Selbstversuch: Studieren mit einer Behinderung

Wie die Welt da draußen zur Stolperfalle werden kann.

Ein Selbstversuch von Evelyn, die Realität von Freddy und der Aufruf, auch psychisch Kranke nicht zu vergessen.

„Nein, ich brauche keine Hilfe und ja, ich kann das alleine – noch ein einziges Wort und ich springe auf und schrei’!“ Halt, darf ich ja nicht, es sei denn ich möchte als das Wunder von Nürnberg in die Annalen eingehen. Ich sitze im Rollstuhl, freiwillig, aber mittlerweile gereizt und schlecht gelaunt. Anfangs war es noch ganz gemütlich, mich durch den Park schieben zu lassen. Weil es bequem ist und ich weiß, dass ich jederzeit wieder aufstehen kann. Aber was ich anfänglich als Unterstützung empfand, fühlt sich jetzt an wie Bevormundung. Natürlich komme ich dorthin, wo ich möchte – aber nur mit Ansage. Und wer bittet schon gerne ständig um Hilfe? Hinzu kommt das schlechte Gewissen, weil Inga schon bei kleinsten Anhöhen kräftig schieben muss. Andererseits verschafft mir das ein wenig Erholung für meine Oberarme, die diese Art der Bewegung nicht gewöhnt sind. Meine Beine kann ich nicht bewegen und meine Arme machen auch schon schlapp. Ebenso meine Mundwinkel. Lächeln kann und mag ich gerade auch nicht mehr. Auch wenn ich weder kann noch mag, ich muss. Und wenn es nur ein dringendes menschliches Bedürfnis ist. Eine Möglichkeit, mir ein kleines Stück Selbstständigkeit zurückzuholen. Ich rolle Richtung Behindertentoilette, die es im Multiplexkino zum Glück gibt. Eine Schiebetüre wäre schön gewesen. Ich hänge an der Tür, rangiere nach vorne, nach hinten, stecke irgendwann in der Tür fest, reiße mich los und bin endlich drin. Und jetzt? Weiter so tun, als könnte ich nicht laufen? Mich auf diese Toilette hieven, alleine? Ich stehe einfach auf – ja, ich bräuchte Hilfe und nein, ich kann das nicht alleine! Ich rolle zurück, den Blick auf den Boden gesenkt. Die Mitarbeiter ignorierend.

 

„Wenn ich sie nicht sehe, vielleicht sehen sie mich ja auch nicht“, schießt es durch meinen Kopf, während Inga mich weiter an die FH Nürnberg fährt.

 

Essen gehen ist hier kein Problem: Eine Rampe verspricht barrierefreien Zugang zur Mensa. Ich rolle hinein und fühle mich den Blicken der Studenten ausgesetzt, die mich teilweise nur ganz kurz streifen, um sich dann schnell wieder auf den Teller zu senken. Kinder reagieren anders – die schauen interessiert und blicken auch nicht weg. Eines lief mir sogar nach, den Zeigefinger auf mich gerichtet. Das fand ich weder aufdringlich noch verletzend. Auch die Verkäuferinnen waren alle sehr nett. Nur weil ich im Rollstuhl sitze? Ich bin misstrauisch, möchte nicht, dass jemand freundlich ist, weil er Mitleid hat. Schließlich kann ich mir selber helfen.

 

Ein Tag im Rollstuhl an der Uni und anderswo:

Apropos selber helfen: Wo ist denn hier an der FH der Aufzug, damit ich in den ersten Stock komme? Zwei Türen später, die ich ohne Hilfe nicht aufbekomme, betreibe ich Millimeterarbeit, um in den Lift zu kommen. Ich mag nicht mehr im Rollstuhl sitzen. Hänge wieder fest, meine Bewegungen werden ungestüm. Innerlich schimpfe ich wie ein Rohrspatz, ich fluche. Und wieder habe ich ein schlechtes Gewissen Inga gegenüber, weil meine gute Laune komplett verflogen ist. Fast schon trotzig bestehe ich darauf, die Fleischerbrücke in der Nürnberger Altstadt alleine zu erklimmen – für Fußgänger ein kaum merkliches Hügelchen. Für mich hingegen bedeutet der ‚Aufstieg’ Schwerstarbeit. Ich schiebe und schiebe, meine Arme werden schwerer und schwerer. Irgendwann komme ich kaum mehr vom Fleck. Ich schaffe es nur bis zur Hälfte. Ich versuche, die Blicke der Fußgänger zu ignorieren – oder bilde ich mir diese nur ein?

