Comic: Mann mit Telefon fliegt über Landkarte

Traineeprogramme bei Wirtschaftsprüfungs- und Consultingunternehmen

Vier Trainees aus drei Unternehmen erzählen, worum sie sich gerade für diesen Karriereweg entschieden haben.

Geneigter Leser, falls du gerade in der Endphase deines Studiums steckst und sich die Fragen nach dem ›Und?‹ häufen, du aber immer noch nicht genau weißt, ob ein Traineeprogramm bei einem Wirtschaftsprüfungs- oder Consultingunternehmen das Richtige für dich ist, dann nimm dir jetzt ein paar Minuten, mach es dir gemütlich und lies, warum sich Beate Kram, Fabian Gareis, Christoph Morbach und Bastian Brüx genau dafür entschieden haben. Die vier absolvieren bei drei Unternehmen ihr Traineeprogramm und gehen ihren Karriereweg aus ganz bestimmten Gründen.

EY: Traineeprogramm AuditPlus mit Aufenthalt in Santiago de Chile

Beate Kram beispielsweise hat EY bereits während eines Praktikums in der Stuttgarter Niederlassung kennengelernt und ihre Diplomarbeit im Internationalen Wirtschaftsrecht in Zusammenarbeit mit der Indirect Tax bei EY Düsseldorf erstellt. Dass sie sich nach Abschluss ihres Studiums für das Unternehmen entschieden hat, lag nicht nur an den Organisationsstrukturen und dem angenehmen Umgang der Kollegen untereinander, sondern auch daran, dass sie im Rahmen des Traineeprogramms AuditPlus Erfahrungen im Ausland sammeln und mehr Abteilungen als die Audits kennenlernen konnte und dank der internen Abteilungswechsel nicht gleich zu Anfang ihres Berufslebens an eine bestimmte Richtung gebunden war.

18 bis 19 Monate dauert das Programm, das in sechs Monate Audit, je drei Monate Auslandsphase und Inlandsphase in einer anderen Service Line außerhalb der Assurance und anschließend in sechs weitere Monate Audit aufgeteilt ist. Die größte Herausforderung für die 25-Jährige war dabei die Auslandsorientierungsphase in Santiago de Chile: »Obwohl ich während des Studiums bereits in Buenos Aires war, musste ich mich in Chile erst zurechtfinden, da die ›Uhren in Südamerika anders ticken‹«, sagt Kram und erklärt weiter, dass sie zwar fließend Spanisch spreche, sie sich aber an das chilenische Spanisch erst noch habe gewöhnen müssen.

Wie auch an die neue Abteilung. Plötzlich war sie die Spezialistin und hat mit Unterstützung der Kollegen die Prüfung von Derivaten gemeistert.

Gute Übernahmechancen nach Ende des Traineeprogramms

Reicher an Erfahrungen stehen ihr dabei nach Beendigung des Programms alle Möglichkeiten offen, wie sie sagt: »Normalerweise wird man als Trainee übernommen und bekommt eine Festanstellung.«

Auch Krams Kollege Fabian Gareis hat einen unbefristeten Vertrag in der Tasche. Der 24-Jährige absolviert aktuell das Traineeprogramm AdvisoryPlus. In 19 Monaten werden Gareis, der an der OTH Regensburg BWL mit Schwerpunkt Steuern und Wirtschaftsprüfung studiert hat, Inhalte aus der Wirtschaftsprüfung und der IT-Prüfung vermittelt: »Dabei bestehen meine Hauptaufgaben im Bereich der IT-Prüfung darin, die Prozesse des Mandanten und die darauf ausgerichteten Prüfungstätigkeiten aufzunehmen und zu verstehen.« Derzeit befindet er sich in seinem dreimonatigen Auslandsaufenthalt in New York, arbeitet dort an verschiedenen Projekten mit und baut sein internationales Netzwerk weiter aus.

Trainee bei Deloitte im Bereich FSI Assurance

Unabhängig davon, in welchen Bereichen die Trainees ihre Ausbildung absolvieren, gemeinsam ist ihnen allen, dass sie den Fokus darauf legen, vielfältige Erfahrungen sammeln zu können. Auch Diplom-Ökonom Christoph Morbach kann dies uneingeschränkt bestätigen: »Die Möglichkeit, die verschiedenen Teilbereiche des Unternehmens kennenzulernen, ohne mich festlegen zu müssen, hat mir sehr dabei geholfen, mich persönlich und fachlich zu orientieren und differenziertes Fachwissen aufzubauen.« Der 29-Jährige war Trainee im Bereich FSI Assurance bei Deloitte. Im Mittelpunkt des zweijährigen Programms stand der Aufgabenbereich der Wirtschaftsprüfung und das damit verbundene Fachwissen: »Generell war die Ausbildung sehr praxisorientiert und hat insbesondere den Einsatz beim Mandanten gefördert.«

Sein Studienschwerpunkt der Ökonometrie war ihm dabei sehr hilfreich, denn dank diesem konnte er ein Grundverständnis für quantitative Fragestellungen entwickeln, allerdings haben sich innerhalb des Programms auch juristische und aufsichtsrechtliche Fragestellungen wiedergefunden.

