So kommst du von a nach b
F H Mira / Quelle: Flickr.com unter CC BY 2.0

Semesterferien: So kommst du von A nach B

Wir zeigen dir, wir du kostengünstig, umweltfreundlich und am besten von A nach B kommst und einen grandiosen Urlaub in Deutschland verbringen kannst.

Wir Deutsche sind ein Volk der Autofahrer. Liebevoll pflegen wir unser Gefährt, achten peinlichst genau darauf, dass ja kein Kratzer den Lack entstellt und nutzen es, wann immer wir können. Natürlich auch im Urlaub. Fast 45 Prozent der deutschen Urlauber steuern ihr Ferienziel per PKW an, 2013 waren das mehr als 18 Millionen Bundesbürger. Klar, das ist bequem und geht innerhalb Deutschlands zumeist recht flott, sieht man von verstopften Autobahnen zur Hauptreisezeit ab. Doch es gibt weitaus schnellere, spannendere und vor allem günstigere Arten der Fortbewegung, die du bei deiner nächsten Urlaubsplanung in Betracht ziehen kannst.

Gemeinsam: Reisen mit der Mitfahrgelegenheit

Ein voll besetztes Auto zum Beispiel ist nicht nur günstiger, weil sich die Spritkosten auf alle Insassen verteilt, sondert auch umweltfreundlicher als drei oder vier Autos, die die selbe Strecke fahren. Warum also nicht woanders mitfahren oder dir Gäste mit an Bord holen? Das geht zum Beispiel über mitfahrgelegenheit.de »Mitfahren ist die perfekte Reisemöglichkeit bei mittleren und langen Strecken«, erklärt Simon Baumann von mitfahrgelegenheit.de. »Autofahrer bieten ihre freien Plätze im Wagen an, Mitfahrer buchen die Fahrt. Das funktioniert über die Homepage oder die passende App in weniger als zwei Minuten. Wenn alles gut geklappt hat, gibt es nach der gemeinsamen Fahrt eine nette Bewertung. Letztlich profitieren alle davon.«

Kostenpunkt: ein Teil des Sprits, den der Fahrer verbraucht. Günstig und umweltschonend, doch gibt es auch Nachteile? »Man unterhält sich oft gut während der Fahrt. Aber da hat man eben auch nicht immer Lust dazu. Dann holt man einfach seine Kopfhörer raus und hört Musik«, rät Baumann. »Und sehr selten, aber in Ausnahmefällen passiert es auch, dass mal ein Fahrer nicht wie vereinbart am Treffpunkt erscheint. Dann hilft die Fahrtausfall-Hotline weiter, damit man sein Reiseziel trotzdem ohne Mehrkosten und möglichst schnell erreicht.«

Auch international: Reisen mit dem Fernbus

Über die Autobahnen dieses Landes geht es auch per Fernbus. Die Angebote sind derzeit so günstig wie nie, da seit dem Fall des Bahnmonopols und der Öffnung des Marktes für private Fernbusunternehmen im Jahr 2013 immer mehr Anbieter auf den Markt drängen. Zu den bekanntesten Fernbusunternehmen zählen FlixBus und MeinFernbus. Von einem Fernbus spricht man übrigens, wenn dieser mehr als 100 Kilometer Distanz zwischen den Bushaltestellen abfährt. Wie reguläre Linienbusse richten sich FlixBus und MeinFernbus aber nach festen Fahrplänen.

Im Gegensatz zum öffentlichen Nahverkehr gilt jedoch: Je früher gebucht wird, desto günstiger geht es für dich von A nach B. Oft schon ab sieben Euro pro Fahrt. Sogar unsere Nachbarländer, beispielsweise in die Schweiz, nach Luxemburg oder in die Niederlande, kannst du per Fernbus anpeilen. Neben dem günstigen Preis locken die Fernbusanbieter mit einer ganzen Reihe Extras, die die Fahrt für dich so angenehm wie nur möglich machen sollen. Dazu gehört kostenloses W-Lan genauso wie Steckdosen im Bus oder die Möglichkeit, ein Fahrrad mitzunehmen – letzteres genau wie große Gepäckstücke allerdings gegen einen Preisaufschlag. Trotzdem, je nach Reiseziel und Größe deiner Reisegruppe, kann die Fahrt im Fernbus erheblich günstiger ausfallen als im Auto. Bequemer ist sie allemal.