 

Trotzdem herrsche ich sie in Gedanken an: „Glotzt nicht so blöd, kann mal jemand helfen?“

 

Lieber nehme ich nun doch Hilfe in Anspruch als wie bestellt und nicht abgeholt hier rumzusitzen. Und da ist er wieder: Dieser Impuls, einfach loszuschreien!

 

Wie behindertengerecht sind deutsche Unis?

Aggressiv klingt es dagegen kein bisschen, wenn Freddy von Treppen erzählt, die kein Geländer haben, oder von den unzähligen Glastüren, mit denen sie schon „Bekanntschaft gemacht“ hat. Es hört sich eher belustigt an, wenn sie über die Malheure spricht, die ihr quasi passieren ‚mussten’, weil ihre Uni eben so wenig behindertenfreundlich gebaut ist. Freddy hat eine ‚Cerebralparese’, das heißt ganz einfach, ihr Nerven- und Muskelsystem macht nicht immer das, was sie will. „Ich sehe aus, als wäre ich besoffen“, sagt die Studentin ganz unbedarft und kichert. In der Schule, erinnert sie sich, „wollten sie mich alle nicht haben.“ Eben weil sie ‚anders’ war und keiner recht wusste, wie damit umzugehen sei. Im ersten Semester an der Uni Erlangen aber „hat mir sofort ein Professor, der mich hat laufen sehen, gesagt, es gäbe hier eine Behindertenberatung. Ich könne da jederzeit hingehen, wenn ich ein Problem hätte“. Prinzipiell also eine gute Sache – allerdings war der besagte Beauftragte offenbar mit Freddys Fall überfordert. Neben ihrer Körperbehinderung hat sie auch eine Form des Autismus’, aufgrund derer die Studentin ihre Umwelt und schließlich auch den Lernstoff anders wahr- und aufnimmt. Auf ihre Anfrage in der Beratungsstelle, ob die Darbietung von Prüfungsfragen an ihre Wahrnehmungsstörungen angepasst werden könnte, entgegnete man ihr:

 

„Mit so einer Forderung begeben Sie sich auf dünnes Eis! Dann denken die Leute vielleicht, Sie seien geistig behindert und stellen in Frage, was Sie eigentlich an der Uni machen.“

 

Der einzig wirkliche Rat an sie: „Suchen Sie sich Nachhilfe!“ Eine Studienfreundin habe ihr schließlich „das akademische Leben gerettet, weil sie den ganzen Stoff in meine Wahrnehmung ‚übersetzt’ hat“, erinnert sich Freddy. „Ich nehme alles sehr zersplittert, man könnte sagen pixelig wahr. Andere Menschen denken in Kabeln, da fließen Gedanken klar durch. Bei mir sind Gedanken eher wie Perlen an einer Kette, die durch einen dünnen Faden, den nur ich sehen kann, miteinander verbunden sind.“

 

Psychische Erkrankungen als besondere Herausforderung für die Universitäten:

„Beim Studium sind insbesondere Studierende betroffen, die aufgrund der psychischen Erkrankungen beeinträchtigt sind“, gibt Daria Celle Küchenmeister zu bedenken. Die 35-Jährige berät seit Februar 2011 Studierende mit Behinderungen und chronischer Erkrankung an der Uni Duisburg-Essen. Mit den psychischen Erkrankungen und damit meist eben nicht sichtbaren Behinderungen umzugehen sei eine ganz besondere Herausforderung für die Universitäten, meint sie.

