Geld: Mehr als nur ein Konto kann sinnvoll sein

Meist sind Studenten nach dem Schulabschluss und vor dem Karrierestart zum ersten Mal mit der persönlichen Finanzplanung konfrontiert. Das Problem: Im Alltag scheint das Geld einfach nicht zu reichen, selbst wenn ein guter Nebenjob die Kasse füllt. Schuld ist oft fehlender Überblick. Eine mögliche Lösung stellt das Führen mehrerer Girokonten dar. Wie das funktioniert:

Kluges Rechnen hilft bei der Bedienung mehrerer Konten. (Quelle: jarmoluk (CC0-Lizenz)/ pixabay.com)

Konten sind nicht begrenzt

Ein einziges Girokonto zu haben, gilt in der Bundesrepublik noch immer als normal. In den letzten Jahren aber mehren sich Stimmen, die dieses Modell als nicht ausreichend bezeichnen und zur Eröffnung zusätzlicher Konten mahnen. Grundsätzlich ist das kein Problem, denn im Hinblick auf die Anzahl der eigenen Girokonten gibt es keine Obergrenzen.

Vorab sollte jedoch feststehen, wie viele Konten benötigt werden und welchen Zweck jedes von ihnen erfüllen soll. Die folgenden vier Konten könnten einen sinnvollen Rahmen liefern:

Konto eins: Das Konsum-Konto

Das erste Konto wird im Alltag besonders häufig bedient. Mit dem hier angesammelten Geld zahlen Studenten all die Dinge, die in puncto Konsum anfallen. Hierzu gehören beispielsweise Ausgaben für:

  • Lebensmittel und Getränke,
  • Kleidung,
  • Deko für die Wohnung,
  • Geschenke,
  • Benzin
  • und Freizeitunternehmungen

Wie viel Geld auf dem Konsum-Konto liegt, beeinflusst die persönliche Flexibilität im Alltag. Liegt der Kontostand bedrohlich nah am Nullpunkt, können sich Studenten selbstverständlich weniger leisten. Gut an der Einrichtung dieses Kontos ist aber, dass ein Überblick geschaffen wird. Plötzlich auftretende Zusatzkosten reißen dann kein Loch mehr und werden von einem anderen Konto bedient.

Was die Konsumausgaben in Deutschland betrifft, hat das Statistische Bundesamt eine Aufstellung veröffentlicht. In Ein-Personen-Haushalten liegen die monatlichen Konsumausgaben bei rund 1.479 Euro. Für Nahrungsmittel und Getränke geben diese Haushalte 180 Euro aus, für Freizeit, Unterhaltung und Kultur 150 Euro und für Kleidung 61 Euro. Natürlich sind das nur Durchschnittswerte. Die eigenen Möglichkeiten sollten Studenten stets im Blick behalten und ihre Finanzroutine im besten Fall mit Spartipps aufbessern.

Tipp: Das monatliche Einkommen darf gerne auf das Konsum-Konto fließen. Sofort nach dem Zahltag sollten dann per Dauerauftrag Überweisungen auf das Fixkosten- und Notfall-Konto erfolgen.

Konto zwei: Das Fixkosten Konto

Hier kommt das Konto für alle Ausgaben, die regelmäßig anstehen und praktisch unverzichtbar sind. Zum Konsum gehören sie dabei zwar im weitesten Sinne ebenfalls, unterliegen jedoch geringeren Schwankungen. Auf das Fixkosten-Konto sollte ein monatlicher Festbetrag eingezahlt werden, der alle anfallenden Kosten deckt. Gezahlt werden können dann:

  • Miete,
  • Versicherungen,
  • KFZ-Steuer,
  • Handyrechnungen
  • Abonnements
  • und Mitgliedsbeiträge.

Die Höhe der monatlichen Einzahlung hängt mit der Höhe der Fixkosten zusammen. Für Studenten vorteilhaft ist es, eine Aufstellung anzufertigen und zu überlegen, ob es Optimierungspotenzial gibt. Schon der Wechsel des Handytarifs kann die monatliche Belastung senken. Hier stellt mein-deal.com verschiedene Möglichkeiten für Studenten zusammen.

Riesiges Einsparpotenzial auf dem Fixkostenkonto birgt auch der Verzicht auf einen eigenen PKW. Steuer und Versicherung fallen weg. Dass sich immer mehr Studenten dagegen entscheiden, allein mit dem PKW zur Hochschule zu fahren, berichtet auch motor-talk.de. Nicht vergessen werden sollte dabei, dass ab dem Verzicht Kosten für den öffentlichen Nahverkehr anfallen. Die Jahreskarte gehört dann ebenfalls als Posten in die Aufstellung für das Fixkosten-Konto.

Wichtig! Bei Fixkosten kann es sein, dass diese nicht immer monatlich anfallen. Bei KFZ-Steuern und teilweise auch bei Versicherungen erfolgt häufig eine jährliche Abbuchung. Um etwas mehr Klarheit zu schaffen, sollte der Jahresbetrag durch zwölf geteilt werden. So lässt sich die monatliche Überweisung noch besser planen.

Konto drei: Das Notfall-Konto

Das Notfall-Konto ist, wie es sein Name bereits verrät, für den Notfall gedacht. Studenten fällt nun sicherlich das ein oder andere Erlebnis ein, das für unerwartete Ausgaben gesorgt und das Budget entsprechend geschröpft hat. Die teure Autoreparatur, die defekte Waschmaschine oder auch die lange Literaturliste am Anfang des neuen Semesters lassen schnell dreistellige Beträge auf den Plan treten.

Gut hat es, wer hierfür vorsorgt und pro Monat einen festen Betrag auf sein Notfall-Konto überweist. Zu klein sollte der Betrag nicht ausfallen, um auch kurze Zeiten ohne Job sicher überbrücken zu können. Allgemein gilt für das Notfallkonto die Faustregel: Hier sollten mindestens drei Netto-Monatsgehälter lagern. Wer einen 450 Euro Job hat, legt daher am besten 1.350 Euro beiseite. Mehr schadet aber keinesfalls.

Konto vier: Das Sparkonto

Dieses Konto genießt eine Sonderstellung, denn hier gilt: Nicht anfassen! Auch Studenten sollten rechtzeitig damit beginnen, Geld für die Zukunft zurückzulegen und sich somit auf Rente, Hausbau und Familienplanung vorbereiten. Auch wenn diese Ereignisse noch weit in der Zukunft liegen, zahlt sich ein solides Finanzpolster später aus.

Überwiesen werden sollte auf dieses Konto, was am Ende des Monats auf dem Konsum-Konto liegt und nicht ausgegeben wurde. Die Höhe des Betrags schwankt also. Das aber ist nicht schlimm, so lange regelmäßige Einzahlungen erfolgen. Mit nur zwanzig Euro monatlich haben sich nach vier Jahren immerhin 960 Euro angesammelt. Wer noch etwas mehr spart, hat im Laufe der Zeit schnell gute Rücklagen geschaffen und schützt sich vor Geldsorgen.

Tipp: Eventuell kann das Sparkonto als Tagesgeldkonto eröffnet werden. Aktuell liegt die Verzinsung hier zwar auf niedrigem Niveau, aber das kann sich in der Zukunft wieder ändern. Auch geringe Verzinsungen in Höhe von 0,7 oder lediglich 0,5 Prozent sorgen für einen kleinen Zusatzbonus, der das eigene Geld stärker vermehrt, als es bei einem gewöhnlichen Girokonto der Fall wäre.

Ein Gastbeitrag von Anja Groß.


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