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Das Vorstellungsgespräch

Alles, was du über Vorbereitung, Outfit & Co. wissen musst

 

Deine Bewerbung war erfolgreich und das erste Vorstellungsgespräch steht an. Während du dich über diese Chance freust, wächst natürlich auch die Nervosität. Was kommt auf dich zu? Welche Fragen wird der potenzielle Chef dir wohl stellen? Und welche Rückfragen solltest du selbst parat haben? Wir haben alle wichtigen Infos gesammelt, die dich für ein erfolgreiches Bewerbungsgespräch rüsten.

Los geht's!

 

Vor dem Vorstellungsgespräch: Erstmal recherchieren

Werde dir zu Beginn bewusst, dass du deinem zukünftigen Arbeitgeber einiges zu bieten hast. Genauso wichtig, wie im Gespräch zu überzeugen, ist auch die innere Vorbereitung und vor allem eine gewisse Selbstreflexion: Was ist dir wichtig? Wann fühlst du dich bei einem Arbeitgeber wohl? Diese Aspekte hängen oft mit deinen persönlichen Werten zusammen. Katja Loose, Karriere- und Managementberaterin, rät, sich bereits im Vorfeld zum Vorstellungsgespräch Rückfragen zurechtzulegen, die dich wirklich interessieren: »Bin ich zum Beispiel jemand, der auch mal Ruhe braucht und gern eigenverantwortlich arbeitet, dann wäre etwa eine Fage nach den Räumlichkeiten wichtig. Ist für mich persönliche Weiterbildung wichtig, kann ich hier fragen, welche Möglichkeiten es gibt.«

Nachdem du dir deiner offenen Fragen bewusst geworden bist, recherchiere gründlich nach entsprechenden Informationen über das Unternehmen im Web. Meist beantworten sich bereits hier einige Fragen – so gehst du einerseits bestens informiert ins Bewerbungsgespräch und überzeugst andererseits durch Rückfragen, die du nicht auch selbst hättest klären können.

 

Outfit fürs Vorstellungsgespräch: Lieber overdressed

Sei insgesamt vorsorglich overdressed – sowohl kleidungs- als auch wissenstechnisch. Karrierecoach Walter Feichtner betont: »Der Bewerber sollte das Stellenprofil im Detail kennen und wissen, wie er seine Kenntnisse und Erfahrungen in die neue Aufgabe einbringen kann.« Falls dir bestimmte Punkte dabei nicht klar werden, solltest du dir entstehende Fragen dazu unbedingt notieren und dir auch Gedanken bezüglich deiner Gehaltsvorstellungen machen. Plane mit genügend Vorlauf und zeitlichem Puffer deine Anreise, damit du durch deine Pünktlichkeit direkt einen guten Eindruck machst.

Auch die Vorbereitung des richtigen Outfits ist ein wichtiger Punkt: Die Wahl deiner Kleidung vermittelt im Vorstellungsgespräch ein entsprechend seriöses und gepflegtes Bild von dir. Walter Feichtner weiß: »Hier gilt das Motto: lieber overdressed als underdressed.« Natürlich kommt es ganz darauf an, auf welche Art von Job du dich bewirbst und wie viel Kundenkontakt du hast. Doch allgemein kannst du dich am Stil ›Business Casual‹ orientieren, also einer Kombination aus Büro- und Freizeitkleidung. Für Männer bietet sich hier das klassische Jacket mit Hemd und dunkler Hose an, während Frauen mit Blazer, Bluse und Anzughose oder Rock gut beraten sind.

 

Das Vorstellungsgespräch: Das erwartet dich

So, jetzt bist du bestens auf dein Bewerbungsgespräch vorbereitet. Aber wie läuft das eigentlich ab? »Das typische Bewerbungsgespräch gibt es nicht, da jedes Unternehmen andere Zielsetzungen hat, andere Schwerpunkte setzt und eigene Elemente einbaut«, klärt Karrierecoach Walter Feichtner auf. Allgemein kannst du dich aber darauf einstellen, dass das Gespräch etwa zwischen 45 und 90 Minuten dauert und mit der Begrüßung und einem kurzen Small Talk startet. Darauf folgt meist eine Präsentation des Unternehmens und dann bist du dran: Der Bewerber stellt sich vor.

