Ein Mann und zwei Frauen als Collage aus drei Bildern.
(c) geralt / pixabay

Als Trainee ins Ausland

Auslandsstation im Traineeprogramm, was 
bedeutet das eigentlich? audimax hat für dich 
bei Prof. Dr. Christine Wegerich nachgefragt

Frau Prof. Dr. Wegerich, wie kann sich ein Trainee am besten auf einen Auslandsaufenthalt im Rahmen seines Traineeprogramms vorbereiten?

Eine sprachliche Auffrischung oder das Erlernen einer neuen Sprache ist das Erste, das jeder für sich selbst tun sollte. Selbstverständlich müssen Trainees sich fachlich einarbeiten, um eine erste Idee von den Themengebieten im Ausland zu bekommen. Hier können Gespräche mit Experten am Heimatstandort für einen Abgleich hilfreich sein. Der dritte Bereich betrifft den Austausch mit anderen, die am Einsatzort schon Erfahrungen gesammelt haben. Persönlich oder über soziale Medien können Trainees Kontakte zum Erfahrungsaustausch ansprechen. Wichtig ist, selbst Verantwortung zu übernehmen und fachliche wie persönliche Ziele im Vorfeld zu definieren und mit dem Mentor abzusprechen.

Worum geht es in der Auslandsstation?

Hier geht es neben dem Aufbau und der Vertiefung von fachlichen und methodischen Kompetenzen insbesondere darum, den Blick der Auslandsstandorte für die Zusammenarbeit mit dem Hauptsitz zu bekommen und für deren Herausforderungen sensibilisiert zu werden. Da gerade eine herausfordernde Situation ein tiefergehendes Lernen ermöglicht, ist es entscheidend, sich im Vorfeld Gedanken darüber zu machen, welches die persönlichen  Lernfelder sind. Ein vorheriger Austausch mit den Personen, die das Traineeprogramm begleiten, ist insoweit unabdingbar.

Vorausgesetzt der Trainee kann über den Ort des Auslandsaufenthalts mitbestimmen – von welchen Kriterien sollte er sich bei der Wahl des Ziels leiten lassen?

Häufig möchten junge Menschen in ein englischsprachiges Land, um die Sprache zu perfektionieren. Das ist gut nachvollziehbar. Gleichzeitig kann ein Auslandsaufenthalt die Möglichkeit bieten, sich auf völlig neues Terrain zu wagen. Zum Beispiel einen Standort auszuwählen, der noch nicht so stabil aufgebaut ist, um Freiraum zu bekommen, sich als Trainee stärker selbst einzubringen. Wer sich das zutraut, geht schon einen mutigen Schritt.

Welchen Tipp haben Sie für Trainees während des Auslandsaufenthalts?

Der Auslandsaufenthalt sollte als Prozess betrachtet werden. Ausgangssituation ist die Definition der fachlichen und persönlichen Ziele und die Abstimmung mit Mentoren und Ansprechpartnern im Ausland. Vor Ort gilt es, diese Ziele im Auge zu behalten. Sehr wichtig ist, dass der Trainee regelmäßig Kontakt zu seinem Heimatstandort hält. Das erleichtert den Wiedereinstieg nach der Zeit im Ausland. Zurück in der Heimat sollte ein Reflexionsgespräch mit dem Mentor erfolgen. Zusammengefasst empfehle ich den Trainees: Unbedingt Kontakt zum Heimatland halten sowie Neues wagen und mutig sein.

Prof. Dr.-Ing. Christine Wegerich, Lehrstuhl strategisches Personal­management und -entwicklung an der HAW Würzburg-Schweinfurt


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