Türkise Wellen brechen mit weißer Gischt am Sandstrand.
(c) Sasha Stories/unsplash

Arbeiten und Reisen verbinden als Digital Nomad

Für immer Urlaub: Der Traum vieler Studierender. Wie das geht? Als Digital Nomad. Alle Infos und Tipps von zwei Digitalnomaden hier

Morgens eine Runde Surfen, arbeiten umgeben von interessanten Personen aus aller Welt und anschließend bei exotischen Cocktails abschalten und den Feierabend am Strand ausklingen lassen – so die Vorstellung eines Tags als Digital Nomad. Doch was bedeutet Digitaler Nomade sein wirklich?

Unvergleichliche Erlebnisse

Felicia und ihr Freund Marcus reisen seit sechs Jahren zum Arbeiten um die Welt, Geldsorgen hatten sie seitdem keine: »Das Gute ist ja gerade, dass wir als Digitale Nomaden die Möglichkeit haben, von unterwegs aus zu arbeiten und Geld zu verdienen – als Unternehmer oder Freelancer. Daher müssen wir uns keine Gedanken machen, dass das Geld mal knapp wird.« 27 Prozent der Digitalnomaden verdienen monatlich zwischen 1.000 und 2.000 US-Dollar. Durchschnittlich werden davon 1.285 USD für Wohnen (660 USD), Essen (375 USD) und Unterhaltung (250 USD) wieder ausgegeben.

Unbezahlbar sind aber die vielen neuen Erfahrungen, die unbekannten Menschen und Lebensweisen, die du unterwegs kennenlernst, und die Sonnenuntergänge an wunderschönen Stränden. Es ist ein großer Luxus, dort zu arbeiten, wo andere Urlaub machen. Auch wenn du arbeiten musst, um dein Leben und die Reisen zu finanzieren, wirst du dich unglaublich frei fühlen, wenn du selbst entscheidest, wo du leben und arbeiten willst – und wie lange du bleibst bevor du weiter ziehst.

45 Prozent der Digitalen Nomaden arbeiten in Asien, vor allem in Thailand und Indonesien. Fast die Hälfte von ihnen reist alle ein bis drei Monate weiter an den nächsten Ort. »Es gibt so viele schöne Momente. Am glücklichsten bin ich beim Kitesurfen auf der Lagune im Nordosten von Brasilien: Viel Sonne, leckere Früchte aus dem Regenwald und ganz viel Wind«, beschreibt Felicia ihre Glücksmomente.

Heimweh und Beziehungen

So schön diese Erlebnisse sind – irgendwann kommt Heimweh auf, vor allem nach Familie und Freunden. Denn so frei und ungebunden du als Digitalnomade bist, so schwer fällt es manchmal, Anschluss zu finden. Coworking Spaces können hier Abhilfe schaffen. Dort arbeitest du unter anderen Digital Nomads an deinen Projekten. Oft ergeben sich dadurch Arbeitsgemeinschaften und Freundschaften. Internet, Kaffeemaschine und die nötige Infrastruktur findest du hier auch vor.

Allerdings ziehen die neuen Freunde wie du immer wieder weiter. Felicia und Marcus haben dafür ihre Strategie: »Wir haben verschiedene Homebases weltweit, in denen wir uns mehrere Monate aufhalten. Dort zu leben, ist eigentlich nicht anders als in Deutschland: Jeder macht mal sein Ding, geht zum Sport und trifft Freunde.« Auch Digital Nomad Johannes beruhigt: »In der Heimat tut sich nur sehr wenig, wenn ich sechs Monate unterwegs bin, und auch die Beziehungen zu Freunden und Familie ändern sich kaum.«

Wie an Felicia und Marcus zu sehen, ist eine Beziehung als Digital Nomad möglich – das bestätigt auch eine Umfrage von welance.de: Nach dieser befinden sich 55 Prozent der Digital Nomads in einer festen Beziehung. Johannes erklärt: »Es gibt sehr viele ›Nomaden Pärchen‹, die teilweise sogar mit Kind unterwegs sind. Allerdings sollten beide Partner das Reisen mit dem Arbeiten verbinden können.«

Den Schritt wagen

Doch wie finde ich den Absprung aus dem Alltag daheim zwischen festem Job, Familie und Freunden? Hier lautet die Devise: Einfach ausprobieren. Mindestens sieben Tage Zeit einplanen, Wunschdestination wählen und Unterkunft buchen. Dabei nicht vergessen: Internetverbindung und Schreibtisch. Bei dieser kleinen Auszeit kannst du leicht feststellen, ob du dir ein Leben als Digital Nomad vorstellen kannst.

Die meisten Digital Nomads sind Software Ingenieure, Programmierer, Designer und Texter. 36 Prozent arbeiten als Freelancer, 22 Prozent haben ihr eigenes Start-up gegründet und 19 Prozent sind selbstständig. Die Möglichkeit, ortsunabhängig zu arbeiten, gibt es in vielen Bereichen – wem die Selbstständigkeit zu risikoreich erscheint, kann mit seinem Chef über die Optionen sprechen: Immerhin 19 Prozent der Digitalnomaden sind bei einem Unternehmen angestellt. Hat dich also das Feuer gepackt, schnapp dir deine sieben Sachen und probier's aus.

 

Felicia Hargarten und ihr Partner Marcus Meurer reisen seit 2012. Sie gründeten das DNX Movement, das Digitale Nomaden miteinander verbindet. Felicia betreibt den Blog travelicia.de.

Johannes Völkner begann 2010 seine Reise. Er gründete das Digital Nomad Network – und Nomad Cruise: Eine Schifffahrt zum Netzwerken für Digitale Nomaden. Er betreibt den Blog webworktravel.de.


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