verrückteste Übernachtungsmöglichkeiten
Pascal Willuhn / Quelle: Flickr.com unter CC BY 2.0

Die verrücktesten Übernachtungsmöglichkeiten in Deutschland

Übernachtungstipps von Nord bis Süd: Bezahlbare Unterkünfte, die sich auch Studenten leisten können und die außerdem ziemlich ungewöhnlich sind!

Künstlerisch schlafen in Berlin

Alle Welt zieht es nach Berlin. Ist ja auch so kreativ dort, wa? Einfallslosigkeit kann man den Machern der Propeller Island City Lodge jedenfalls nicht vorwerfen, ihr Hotel ist ein Gesamtkunstwerk. Manches Zimmer hat wellige Böden und schiefe Wände, in anderen stehen Särge statt Betten und in wieder anderen hängen die Möbel von der Decke. Unpraktisch? Vielleicht. Einzigartig? Aber sicher!


Ein Bett in luftiger Höhe - Waldseilgarten in Pfronten

Eine ganz neue Bedeutung bekommt die Floskel vom ›ins Bett klettern‹ in Pfronten. Denn die Übernachtungsmöglichkeiten des dortigen Waldseilgartens sind wahrlich nur für Schwindelfreie geeignet. So werden zum Beispiel Schlafzelte in große Bäume gehängt, Besucher nächtigen dort in durchschnittlich vier Metern Höhe. Noch extremer: Wer will, kann in (oder an?) einer senkrechten Felswand schlafen, »genügend steile Felswände mit 100 – 300 m Höhe«, so der Gastgeber, sind vorhanden. Ob man auch schlafen kann, wenn sich direkt unter dem ›Bett‹ ein mehrere hundert Meter tiefer Abgrund auftut, sei mal dahingestellt.


Längst kein Geheimtipp mehr: Airbnb

Gut, wer auf Reisen geht, wird irgendwann und irgendwo mal schlafen müssen – es sei denn natürlich, er schluckte haufenweise aufputschender Präparate. Aber wer hat eigentlich gesagt, dass es immer ein Hotel/Pension/Hostel-Irgendwas sein muss? Anderereins lebt ja auch irgendwo, und seitdem fast jeder Internet hat, ist es wesentlich leichter geworden, sich nächteweise in Privatwohnungen einzumieten. Airbnb heißt das Startup, das als Schlafplatzbörse zuletzt in vieler Munde war – und ist dabei doch nur ein Anbieter unter mehreren.


In einem Koffer wohnen: Kofferhotel in Lunzenau

Es soll Menschen geben, die auf das Rattern eines Rollkoffers mit Aggressionen reagieren. Aber selbst die könnten problemlos im Kofferhotel in Lunzenau nächtigen. Der überdimensionale Koffer ist ›das weltkleinste Hotel‹ – und mit 15 Euro pro Nacht recht erschwinglich.


Schlafe im Gurkenfass im Spreewald

Viele Flüsse durchziehen den Spreewald, eine hübsche Auen- und Moorlandschaft im Osten der Bundesrepublik. Der Spreewald steht im Zeichen seiner Wasserwege, deshalb nennt ihn mancher gar ›das Venedig Brandenburgs‹. Und: Der Spreewald steht im Zeichen der Gurke. Es gibt die bekannten eingelegten Gurken, um die einst ein ›Gurkenkrieg‹ tobte, ehe die EU die Bezeichnung ›Spreewälder Gurken‹ unter Schutz stellte.

Es gibt einen 250 Kilometer langen Gurkenradweg, dem seine Erfinder – natürlich – eine radelnde Gurke zum Logo gaben, und es gibt im Erholungsort Lübbenau gar zwei Gurkenfässer, die zu Minihotels ausgebaut wurden. Zwei bis vier Personen finden in einem Gurkenfass Platz, pro Nacht kostet die gurkige Angelegenheit 35 Euro.


