Einkaufskorb mit Fairtrade-Produkten
TransFair e.V.

Fairtrade bewegt

Fairtrade verbindet Konsumenten, Unternehmen und Produzentenorganisationen und verändert Handel(n) durch bessere Preise für Kleinbauernfamilien, sowie menschenwürdige Arbeitsbedingungen für Beschäftigte auf Plantagen in Entwicklungs- und Schwellenländern.

Die Fairtrade-Standards sind das Regelwerk, das Kleinbauernorganisationen, Plantagen und Unternehmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette einhalten müssen und Handel(n) verändert. Sie umfassen soziale, ökologische und ökonomische Kriterien, um eine nachhaltige Entwicklung der Produzentenorganisationen in den Entwicklungs- und Schwellenländern zu gewährleisten. Die Fairtrade-Standards beziehen sich dabei unter anderem auf die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte und eine Vielzahl internationaler Abkommen und bringen diese in die Form konkreter, überprüfbarer Kriterien.


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Das Fairtrade-Siegel

Das Fairtrade-Siegel kennzeichnet Waren, die aus fairem Handel stammen und bei deren Herstellung bestimmte soziale, ökologische und ökonomische Kriterien eingehalten wurden. Es steht für fair angebaute und gehandelte Produkte: alle Zutaten eines Produktes, die unter Fairtrade-Bedingungen erhältlich sind, müssen Fairtrade-zertifiziert sein. Dies gilt auch für Mischprodukte (zum Beispiel Schokolade oder Eiscreme). Dies ermöglicht den Kleinbauernkooperativen stabilere Preise sowie langfristigere Handelsbeziehungen. Sowohl Bauern als auch Beschäftigte auf Plantagen erhalten eine zusätzliche Prämie für Gemeinschaftsprojekte. Die Standards enthalten darüber hinaus Kriterien zu demokratischen Organisationsstrukturen, Umweltschutz und sicheren Arbeitsbedingungen.

Fairtrade-Produzenten

Bauern und Arbeiter auf der ganzen Welt sorgen dafür, dass wir in Supermärkten täglich ein umfangreiches Lebensmittelangebot vorfinden. Sie tragen nach wie vor zu 70 Prozent der Nahrungsmittelversorgung weltweit bei. Landwirtschaft ist die bedeutendste Einkommens- und Beschäftigungsquelle für arme Haushalte in ländlichen Gebieten, 40 Prozent der gegenwärtigen Weltbevölkerung bestreitet aus ihr ihren Lebensunterhalt.

Das weltweite Handelssystem sorgt jedoch dafür, dass die Vorteile des Welthandels ungerecht verteilt sind. Die Menschen am Anfang der Lieferkette in Entwicklungs- und Schwellenländern haben mit schlechteren Ausgangsbedingungen, weniger Einfluss und prekäreren Arbeits- und Lebensverhältnissen zu kämpfen.

Außerdem sind kleinbäuerliche Betriebe vom Klimawandel am härtesten betroffen. Nutzflächen in der Größenordnung von 12 Millionen Hektar pro Jahr werden wegen Wüstenbildung und Dürre unbebaubar. Bereits ein geringer Temperaturanstieg von einem Grad Celsius führt zu Ernteeinbußen von fünf bis zehn Prozent für die verbreitetsten Getreidearten. In den letzten zehn Jahren des 20. Jahrhunderts lebten 99 von 100 Menschen, die in klimabedingten Naturkatastrophen ums Leben kamen, in ärmeren Ländern.

Fairtrade ermöglicht es Produzenten aus Afrika, Asien und Lateinamerika, zu einer einflussreichen Kraft für Veränderungen in ihrem Umfeld zu werden und selbstbestimmt ihre Zukunft zu gestalten. Mehr Infos dazu findest du hier.

Fairtrade-Produkte

Die Vielfalt ist enorm: Von Kaffee, Kakao, Bananen oder Baumwolle über Saft, Tee, Reis, Honig, Zucker und Wein bis hin zu Schnittblumen und Gold – bei all diesen Produkten macht Fairtrade einen Unterschied für die Menschen, die uns täglich den Tisch damit decken.

