Studienhilfe: Überleben in WG, Wohnheim & Co

Die Wohnformen im Überblick
Bild: audimax
Wohnformen im Überblick

Die eigene Wohnung

Eine eigene Wohnung bedeutet nicht automatisch, völlig alleine zu sein. Frau Müller von gegenüber ist schließlich auch noch da. Nächtliche Stomp-Imitiationen sind kritisch. Außerdem lohnt es sich immer, ein gutes Verhältnis mit den Nachbarn zu haben – sei es nur aus eigennützigen Gründen: Zuckerverleih, Blumengießdienst, Paketannahmestelle und Aufnahmestation, falls der Schlüssel verloren ging. Am besten beim Einzug bei allen Nachbarn kurz vorbeischauen und sich vorstellen. Bewirkt oft kleine Wunder!


Wohnheim

Gewisse Abhängigkeiten gibt es überall. Ein Hausmeister hat erfahrungsgemäß schneller Zeit für ein klemmendes Fenster, wenn ihm ein Student positiv durch freundliche Grußworte als negativ durch unflätige Bemerkungen auffällt. Unflätig ist es auch, das Kühlschrankfach des ungeliebten Nachbarn nach einer langen Nacht leerzufressen – macht nur ungute Stimmung. Wenn der Heißhunger auf Nachbars Spaghetti Bolognese nicht zu zügeln war, muss am nächsten Tag reumütig eine Entschuldigung und eine Essenseinladung folgen.


Wohngemeinschaft (WG)

Die WG-Suche ist denkbar einfach: Bei Portalen wie wg-gesucht.de kannst du dich durch die Annoncen klicken und die potenziellen Mitbewohner kontaktieren. Die Auswahlgespräche hingegen gleichen mit etwas Peche einem Auftritt in einer Castingshow. Es kann vorkommen, dass der Wohnungssuchende ein Selbstporträt malen muss, damit die Jury aus den Strichfolgen ein Psychogramm erstellen kann.

Vorsicht auch bei der unbedachten Offenbarung von Essensgewohnheiten, schließlich kann es sein, dass die Nase vom veganen Dirk durch den persönlich so geschätzen Schnitzelfettgeruch aufs Schlimmste beleidigt wird.

Auch sehr beliebt: Die Nachfrage, ob der potenzielle Mitbewohner in irgendeinem Social- Network vertreten ist – erst muss das Onlineprofil nach extremistischen politischen Gesinnungen oder verhassten gemeinsamen Bekannten durchsucht werden. Warum machen die das? Ganz einfach: Sie können es! Die Wohnungsnot zu Semesterbeginn nimmt oft ungeahnte Ausmaße an und so kann schon die Frage nach einem Aschenbecher der sichere Schuss ins Aus sein.

Da bleibt oft nur eines übrig: Das gierige und nimmersatte Auswahlkomitee mit Humor, Authentizität und einer gesunden Lebenseinstellung für sich zu gewinnen. Sollte das nicht fruchten – einen Kaffeevollautomaten, einen Staubsauger oder am besten beides als Einzugsgeschenk in Aussicht stellen!

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Mieten im Vergleich

Die Mieten in Unistädten fallen extrem unterschiedlich aus. Während du in München in einer Singlewohnung bis zu 40 Quadratmetern saftige 18,70 Euro pro Quadratmeter und Monat einplanen musst, lebt es sich in Gelsenkirchen mit 5,20 Euro pro Quadratmeter um einiges günstiger. Die fünf teuersten und fünf billigsten Unistädte hat Markus Grundermann von Immowelt recherchiert.

Problem 1: Sauberkeit
Foto: Dan Brady / Quelle: Flickr.com unter CC BY 2.0
Sauberkeit bei Studenten

Sauberkeit in der WG

Problem: Einer ist immer dabei, der lieber fünf Minuten in die millimetergenaue Platzierung der Bananenschale auf den überquellenden Müll investiert und dann schnell wegrennt, bevor er einmal beherzt zugreift und den Müll runterbringt. Was für den einen Mitbewohner eine ausbaufähige Performance darstellt, bedeutet für den anderen den Auslöser einer handfesten Gastritis.

Lösung: Putzplan, Putzfrau oder das Ende einer wunderbaren Freundschaft.


Sauberkeit im Wohnheim

Problem: Die meisten Wohnheimzimmer bestechen weniger durch Weitläufigkeit als durch Kompaktheit – eine Socke am falschen Platz kann das diffizile Ordnungssystem aufs Empfindlichste stören. Geeignet für Studenten, die die Chaostheorie als Existenzgrundlage betrachten.

Alle anderen brauchen eine Lösung: Ein ausgeklügeltes Aufbewahrungssystem mit Multitaskingfunktion, einen festen Putztag pro Woche oder einen konsequenten Ignoranzmodus.


Sauberkeit in der eigenen Wohnung

Problem:
Laminat, Teppich, Fliesen, Linoleum und Parkett – der Weg zur Eigenständigkeit geht über viele Bodenbeläge. Eine gewisse Grundsauberkeit in den eigenen vier Wänden ist für den von Vorteil, der nach Auszug seine Kaution wiedersehen möchte.