 

„Aber auch Studierenden fällt es häufig schwer, sich gerade wegen ihrer chronischen Erkrankung beziehungsweise Behinderung hinsichtlich ihrer Studienbeeinträchtigung vertrauensvoll an eine Person wie zum Beispiel den Behindertenbeauftragten an der Universität oder dem Studentenwerk zu wenden.“

 

Es gebe aber beispielsweise die Möglichkeit des individuellen wie angemessenen Nachteilsausgleichs wie „das Verändern einer schriftlichen in eine mündliche Prüfung, die Nutzung technischer Hilfsmittel oder eine Zeitverlängerung.“ Sinnvoll sei natürlich auch, jemanden mit einer Allergie nicht direkt neben einem Fenster Klausur schreiben zu lassen, vor dem ein Baum gerade seine Pollen abwirft. Gleichzeitig betont sie, dass es keinen übermäßigen Ausgleich von Benachteiligung geben darf.

Während eines Auslandssemesters an der Uni Island „wurden mir erstmals viele rein körperliche Hindernisse aus dem Weg geräumt“, erzählt Freddy. „Ich habe Tipps für praktischere Taschen bekommen und Nordic-Walking-Stöcke als Geh- und Tasthilfe entdeckt.“ Eigentlich lauter positive Errungenschaften, die ihr andererseits aber sichtbar machten, dass ihre durch den Autismus bedingten Wahrnehmungsstörungen mehr behinderten als die körperliche Beeinträchtigung. Ebenfalls autismusbedingt hat die Studentin zudem ein stark verändertes Körpergefühl. Anderen gegenüber beschreibt sie sich als eine Art „seelischen Zwitter“. In ihrer Autismus-Selbsthilfegruppe prägte ein Bekannter die Beschreibung: „Dein Gehirn ist wie ein Computer, den du auf Windows und auf Mac starten kannst.“ Seitdem spricht Freddy manchmal von der einen Hälfte als „Windows-Woman“ und von der anderen als „Mac-Man“. Weil vor allem ihre Familie und engen Vertrauten nicht so recht mit dieser neuen „Transgender-Diagnose“, die sie erst 2010 gestellt bekommen hatte, umgehen konnten, erlitt Freddy einen regelrechten depressiven Zusammenbruch. „Nur durch das Engagement einer Professorin, die Lernzeitrahmen und -methoden anpasste, sowie einer Studienberaterin, die beim Finden von geeigneten Therapien half, konnte ich mein Studium überhaupt fortsetzen“, sagt Freddy heute. „Ich darf einen Aufsatz, der unter dem Zusammenbruch gelitten hat, bis heute noch vor mir herschieben.“

 

Behindertenfreundlichkeit an Unis - Fehlanzeige!

 „Mich stört, dass man an der Uni Behindertenfreundlichkeit nur an Rollstühlen misst“, sagt sie. „Blinde zum Beispiel stoßen sich an den schneckenförmigen Treppen ständig den Schädel an und wickeln sich regelmäßig in die Banner ein, die hier von der Decke hängen. Und gegen Glastüren rennen auch schon Leute mit milderen Wahrnehmungsstörungen.“ Daria Celle Küchenmeister bittet in diesem Falle „um etwas Geduld, wenn an den Universitäten nicht von heute auf morgen alles umstrukturiert werden kann. So ein Prozess dauert mehrere Jahre.“ Freddy ist sich sicher, dass vieles nicht so kompliziert wäre, wenn Menschen ihre Behinderung als einen ganz normalen Teil ihrer Selbst akzeptierten:

 

„Manche schämen sich fürchterlich dafür, als ob das was Giftiges wäre. Man muss natürlich nicht für jedes Problem Reklame machen, aber der Wille zur Kommunikation sollte auf beiden Seiten da sein.“

 

