Mentor hilft Trainee
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Trainee-Programm - Wie und warum es dir beim Berufseinstieg hilft

Als Trainee ist die Arbeitswelt noch Neuland für dich. Umso besser, wenn dir ein erfahrener Mitarbeiter mit Rat und Tat zur seite gestellt wird - und selbst auch noch etwas davon hat

»Idealerweise ist der Mentor Vorbild, Karrierecoach, Moderator, Berater, Katalysator und Türöffner in einem«, sagt Editha Schölermann, Personalentwicklung Konzern bei Jungheinrich. Diese Beschreibung allein zeigt, was Mentoren alles leisten sollten. Über den Zeitraum eines Traineeprogramms prasseln viele Fragen auf den Mentor ein – verständlich, denn für Trainees ist das Arbeitsleben noch Neuland. Doch der Aufwand ist es wert: Dass immer mehr Unternehmen ihren Trainee-Schützlingen einen erfahrenen Mitarbeiter an die Seite stellen, ist zu einem echten Erfolgsrezept geworden, von dem beide Parteien profitieren.

 

Vorteile für alle

 

So auch bei der Commerzbank, deren Mentoren erfahrene Führungskr.fte sind. Wie sie die Trainees konkret unterstützen? Sowohl durch Gespräche als auch mit konkreten Tipps und Anleitungen – außerdem vermitteln sie Kontakte und ermöglichen den Trainees Zugang zu Netzwerken. Die Vorteile für Mentor als auch Trainee liegen auf der Hand: Die Trainees erhalten Rat sowie wertvolles Feedback und profitieren vom großen Erfahrungsschatz ihres Betreuers. Der Mentor dagegen erweitert seinen Horizont durch den regelmäßigen Austausch mit Nachwuchskräften mit einem jungen Mindset, profitiert von frischem Fachwissen, schult seine sozialen Kompetenzen und erhält ein Gefühl der Erfüllung, da er sein Wissen mit anderen teilt. »Zudem geschieht das alles außerhalb der klassischen ›Vorgesetzter zu Mitarbeiter‹-Beziehung«, bilanziert Petra von Eichel-Streiber, Abteilungsleiterin Rekrutierung bei der Commerzbank.

 

Aus Mentor wird Pate

 

Einen anderen Namen für das Mentoring benutzt dagegen die Lebensmittel-Einzelhandelskette Kaufland. Dort werden die Trainees in sogenannten Patenschaften betreut, die Grundideen bleiben aber die gleichen: »Gerade in der Anfangszeit ist es wichtig, neben dem Vorgesetzten eine Bezugsperson zu haben, an die sich der Trainee bei allen Fragen vertrauensvoll wenden kann – und die die Integration des Trainees in den Zielbereich fördert«, so Sandra Jörke aus der Personalentwicklung bei Kaufland. Diese Rolle übernehme der Pate, der aus der zukünftigen Abteilung des Trainees kommt. Zudem unterstützt er den Trainee dabei, ihn schon während des Traineeprogramms auf die Übernahme einer attraktiven Zielposition vorzubereiten.

 

Mitarbeiter bleiben länger

 

Und die Unternehmen selbst? Auch sie ziehen ihren Nutzen aus dieser Beziehung. »Für das Unternehmen ist der größte Vorteil die Mitarbeiterbindung: Denn erfahrungsgemäß bleibt ein Trainee länger im Unternehmen, wenn er sich gut betreut fühlt«, meint Thomas Kreil, Leiter People & Organisational Development bei der Interhyp Gruppe. Die Interhyp Gruppe stellt sogar Mitarbeiter aus dem Senior Management an die Seite der Trainees mit dem Ziel, sie bei ihrer Persönlichkeitsentwicklung zu unterstützen. Diese können dank ihrer Erfahrungen andere Perspektiven einbringen und neue Denkanstöße geben. Trotz aller positiven Aspekte ist der entscheidende Punkt die Motivation des Mentees. Für sie ist wichtig, die Beziehung ernst zu nehmen und konkret zu wissen, was sie selbst vom Mentorenprogramm erwarten – denn nur dann kann die Erfolgsgeschichte weitergehen.

 


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