Im Rahmen deiner Vorstellung wirst du mit hoher Wahrscheinlichkeit mit diesen oder ähnlichen Fragen konfrontiert: »Warum wollen Sie für uns arbeiten?«, »Was glauben Sie, müssen Sie noch alles lernen?« oder »Können Sie uns etwas über sich erzählen?«. Gerade auf letztere Frage solltest du gut vorbereitet sein. Mach dir bewusst, was dein Gegenüber bereits vor dem Gespräch über dich weiß – schließlich hat er deinen Lebenslauf und dein Anschreiben vorliegen und möchte jetzt andere Informationen als deinen Namen und dein Alter. Sei kreativ und überlege, was dein potenzieller Chef über dich wissen sollte. Laut Bewerbungscoach Jürgen Hesse zielt diese Frage darauf ab, dass du innerhalb von etwa 30 Sekunden bis einer Minute sehr gute und interessante Fakten über dich preisgibst, die noch mehr Auskunft über dich geben als deine Unterlagen.
Alleinstellungsmerkmal betonen
Im Anschluss an deine Vorstellung fühlt der Chef dir auf den Zahn: Er möchte natürlich herausfinden, inwiefern du inklsuive deiner Stärken und Schwächen zur entsprechenden Stelle passt. Dabei sollte dir bewusst sein, dass du mit Ehrlichkeit immer besser fährst. Mach dir schon im Vorfeld Gedanken dazu – und bitte keine Antworten à la »Ich bin Perfektionist«! Auch Walter Feichtner meint: »Standardantworten sind nicht ratsam. Wichtig bei den Schwächen ist, dass du sie nicht einfach nur darlegst, sondern auch aufzeigst, wie du an diesen bereits gearbeitet und welche konkreten Fortschritte du schon gemacht hast.« Es geht dabei nicht um die perfekte Antwort, sondern darum, authentisch zu sein. »Lass dich nicht in die Enge treiben und nenne bei Schwächefragen immer auch Stärken. Wichtig ist dein Antrieb, noch besser zu werden und dich fachlich und persönlich weiterzuentwickeln.« Übrigens: Was ist eigentlich dein Alleinstellungsmerkmal? Neben dir bewerben sich wahrscheinlich einige Konkurrenten, die das gleiche studiert haben wie du. Überlege dir, was du auf die Frage »Warum sollten wir gerade Sie einstellen?« antworten würdest. Was bringst du mit, auf das dein zukünftiger Chef mit Sicherheit nicht verzichten möchte? Wirf es selbstbewusst in die Waagschale!

 

Während des Vorstellungsgesprächs: Auf fiese Fragen cool reagieren

»Wie schwer ist New York?« oder »Wie viele Gärten gibt es in Deutschland?« – diese oder ähnliche Fragen könnten dir tatsächlich im Bewerbungsgespräch unterkommen. Ganz schön fies? Stimmt, aber trotzdem kein Grund, sich aus der Ruhe bringen zu lassen. Du musst diese Fragen nicht einmal exakt beantworten, denn zu diesen sogenannten Brainteasern gibt es praktisch keine Daten. Vielmehr möchte der Interviewer damit herausfinden, wie du auf Druck reagierst, denn deine Antwort sagt ziemlich viel über  deine Problemlösungsfähigkeit, Kreativität, Auffassungsgabe und dein logisches Denken aus. Bleib ruhig, analysiere die Frage und habe den Mut, laut zu denken – wenn deine Hypothese einigermaßen schlüssig und vielleicht sogar kreativ ist, beeindruckst du dein Gegenüber.

 

Nach dem Vorstellungsgespräch: Der krönende Abschluss

Abschließend bekommst du normalerweise die Möglichkeit, selbst Fragen zu stellen. Zum Glück hast du dir bereits vorbereitend Gedanken gemacht. Denn jetzt kannst du gleichzeitig mit Interesse punkten und dir selbst noch ein genaueres Bild machen, welche Aufgaben und welches Arbeitsumfeld dich erwarten. Falls sich innerhalb des Gesprächs alle deine Fragen geklärt haben, sag das auch. Du musst dir nicht künstlich Rückfragen aus der Nase ziehen, obwohl du die Antwort bereits weißt. Vor der Verabschiedung könnte es passieren, dass deine Gehaltsvorstellungen thematisiert werden. Auch hier macht sich bezahlt, dass du dich im Vorfeld informiert hast: Welchen Lohn kannst du mit deinem Bildungsabschluss in dieser Branche erwarten? Neben Internetrecherche bietet sich auch an, einfach bereits arbeitende Freunde oder Bekannte zu fragen. Das wird dir helfen, die eigenen Erwartungen realistisch anzupassen. Mit etwas Glück werden zu guter Letzt die nächsten Steps geklärt: Starttermin und Vertrag. Klingt alles ziemlich ernst? Keine Sorge, wenn du dich intensiv vorbereitest und im Vorstellungsgespräch ruhig, ehrlich und souverän bleibst, hast du sehr gute Chancen auf deinen Traumjob. Viel Erfolg!

 


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