Übernachten im Iglu auf der Zugspitze

Du findest sie in Andorra, der Schweiz und auf Deutschlands höchstem Gipfel: Igludörfer. Von Januar bis April können Hartgesottene in einem Iglu auf der Zugspitze nächtigen. Oder nennt es: Eispalast, denn das größte Iglu ist 600 (!) qm groß. Um die Gäste bei durchschnittlich -13,8 bis -4,4 Grad warm zu halten, werden sie in Lammfelle und Schlafsäcke gewickelt, dazu werden Glühwein und Käsefondue gereicht. Und Kunst am Bau, verschnörkelte Eisskulpturen nämlich, gibt es auch.


Couchsurfing: Schlafplatz gegen Gesellschaft

Couches sind tolle Möbel, wie dafür geschaffen, sich auf ihnen zu fläzen und friedlich einzuschlafen. Ein Wohlfühlmöbel also, weshalb der Klischeepsychologe seine Patienten zur näheren Hirnbeschau ja auch auf Sofas lädt. Was liegt da näher, als auch andere an der fabelhaften Flauschigkeit des hauseigenen Stück Plüschs teilhaben zu lassen?

Unter dem Motto ›Tausche Schlafplatz gegen Gesellschaft‹ avancierte das Couchsurfen, also das Schlafen auf anderer Leute Couch, zu einem internationalen Trend. Ein Trend, der heute ein wenig von seinem ursprünglichen Spirit verloren hat. Gesurft wird aber immer noch, die einschlägigen Websites findet die Suchmaschine eures Vertrauens.


Ein Bett in einem (ehemaligen) Puff in Hamburg

Von ihren ›sündigen‹ Zeiten ist die Hamburger Reeperbahn längst weit entfernt, jetzt da der alte Kiez dem Tourismus und hochpreisigen Wohnungen gewichen ist. In gewisser Weise ist das Kastanien-Hotel im Herzen St.Paulis als ehemaliges Bordell daher ein Zeichen, dafür aber ein charmantes mit Leopardenmustern und Rotlicht.


Das Ostel: DDR-Flair in Berlin

Die Illusion ist täuschend echt: Alles im Berliner Ostel sieht so aus wie in der ehemaligen DDR – nur nicht so marode. Der Plattenbau in Friedrichshain ist das nach eigener Aussage »ostigste DDR-Design-Hostel Berlins«. Gäste verstauen ihr Gepäck in der Schrankwand ›Karat‹, speisen an Multifunktionstischen und schlafen unter dem Porträt von Ex-Staatschef Erich Honecker. Nur die Technik ist mit W-Lan etc. pp. auf dem Stand der Zeit. Und wer Bewegung braucht, kann im Garten Beachvolleyball spielen – der im real existierenden Sozialismus freilich ganz anders geheißen hätte.


Hinter schwedischan Gardinen: Alcatraz Hotel in Kaiserslautern

Nein, Klaustrophobiker werden sich im Alcatraz Hotel vielleicht nicht wohlfühlen – ist doch das Haus in Kaiserslautern das »erste deutsche Gefängniserlebnishotel«. Vor einigen Jahren kauften zwei Rechtsanwälte die ehemalige Justizvollzugsanstalt mit drei Zellentrakten und verwandelten es mit einigem Aufwand in ein Erlebnis- und Tagungshotel mit immerhin 56 Zimmern und Suites. Dezente Eleganz und Wohlfühlambiente will das Haus bieten, und das sollte es auch, denn: geräumig sind die Zellenzimmer nicht – so wenig wie eine Gefängniszelle eben. Wer es geräumiger mag, bucht deshalb eine der Suiten. Und Krimifans kommen bei einem der regelmäßig stattfindenden Krimidinner auf ihre Kosten.


Lotsenturm / Turmhotel auf Usedom

Seit mehr als hundert Jahren besuchen Sommerfrischler die Seebäder auf Usedom. Auf der Insel verteilt liegen die sogenannten Bernstein- und Kaiserbäder, zwischen ihnen verläuft Europas längste Strandpromenade und über ihnen ragt in Karnin ein 70 Jahre alter Lotsenturm, der inzwischen zum stylischen Turmhotel ausgebaut wurde. Außen braust die Ostsee, doch innen ist alles rund und edel und ruhig.


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