Kaffee zum Beispiel ist das wichtigste Agrargut im globalen Nord-Süd-Handel und nach Erdöl weltweit der zweitwichtigste Exportrohstoff. Kaffee als ehemaliges ›Kolonialprodukt‹ zeigt die unfairen Bedingungen am Weltmarkt besonders gut auf, und ist der Pionier unter den Fairtrade-Produkten.

Mit dem Kauf von Fairtrade-Kaffee leisten Verbraucher einen wertvollen Beitrag zur Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen von Kaffeebauernfamilien in Ländern des globalen Südens und tragen zur Förderung des Umweltschutzes bei. Die Kaffeekooperativen werden auch bei der Anpassung an die veränderten klimatischen Bedingungen, die der Klimawandel versursacht, unterstützt. Mehr Informationen zu Fairtrade-Produkten und wo sie erhältlich sind, gibt es hier.

Fairtrade-Universities

Im gesamten Bundesgebiet gibt es Universitäten und Hochschulen, die sich für die Förderung des fairen Handels einsetzen. Sie wurden von TransFair bereits mit dem Titel ›Fairtrade-University‹ ausgezeichnet.

Bewerben können sich alle deutschen Hochschulen wie private und staatliche Universitäten, Fachhochschulen oder Akademien. Eine Liste der Fairtrade-Universities findest du hier.

Fairtrade stärkt Frauen

Fairtrade hat es sich zum Ziel gemacht, die Position der Frauen in Produzentenländern zu stärken, sie zu aktiven Gestalterinnen des Arbeits- und Familienlebens in ihren Gemeinden zu befördern und somit nach und nach die althergebrachten Rollenklischees von Männern und Frauen zum Wohle der gesamten Gesellschaft aufzubrechen.

Neben den in den Fairtrade-Standards verankerten Vorgaben zu Geschlechtergerechtigkeit und dem Verbot von Diskriminierung jeglicher Art, hat Fairtrade 2016 zusätzlich eine Gender-Strategie verabschiedet: Mit gezielten Maßnahmen wird die Stärkung von Frauen noch enger an den lokalen Lebensumständen der Produzentinnen ausgerichtet und durch Frauen – und Männer! – gemeinsam umgesetzt.

Nach Schätzungen der UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) könnte die Zahl der unterernährten Menschen um 100 bis 150 Millionen reduziert werden, wenn die Ungleichheit der Geschlechter im Agrarsektor beseitigt würde.

Nach aktuellen Schätzungen wird etwa 43 Prozent der landwirtschaftlichen Arbeit weltweit von Frauen geleistet, in sehr armen Ländern bis zu 70 Prozent. Ihre Gestaltungsmöglichkeiten sind jedoch gering, da sie oft kein Land besitzen und ihnen der Zugang zu Krediten, technischer Unterstützung und Informationen fehlt. Frauen leisten oft die Hauptarbeit, besitzen aber wenig Rechte – zum Schaden der Gemeinschaft. Während Frauen ihr verdientes Geld etwa zu 90 Prozent für die Ernährung der Familie und die Ausbildung der Kinder verwenden, sind es bei den Männern im Schnitt nur 30 Prozent.

Auch in Fairtrade-Organisationen ist die Gleichstellung von Mann und Frau nicht zufriedenstellend. Nur 25 Prozent der Kleinbauern und Arbeiter sind weiblich.

Daher stärkt Fairtrade Frauen innerhalb ihrer Organisationen und fördert ihre gleichberechtigte Teilhabe an Prozessen und Entscheidungen. Der Fairtrade-Ansatz zur Reduzierung des Geschlechterungleichgewichts kann unter dem Begriff ›empowerment‹ zusammengefasst werden. Frauen erfahren eine individuelle Förderung, um sozial, finanziell und physisch selbstbestimmter handeln zu können.

Wer neugierig geworden ist auf aktuelle Aktionen, um Frauen zu stärken, findet hier weitere Informationen.

 

Ein Gastbeitrag von TransFair e.V.