Lösung:
Lieblingsmusik auf die Ohren, Schrubber als Mikrofon verwenden und loslegen! Dabei immer im Kopf haben wie sehr sich die Nachbarn von gegenüber freuen, wenn sie endlich wieder freie Sicht haben.

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Problem 2: Verträge und Finanzen
Foto: Maik Meid / Quelle: Flickr.com unter CC BY 2.0
Verträge und Finanzen

Verträge in der WG

Bevor der Stift zur Unterschrift des Mietvertrags angesetzt wird – bitte einen genauen Blick drauf haben.

Ein Hauptmieter:

Praktisch: Im Gegensatz zum Hauptmieter hat der Untermieter mit dem Vermieter nichts zu schaffen. Ungünstig: Kündigt der Hauptmieter, müssen alle anderen auch raus.

Ein Mietvertrag mit allen Bewohnern:

Praktisch: Alle haben die gleichen Rechten und Pflichten. Ungünstig: Wenn einer auszieht, muss die restliche WG den Vermieter um die Entlassung des Abtrünnigen aus dem Vertrag bitten.

Einzelmietverträge:

Praktisch: Jeder Mieter haftet für sich selbst. Ungünstig: keine flexible Nutzung der Gesamtwohnung wie zum Beispiel Zimmertausch.


Vertrag im Wohnheim

Auch hier gilt es, den Vertrag genau durchzulesen.

Praktisch: Der Hausmeister kümmert sich um einen verstopften Syphon oder kaputte Rolläden. Ungünstig: Es kann vorkommen, dass derselbige während der Tiefschlafphase unangemeldet im Zimmer steht.


Mietvertrag der eigenen Wohnung

Alleine wohnen ist mit Rechten und Pflichten verbunden. Praktisch: Ein neues Gesetz des Bundesgerichtshof besagt, dass Schönheitsreparaturen nach starren Fristen wie zum Beispiel, das Bad alle drei Jahre streichen zu müssen, unwirksam sind. Ungünstig: Ist im Mietvertrag eine Treppenhausreinigung vereinbart, geht dieser Kelch an niemanden vorüber.

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Problem 3: Soziales
Bild: audimax
Soziales

Zusammenleben in der WG

Grob gesagt gibt es drei Formen von WG’s: Die ›Zweckgemeinschaft‹. Der Vorteil: gegenseitiger Respekt, individuelle Freizeitgestaltung ohne Rechenschaft und vermeidbare Gespräche über Privatangelegenheiten. Der Nachteil: Keine gemeinsam durchzechten Nächte, die mit »Aber wirklich nur auf ein Bier« beginnen und um sechs Uhr morgens mit einem Tequilla Gold enden.

Die ›Freunde- WG‹. Der Vorteil: Wenn die Zwischenprüfung in die Binsen ging, wartet zu Hause schon jemand, der sich bereitwillig auf ein Über-den- Prof-lästern einlässt und für Ablenkung sorgt. Mit Freunden zu wohnen heißt emotionaler Beistand, ein unkompliziertes Miteinander und oft sehr viel Spaß. Der Nachteil: Was als kleine Auseinandersetzung über die Telefonrechnung begann, kann flugs als handfester Streit enden, da Freunde einander schneller persönlich angreifen – Schwächen und intime Details des anderen fungieren gerne als Waffe.

Die ›Kommune‹. Alle Themen wie »Welchen Reis kaufen wir?« oder »Können wir nicht mal wieder eine Demo auf die Beine stellen?« werden diskutiert. Der Vorteil: Die Gruppendynamik lenkt von der eigenen Unselbstständigkeit ab und überdeckt das mangelnde Verantwortungsbewusstsein. Der Nachteil: Rücksichtsloses Verhalten wie alleiniges Essen vorm Fernseher führt zur Degradierung als Verräter oder Pharisäer.


Zusammenleben im Wohnheim

So klein das Zimmer auch sein mag – seinem Ruf als ›erstes eigenes Königreich‹ wird es gerecht.

Der Vorteil:
der rechte Nachbar ist gleichzeitig der fleißige Kommilitone, der die Mitschriften bereitwillig rausrückt, der linke Nachbar hat immer Zeit auf einen Plausch und in der Küche finden sich immer Mitbewohner, die mit Rat und Tat bei der Zubereitung von Rühreiern zur Seite stehen.

Der Nachteil:
Der rechte Nachbar ist begeisteter Anhänger von ›Scooter‹, der linke Nachbar kennt das Wort ›Sendepause‹ nicht und die anderen Mitbewohner geben immer ihren Senf dazu.


Leben in der eigenen Wohnung

Jeder Quadratmeter repräsentiert Freiheit und Erwachsensein.

Der Vorteil: Keiner stört sich an den unzähligen Qualitätsstunden im Jogginganzug, die auf der Couch liegend, Trash-TV kuckend und mit Nutella-direkt-aus-dem-Glas essend verbracht werden. Außerdem gibt es keine Mitbewohner, die zu jeder Zeit Ansprache suchen und im denkbar ungünstigsten Momment ins Zimmer platzen.

Der Nachteil:
Nach einem schlechten Tag wartet keiner und übernimmt die ›An den Busen drück‹-Pflicht, was gleichzeitig zu einem erhöhten Nutellakonsum führen kann. Außerdem ist da niemand, der für den Dreck in der Küche verantwortlich gemacht werden kann.

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