Der Klassiker: Reisen mit der Bahn

Bequem kann auch die Reise mit der Bahn sein. Allerdings musst du für deine Reise auf den Schienen ein wenig tiefer in die Tasche greifen – obwohl die Fahrt nicht notwendigerweise schneller geht als im Fernbus. Zwar bietet die Deutsche Bahn ab und an spezielle Sparpreise an, bei denen eine einfache Fahrt in der zweiten Klasse des ICE 29 Euro kostet, doch wenn du nicht rechtzeitig buchst, sind die günstigen Tickets schnell vergriffen und du berappst für eine Fahrt, etwa für die von Köln nach Hamburg, bis zu 97 Euro.

Für Gruppenausflüge innerhalb eines einzelnen Bundeslandes jedoch lohnt sich die Bahnfahrt durchaus. Ein Bayernticket zum Beispiel bringt dich und vier Freunde für 39 Euro von neun Uhr morgens beziehungsweise von null Uhr an Feiertagen bis drei Uhr nachts einen ganzen Tag lang durch den Freistaat – perfekt für einen Kurzausflug. Ganz ähnlich, nur eben ohne Bundeslandbeschränkung, funktioniert das ›Quer-durchs-Land-Ticket‹, das für fünf Reisende 76 Euro kostet.

Blind Booking: Von A nach B mit dem Flugzeug

Die schnellste Möglichkeit der Fortbewegung aber ist sicherlich die per Luftweg. Wenn du dich gerne überraschen lassen möchtest, solltest du ›Blind Booking‹ der Airline Germanwings in Betracht ziehen. Das funktioniert so: 45 Tage vor Reiseantritt wählst du deinen Abflughafen. Wo der Flieger jedoch genau landet, bestimmst nicht du. Das erfährst du erst, nachdem deine Buchung abgeschlossen ist. Je nach Abflughafen kannst du jedoch beeinflussen, wohin deine Reise ungefähr gehen soll.

Dafür stehen Kategorien, darunter zum Beispiel ›Wandern und Natur‹, ›Shopping‹ oder ›Party‹ zur Auswahl. Kostenpunkt: ab 33 Euro. Blind Booking führt dich nicht unbedingt an ein innerdeutsches Reiseziel, sondern kann dich auch im Ausland absetzen. Das Gute: Durch die lange Vorlaufzeit von 45 Tagen hast du ausreichend Zeit, dich um eine Unterkunft am Urlaubsort zu kümmern und musst dich damit nicht erst nach deiner Ankunft auseinandersetzen.

Ökologisch: zu Fuß oder mit dem Rad

Zwei ganz profane, umweltfreundliche und kostengünstige Arten der Fortbewegung wollen wir dir aber nicht vorenthalten: die auf dem Drahtesel und die zu Fuß. Warum unsere schöne Heimat nicht einmal vom Sattel oder von Schusters Rappen aus erleben und so die Oberlausitz, Mecklenburg-Vorpommern oder das Karwendelgebirge erobern? Dort ist es schließlich auch schön.

In kaum einem Land gibt es so viele, gut ausgebaute Rad- und Wanderwege wie in Deutschland. Am besten planst du deine Tour im Internet auf einer der zahlreichen Seiten, die verschiedenste Urlaubsregionen speziell für (Rad-)Wanderer anbieten. Informationen bekommst du auch über den Deutschen Wanderverband, den Deutschen Alpenverein (DAV) oder den Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC). Du siehst, es gibt zahlreiche Möglichkeiten, hierzulande von A nach B zu kommen. Bleibt uns also nur noch eines: dir eine gute Reise zu wünschen! 


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