Keinem würde es etwa einen Zacken aus der  Krone brechen, wenn er fragte, ob er weiter vorne sitzen darf, weil er schlecht sieht. Für sehr wichtig hält Daria Celle Küchenmeister, dass auch die Kommunikation zwischen Studenten mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen gestärkt werden muss. „Häufig fehlen Vernetzungsstrukturen zwischen den Betroffenen. Dabei braucht es Raum, in dem man seine eigenen Schwierigkeiten austauschen kann“, mahnt sie. Eine Einschätzung, die Freddy unbedingt teilt. „Mir fehlt bei der ‚Behindertenfrage’ immer auch die Kommunikation zwischen den verschiedenen Behinderungsarten“, sagt sie und erzählt weiter, dass der Spastikerverein, in dem sie sich engagierte, sie quasi nicht mehr haben wollte, als sie versuchte, ihre weiteren autistischen Symptome wie Hüpf- und Schreiticks oder Gedächtnislücken dort aufzuarbeiten. „Ich selber freue mich unheimlich, wenn ich mich mit Leuten, die andere Behinderungen oder Krankheiten haben, über unsere Berührungspunkte austauschen kann“, meint sie.

 

„Zum Beispiel ein verzerrtes oder quasi inexistentes Hungergefühl, das viele Autisten und auch ich kennen, gibt es auch bei verschiedenen Stoffwechselkrankheiten. Und da tausche ich mich gerne mit anderen Betroffenen darüber aus, wie wir gesundes und ‚erfreuliches’ Essen machen können.“

Studenten mit Behinderung Mut machen!

Sich gegenseitig Mut machen – und auch Mut gemacht zu bekommen wünscht sich die Studentin. Einige Sätze, die das Studentenwerk auf seiner Seite für das Studium mit Behinderung präsentiert, hält sie dagegen für sehr demotivierend. „Dort steht, dass die Behinderung die Studien- und Berufswahl von vornherein einschränkt. Das finde ich schrecklich entmutigend“, meint Freddy und urteilt über ihre eigene Situation:

 

„Klar würde ich keinen guten Chirurgen abgeben, aber wenn man sich zum Studium anmeldet, wird man hoffentlich wissen, welche Talente man fördern will – als Behinderter oder Nichtbehinderter.“

 

Daria Celle Küchenmeister beobachtet einen höheren Studienfachwechsel oder -abbruch unter Studenten mit Behinderungen. „Studieninteressierte haben von der Lebenswirklichkeit eines Studiums wahrscheinlich erst einmal eine gewisse Vorstellung, die sehr vom tatsächlichen Ablauf abweichen kann“, vermutet sie.

 

„Ich rate Betroffenen deshalb immer, sich das Studium und die Hochschule vorher anzugucken und die Anforderungen sowie den Workload mit der eigenen Beeinträchtigung in Beziehung zu setzen.“ Und für alle Studenten gilt: „Seine eigenen Stärken noch mal stärken.“

 

Wenn es nach Freddy geht, sollte sich die Beratung auch nicht nur auf das Studium als solches beschränken: „Meine Studienberaterin hilft mir zum Glück sehr, wenn ich zum Beispiel eine interessante Jobanzeige in der Zeitung sehe. Da besprechen wir, ob ich das Geforderte realistisch erfüllen und wie mich in diesem Zusammenhang gut ‚vermarkten’ kann.“ Die Studienberaterin Celle Küchenmeister, die übrigens selber von einer Schwerbehinderung betroffen ist, betont, dass ‚ihre’ Zielgruppe sehr viel kreatives Potenzial habe, das von den Hochschulen meist gar nicht wahrgenommen wird. „Darauf muss man mehr schauen als auf die Beeinträchtigung“, fordert sie. „Denn Studierende mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen erleben sich zu allererst auch als Studierende.“ Die Studentin Freddy ergänzt: „Das ist das Wichtigste: Dass man Behinderte und chronisch Kranke als ganz natürlich behandelt, egal ob die konkrete Krankheit jetzt bei drei Hanserln auf der Welt oder bei jedem Dritten in der westlichen Gesellschaft vertreten ist.“

Dass es für manche ganz natürlich ist, beherzt anzupacken, merke ich, als ich hinter mir eine männliche Stimme höre: „Wo soll’s denn hingehen?“ Ich mache eine Handbewegung nach oben. Der Mann schiebt mich, betreibt Small Talk und lässt mich, am ‚Gipfel’ angekommen, wieder meine eigenen Wege rollen. Ich bedanke mich tausend Mal, bevor ich die Abfahrt nach unten nehme. Lächelnd.

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