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Was ist Was: Trainee- und Graduate-Programm

Diese Formen von Trainee- oder Graduate-Programmen gibt es und so sind sie aufgebaut

Trainee- und Graduate-Programm

Definition Firmen bilden mittels Trainee- und Graduate-Programmen ihren Führungskräftenachwuchs aus. Die Programme gliedern sich in drei Phasen: Einführung, Qualifizierung und Spezialisierung. In der Einführungsphase lernen die Einsteiger das Unternehmen kennen. Im Anschluss daran erhalten sie einen Einblick in die unterschiedlichen Fachabteilungen und arbeiten an eigenen Aufgaben und Projekten. Zum Schluss sind Trainees und Graduates in dem Bereich tätig, in dem sie später auch arbeiten wollen.

Nutzen Durch die Mitarbeit am Tagesgeschäft, Projektarbeiten und Schulungen lernen Trainees den Arbeitsablauf in unterschiedlichen Abteilungen sowie die Organisationsstruktur des gesamten Unternehmens kennen. Sie knüpfen ein unternehmensweites Netzwerk, lernen, abteilungsübergreifend zu denken und im Sinne des gesamten Unternehmens zu handeln.

Dauer Trainee- und Graduate-Programme dauern in der Regel zwölf bis 24 Monate. In den einzelnen Abteilungen, die die Einsteiger durchlaufen, arbeiten sie jeweils einige Wochen oder Monate.

Internationalität In vielen Traineeprogrammen ist vor der Spezialisierung auch ein Auslandsaufenthalt geplant. Dadurch fördern die Unternehmen die interkulturellen Kompetenzen ihrer Trainees und Graduates.

Auswahl Interessenten erkennen ein gutes Trainee- oder Graduate-Programm daran, dass alle Einzelstationen sowie Auslandsaufenthalte aufgelistet sind. Weitere gute Indizien: Weiterbildungsmöglichkeiten und ein Mentor.

Mentoren Das sind erfahrene Fach- oder Führungskräfte, die den Einsteigern als Ansprechpartner und Ratgeber zur Seite stehen.

Zukunftsaussichten Die Ausbildung von Trainees und Graduates ist für Unternehmen zeit- und kostenintensiv. Neben der Einarbeitung und Betreuung übernehmen sie meist die Kosten für Reisen und Weiterbildungen. Daher wollen sie ihre Trainees und Graduates auch langfristig an das Unternehmen binden.

Personalauswahlverfahren Absolventen, die sich für ein Traineeprogramm bewerben, müssen meist verschiedene Auswahlverfahren überstehen. Ein Beispiel ist das Assessment Center. Dabei geben die Teilnehmer ihre fachlichen und zwischenmenschlichen Kompetenzen zum Besten – etwa in Präsentationen, Fallstudien, Gruppendiskussionen, Rollenspielen oder Leistungstests.

Arbeitsvertrag In seriösen Arbeitsverträgen findest du alle wichtigen Informationen zum Arbeitsverhältnis. Sie beinhalten etwa die Dauer des Arbeitsverhältnisses, das Gehalt, die Arbeitszeit, den Aufgabenbereich, die Kündigungsfrist, den Urlaubsanspruch, die Überstunden- und Krankheitsregelungen sowie die Haftungs- und Verschwiegenheitserklärung.

Vorteil Der entscheidende Vorteil eines Traineeprogramms liegt in der umfassenden Ausbildung durch die Arbeitsplatzrotation. Dadurch lernen die Einsteiger nicht nur viele Mitarbeiter, sondern auch Entscheidungsträger kennen. Ein klarer Pluspunkt in Bezug auf die Aufstiegsmöglichkeiten!

Fachtraineeprogramm

Definition Fachtraineeprogramme unterscheiden sich im Wesentlichen durch einen Punkt von klassischen Trainee- und Graduate-Programmen: Sie haben einen inhaltlich definierten Schwerpunkt, der sich durch das gesamte Programm zieht. Anders als beim herkömmlichen Programm durchlaufen die Einsteiger schon in der Qualifizierung nur die Abteilungen des Unternehmens, die für ihren Schwerpunkt relevant sind.

Zielgruppe Ein Fachtraineeprogramm eignet sich besonders für Absolventen, die genau wissen, wie ihre berufliche Zukunft aussehen soll. Meist haben sie sich schon während des Studiums auf einen bestimmten Schwerpunkt spezialisiert. Übrigens: Mittlerweile sind die meisten Traineeprogramme Fachtraineeprogramme.

Trainee-Studium

Definition Wer studiert und gleichzeitig ein Traineeprogramm absolviert, macht ein Traineestudium. Es ist mit einer dualen Berufsausbildung vergleichbar – aber: auf noch höherem Niveau!

Dauer Der Trainee-Vertrag ist für die gesamte Dauer des Studiums gültig. Daher schreiben die Trainees ihre Abschlussarbeit normalerweise auch in dem Unternehmen, mit dem sie den Vertrag abgeschlossen haben.

Auswahl Aktuell gibt es nur wenige Hochschulen, die Traineeprogramme in Kooperation mit großen Firmen anbieten. An der FOM Hochschule in Nürnberg ist das zum Beispiel möglich, etwa in den Bereichen Banking & Finance, Wirtschaftsinformatik oder Wirtschafts-psychologie.

Vorteil Es gibt zwei entscheidende Vorteile, die Traineestudenten gegenüber ›normalen‹ Studenten haben: Zum einen übernimmt das Unternehmen die Studienkosten und zahlt dem Trainee ein monatliches Gehalt. Zum anderen sammeln die Studenten schon während des Studiums praktische Erfahrungen, weil sie meist während der Semesterferien für das Unternehmen arbeiten. Eine gute Vorbereitung auf das spätere Tätigkeitsfeld.

Nachteil Weil Traineestudenten in den Semesterferien arbeiten, haben sie – anders als ›normale‹ Studenten – pro Jahr nur 24 bis 30 Urlaubstage.

Verpflichtung Die Verträge beinhalten meist eine Klausel, die den Studenten nach dem Hochschulabschluss für einige Jahre an das Unternehmen bindet.


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