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Als Trainee richtig bewerben

Wie läuft das Auswahlverfahren eines Traineeprogramms ab? Was ist beim Bewerbungsprozess zu beachten? Antworten gibt's hier

Der Einstieg ins Berufsleben ist nicht leicht. Es gibt mehrere Möglichkeiten, in den ersten Job zu starten: per Direkteinstieg, mit einem Traineeprogramm oder im Anschluss an ein erfolgreiches Praktikum. Gerade Traineeships erfreuen sich immer größerer Beliebtheit – verbinden sie doch einen hohen Praxisanteil mit einem abwechslungsreichen Aufgabenfeld. Kein Wunder also, dass die Anzahl der Bewerber hoch ist und viele Unternehmen mehrere hundert Bewerbungen pro Stelle erhalten. Um einen der begehrten Plätze zu ergattern, gibt es demnach einiges zu beachten.

Wie passe ich zum Unternehmen?

In einer Traineebewerbung ist es laut Ralf Völlmert, Leiter Geschäftsbereich Engineering Services bei M Plan, besonders wichtig, herauszustellen, warum der Bewerber explizit dieses Unternehmen als potenziellen neuen Arbeitgeber ausgewählt hat. Außerdem sollten Interessierte klar machen, welche besonderen Skills sie in das Unternehmen einbringen können. Auf was Völlmert sonst noch wert legt? »Die Bereitschaft, sich auf etwas Neues einzulassen, Herausforderungen anzunehmen und Leistung zu zeigen, muss in der Bewerbung authentisch zum Ausdruck kommen.« All diese Faktoren zeugen von einem hohen Interesse für die Stelle. Bei Traineeprogrammen mit einem obligatorischen Auslandsaufenthalt empfiehlt Julian Wahler, HR Business Partner bei medi, Sprachkenntnisse und Auslandserfahrungen hervorzuheben. Letzteres können Bewerber durch ein internationales Praktikum oder ein Auslandssemester nachweisen. Auch die Frage, was Kandidaten mitbringen, um das Traineeprogramm zu einem Erfolg zu machen, sollte Wahler zufolge unbedingt beantwortet werden. Die BayernLB bringt weitere Kriterien ins Spiel, die zukünftige Trainees in ihrer Bewerbung beachten sollten: »Aus der Traineebewerbung sollte hervorgehen, dass der Bewerber sich nicht bereits vor Beginn des Traineeprogramms auf ein eindeutiges Tätigkeitsfeld festgelegt hat, sondern diesen Fokus erst im Laufe des Traineeprogramms konkretisieren möchte«, so Gabriele Dorfmeister, Personalentwicklerin bei der BayernLB. Außerdem sei es bei Traineebewerbungen besonders wichtig, digitale Kompetenzen zu besitzen, da diese im Zuge wandelnder Anforderungen wie der digitalen Transformation immer mehr an Bedeutung gewinnen.

Ein Test auf Herz und Nieren

Das Auswahlverfahren für Traineeprogramme ist oftmals komplexer, als das bei ›klassischen‹ Bewerbungen der Fall ist. Bei M Plan etwa folgt auf die Bewerbung erst ein Telefoninterview. Wurde dies erfolgreich gemeistert, steht als nächster Schritt ein persönliches Bewerbungsgespräch an. Ein eintägiges Assessment schließt den Bewerbungsprozess ab. Gerade Assessment Center sind ein beliebter Bestandteil von Trainee-Auswahlverfahren und haben den Zweck, die Persönlichkeit des Bewerbers zu testen. In der Regel musst du dort unter anderem Präsentationen halten, Rollenspiele umsetzen und Fallstudien bearbeiten. Da diese Aufgaben meist in Gruppen bewältigt werden, steht zusätzlich noch deine Teamfähigkeit auf dem Prüfstand. Vergleichbar mit dem Auswahlverfahren von M Plan ist das von medi: »Nach dem Prüfen der Unterlagen folgt ein Telefoninterview. Verläuft es gut, lernen wir den Kandidaten persönlich kennen«, erzählt Wahler. Dort muss der Bewerber neben dem klassischen Gespräch eine Praxisaufgabe lösen. Eine schnelle Bewerbungsphase erwartet die Kandidaten bei der BayernLB: »Wenn uns die Bewerbung überzeugt, erhält der Absolvent eine Einladung zu einem Auswahltag. Danach erfolgt auch schon die Zu- oder Absage zum Traineeprogramm«, so Dorfmeister. Im Erfolgsfall kann das Berufsleben dann endlich starten.

 


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