vorbereitung genügend Zeit für das aktive Anwenden der Inhalte durch Reden, Schreiben, Diskutieren ein.

Und: Gehe nie in eine Prüfung ohne mindestens einen Probedurchlauf.

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Tipp 6 gegen Prüfungsangst: Gehirnakrobatik betreiben

Ändere und verbiege Infos, bis sie in deine geistige Arena passen. Merke dir Zahlen, Fakten, Vokabeln und Fremdwörter mit Hilfe von ›Visual Codes‹ Das sind kleine Skizzen, mit denen du trockene Fachbegriffe lebendig werden lässt. Achte auf spontane Assoziationen zu den Begriffen und male ein witziges Bildchen. Durch die aktive Suche nach passenden Visualisierungen und durch die Tätigkeit des Skizzierens prägen sich Dinge viel besser ein.

Glaubst du nicht? Schließe die Augen und zähle mal alle Türen, die du gestern durchschritten hast! Siehst du nun, wie mächtig unser visuelles Erinnerungsvermögen ist? Es wäre doch dumm, es nicht zu nutzen.

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Tipp 7 gegen Prüfungsangst: Reduzieren

Ohne Verdichtung würden wir in der Infoflut ertrinken. Komprimiere den Stoff zu einer ›Survival-Summary‹, die das Wichtigste auf nur einer Seite zusammenfasst.

Viele Infos, wenn einmal begriffen, müssen eigentlich nicht wiederholt werden, weil sie sich nun von selbst erschließen. Wir benötigen nur noch Stichworte, die uns an wichtige Punkte erinnern und einen Leitfaden, der uns durch die Klausur, die mündliche Prüfung oder das Referat führt.

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Tipp 8 gegen Prüfungsangst: Trainieren

Schließlich muss der Stoff angewandt, mit Beispielen gefestigt und geübt werden: Hier ist schnelles Rechnen gefragt, dort muss das Referat auf den Punkt sitzen.

Deswegen ist der Begriff ›Training‹ eine bessere Bezeichnung für diesen Prozess als ›Wiederholung‹. Das verdeutlicht den aktiven Teil dieser Lernphase – ödes, passives Lesen deiner Notizen kannst du dir sparen. Mach es dir zum Ziel, in jeder Lernrunde die Dinge noch klarer zu strukturieren, visualisieren, skizzieren, reduzieren oder zu verbalisieren.

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Tipp 9 gegen Prüfungsangst: Taktieren

Die Prüfung läuft! Nun gilt: Ruhe bewahren und die Erfolgsfaktoren (die du in Schritt 1 bestimmt hast) im Blick behalten.Ein wenig taktieren hilft, Stärken auszuspielen und Schwächen zu umschiffen. Achte auf die ›Magischen Drei‹: In jeder Prüfung – egal ob mündlich oder schriftlich – profitierst du durch gute Struktur, prägnanten Ausdruck und durch die clevere Vernetzung der Themen.

Eben deswegen ist es so essenziell, die Prozesse zu strukturieren und zu verbalisieren. Je faktenlastiger die Prüfung, desto wichtiger werden hingegen ›Visual Codes‹ (Punkt 6), mit denen du Fakten leichter einprägst. 

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Tipp 10 gegen Prüfungsangst: Auswerten

Nach der Prüfung ist vor der Prüfung! Durch das bewusste Aufarbeiten deines Lernprozesses vermeidest du Fehler in der Zukunft und kannst dir neue Taktiken überlegen.

Analysiere im Detail:

  • Was war gut?
  • Was lief nicht optimal?
  • Was konkret möchtest du beim nächsten Mal anders machen? 

Perfektioniere so deinen Lernprozess, um noch besser, sicherer und gelassener zu werden. Viel Erfolg!

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Präsentationstechniken

Du bist nicht zur Rampensau geboren? Macht nichts: Mit unseren Tipps schafft du deine Präsentation mit links und überzeugst dein Publikum!


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