Wohlfühlurlaub in Deutschland
hotel-arabella / Quelle: Flickr.com unter CC BY 2.0

Fünf Vorschläge für Wohlfühlurlaub in Deutschland

Von ooohm! bis Wellness: Wohlfühl-Urlaub für gestresste Studenten. Fünf Tipps von unserer vollkommen entspannten Redaktion

Irgendwie ist der urlaubende Mensch ein komischer Kauz. Da hechelt er von Urlaub zu Urlaub, denkt am letzten Urlaubstag bereits an den ersten im nächsten Jahr und plant und vergleicht wie ein Geistesgestörter, damit der nächste Urlaub noch abwechslungsreicher, spannender, einzigartiger und erzählwürdiger wird. Dummerweise wird dabei oft vergessen, welchen Zweck er eigentlich hat. ›Erholung‹ nennt sich dieser, auch Entspannung genannt.

Auch wenn es – um fair zu bleiben – Menschen gibt, die sich erst dann richtig entspannen können, wenn sie den höchsten Berg des Landes erklommen, das tiefste Tal des Kontinents barfuß durchschritten oder den dritten Abend in Folge den größten Maßkrug der Insel geleert haben. Vergönnt sei es ihnen. Was aber läuft mit denjenigen schief, die sich nichts mehr wünschen als ihre Ruhe, aber sie nicht finden, weil die viele freie Zeit mit viel Aktivität gefüllt werden muss? Wenn hier schon etwas gefüllt werden muss, dann sind das die Reserven der Ruhebedürftigen, damit sie nach der allseits propagierten ›schönsten Zeit des Jahres‹ tiefstentspannt dort weitermachen können, wo sie vorher aufgehört haben. Dabei sind die Möglichkeiten, sich mal richtig hängenzulassen, nicht nur auf die Hängematte auf dem Balkon beschränkt. Selbst wenn das Geld so knapp sitzt, dass die einzig sinnvolle Investition eigentlich die in Nahrungsmittel wäre.
 

Ernteurlaub

Denn glücklicherweise gibt es Bauernhöfe und Almhütten, deren Besitzer sich über helfende Hände freuen, die sie bei der Ernte, bei der allgemeinen Arbeit im Haus, am Hof, im Stall oder im Garten beziehungsweise auf der Almhütte im Servicebereich unterstützen. Getreu dem Motto ›Wie du mir, so ich dir‹ sind für die fleißigen Helferlein Kost und Logis frei. ›Aber was hat Äpfel pflücken, Stall ausmisten, Kühe füttern, Ponys striegeln oder einen Kräutergarten anlegen mit Entspannung zu tun?‹, mag mancher nun ungläubig fragen.

Dies mit der Phrase ›Arbeiten im Einklang der Natur‹ anzupreisen, mag zu einfach klingen, ist es aber nicht. Vor allem diejenigen, die es nur selten aufs Land schaffen, sich aber immer wünschen, an der frischen Luft einer handfesten Arbeit nachzugehen und dabei den Geist schweifen lassen zu können, werden hier nicht nur eine gewisse Befriedigung finden, sondern auch einen klaren Kopf. Dies als eine Art von Spiritualität zu bezeichnen, erscheint nicht allzu abwegig.
 

Schweigekloster

Wer allerdings auf der Suche nach noch mehr spirituellem Input ist und dabei die sprichwörtliche Ruhe braucht, sollte sich überlegen, ob er nicht ein paar Tage im Kloster verbringen möchte. Schweigend. Einfach mal die Fresse zu halten kann nämlich manchmal sehr erholsam sein. Auch oder besonders für notorische Schnatterinchen und Großmäuler.

Ob nun ein paar Tage oder ein, zwei, zwölf Wochen – es gilt, sich für eine gewisse Zeit auf sich selbst zu konzentrieren: Ohne Handy, Laptop, Fernseher, Radio oder Bücher. Sich nicht ablenken zu können, über sich nachzudenken und – im besten Fall – ganz neu wahrzunehmen zu müssen, fällt nicht jedem von Anfang an leicht. Aber ein Versuch ist es allemal wert, allerdings sei noch erwähnt, dass Schweigeklöster nichts für den Life-Style-Touri sind, der nur ein ›bisschen runterkommen‹ möchte.
 

Fasten-Yoga-Meditationsurlaub

Ähnliches gilt für diejenigen, die an einem Fastenurlaub interessiert sind und dabei nicht nur davon träumen, überflüssigen Ballast in Form von Fettpolstern, sondern auch schwere Gedanken loswerden möchten – was bei einer verhauten Prüfung durchaus nötig sein kann. Allerdings ist auch diese Art des Erholens mehr für Menschen gedacht, die spirituellen Erfahrungen gegenüber aufgeschlossen sind.

Neben Fasten, Yoga und Meditation stehen hier häufig auch Schweigezeiten an und sind – je nach Angebot – Wanderungen, Ausflüge, Saunaabende oder Massagen im Programm enthalten. Wer bereits einschlägige Fastenerfahrungen gemacht hat und dabei zur Wildsau mutiert ist, sollte sich aber gut überlegen, ob er dies den anderen Teilnehmern zumuten möchte.
 

Kreativurlaub

Für diese Spezies bietet sich dann vielleicht doch eher ein Kreativurlaub an. Vor allem dann, wenn das Studium auch noch die letzte freie Minute einnimmt und keine Zeit mehr für musikalische oder künstlerische Hobbys lässt. Auch hier gibt es schier unzählige Möglichkeiten: Aquarellmalerei an der Ostseeküste, Alabaster-Workshops in der Toskana oder Flamenco-Kurs in Sevilla. Die Kurse, die von Filzen über Bildhauerei, Kochen, Fotografie und Musizieren hin zu Goldschmieden sowie Bildhauerei gehen, werden in der Regel von erfahrenen Künstlern geleitet.

Niemand, der einen Kreativurlaub bucht, muss ein Profi sein, denn es gibt auch Grundlagen-Kurse. Dabei können nicht nur neue Talente entdeckt und alte aufgefrischt, sondern auch Kontakte mit Gleichgesinnten geknüpft werden. Aber nicht vergessen: Die Entspannung steht im Vordergrund – und nicht die langersehnte Deutschlandtournee mit den Symphonikern.
 

SandLichtBad

Diejenigen, deren Geldbeutel auch beim besten Willen keinen Urlaub springen lassen kann, aber mindestens einmal im Jahr einen Hauch von Beachfeeling brauchen, bleibt ein Sandlichtbad. Es gibt Thermen, in denen ein Strandtag mittels einer imitierten Sandlandschaft simuliert werden kann.

Während der Erholungsbedürftige ein Bad im warmen Wüstensand nimmt beziehungsweise im warmen Sand liegt, geht innerhalb von 45 Minuten die Sonne langsam auf, verwandelt sich dann in gleißendes Mittagslicht, um dann wieder unterzugehen. Begleitet wird das Ganze von Entspannungsmusik oder Meeresrauschen. Dabei hat das Sandbad nicht nur einen gemütsaufhellenden Charakter, es hilft zugleich gegen Verspannungen, Rückenleiden und Durchblutungsstörungen.


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