weiße Kopfhörer auf Schallplatten
Woher kommt eigentlich... Ohrwurm? BillionPhotos.com / Quelle:Fotolia

Woher kommt eigentlich… Ohrwurm

Warum nennt man das eigentlich so? Wolltest du schon immer wissen – audimax hakt nach.

Was vereint Helene Fischer, die Spice Girls und Modern Talking? Sie alle produzierten Hits, die als Ohrwürmer gelten.

Kennzeichen Ohrwurm: etwas nervige, aber eingängige Melodie, angenehmer Rhythmus, geeignet zum Mitsingen – und nicht aus dem Kopf zu kriegen.

Der Begriff ruft sofort ein Bild hervor: Ein Wurm, der sich über das Ohr in das Hirn eines Menschen windet. So passend das auch erscheinen mag – ›Atemlos‹, ›Wannabe‹ und ›Cheri Cheri Lady‹ als gestaltgewordene Würmer in Schädeln der Ohrwurmopfer – ganz auf die richtige Spur des Begriffs lockt es nicht. Ursprünglich wurde der Gemeine Ohrwurm, lateinisch ›Forficula Auricularia‹, bis in die Neuzeit als Heilmittel gegen Gehörerkrankungen eingesetzt. Dabei wurde das bis zu 16 Millimeter lange Insekt mit seinen prägnanten Zwickern nicht etwa lebendig ins Ohr gegeben – er wurde  zuvor zu Pulver verarbeitet. Seit die Heilmethode außer Mode ist, scheint auch dieser Zwischenschritt vergessen. Das Bild des in Gehörgängen kriechenden Ohrenzwickers hält sich aber hartnäckig und hat sich – weil es gar so passend scheint – im Sprachgebrauch auf die Musik übertragen.

Im Englischen wird übrigens seltener vom ›earworm‹, sondern eher vom ›sticky song‹ gesprochen. Egal, wie er nun heißt, was angeblich gegen ihn hilft: Kaugummi kauen. Aber bitte im Takt.


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