Er sei ständig mit unterschiedlichen Themenfeldern sowie Fragestellungen in Berührung gekommen und arbeitete dauerhaft mit wechselnden Teams. Aber genau das sieht Morbach auch heute noch als Pluspunkt: »Auf diese Weise habe ich verschiedene Ansichten der Kollegen und neue Ideen kennengelernt.« Insgesamt hat er drei unterschiedliche Bereiche durchlaufen, die ihm bereits in der Anfangszeit viele Kontakte und diverse Karriereverläufe ermöglichten: »Hinzu kamen unternehmensweit gemischte Projektteams, durch die automatisch ein großes Netzwerk gebildet wurde.«

Teamfähigkeit ist ein Muss für Trainees

Dabei setzt eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit den unterschiedlichsten Kollegen eines voraus: Teamfähigkeit. »Unentbehrlich«, wie Morbach betont. Ansonsten sei es schwierig, konkrete Fähigkeiten zu benennen, die Interessierte mitbringen sollten: »Bei Deloitte arbeiten viele BWLer, aber auch VWLer, Juristen und Naturwissenschaftler. Eine gewisse Zahlenaffinität sollte ebenso vorhanden sein wie die Bereitschaft, sich mit neuen Themen und Aufgaben auseinanderzusetzen.«

»Auch ein Interesse am Menschen ist wichtig«, erklärt Bastian Brüx von der Trainee-Schulungsgruppe Februar 2015 von Horbach: »In diesem Beruf hat man täglich mit vielen verschiedenen Personen zu tun und muss sich auf diese einstellen.« Eine offene Persönlichkeit sollte man haben und auf Menschen zugehen können.

Und wie sieht es mit den fachlichen Eigenschaften von etwaigen Trainees in spe aus? Die fachlichen Inhalte werden teilweise in den Akademien vermittelt – allerdings sei eine wirtschaftliche Orientierung von Vorteil, sagt der 26-Jährige, der an der FH Köln BWL studiert hat und gerade ein Traineeprogramm absolviert. Nicht ohne Grund hat er sich für Horbach entschieden: »Zwischen den Praxisphasen im Büro und den Schulungen in der Akademie werden die Trainees sowohl fachlich als auch vertrieblich intensiv auf ihren zukünftigen Beruf vorbereitet. Dieser Wechsel ist sehr förderlich, um die Zusammenhänge und Vorgehensweisen zu verstehen.«

Gutes Team: Trainee und Mentor

Dabei bekommt jeder Trainee einen Mentor an die Seite gestellt. Dieser begleitet den Einsteiger, arbeitet ihn ein und hilft bei jeglichen Fragen. Außerdem zeichne Transparenz das Programm aus: »Jeder hat seine Karriere selbst in der Hand. Grundvoraussetzung für den Erfolg eines guten Beraters ist eine konsequente Aus- und Weiterbildung, die in Form von regelmäßigen Schulungen und Fachseminaren erfolgt Denn sowohl die Marktanforderungen und Produktwelten als auch der individuelle Beratungsbedarf jedes Kunden bedingen Markt-Know-how und Fachwissen. Je besser ein Berater fachlich ausgebildet ist, desto qualifizierter ist seine Beratungsleistung – und desto zufriedener sind seine Kunden und werden ihren Berater immer wieder in Finanz- und Vorsorgefragen konsultieren. So funktioniert das Karriereprinzip bei Horbach: Leistungsorientiert und gleichberechtigt, denn Frauen und Männer haben exakt dieselben Karriere- und Verdienstchancen.«

Für einen langfristigen Beratungserfolg ist die schon erwähnte Offenheit gegenüber Menschen von Vorteil, denn »in finanziellen Angelegenheiten sind viele Menschen skeptisch. Es ist eine Herausforderung, potenzielle Kunden mit einer guten Beratungsleistung beim Erreichen ihrer Ziele zu unterstützen«, beschreibt Brüx und fügt an, dass er stets von den Erfahrungen der Kollegen lernen kann. Nach einem Jahr profitiert der Trainee auch von der Vielfalt in seiner Ausbildung, indem ihm mehrere Möglichkeiten nach Programmende offenstehen und er wählen kann, ob er als Berater, als Spezialist für Investment, Immobilien oder betriebliche Altersversorgung, als Mentor, Partner oder Senior Partner tätig werden beziehungsweise ein Duales Studium anschließen möchte. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es wahrlich viele Möglichkeiten für Karrieren bei Wirtschaftsprüfern gibt. Es gilt jetzt nur noch, die persönliche Antwort auf das ›Und?‹ zu finden.


Anzeige

Anzeige