unsplash / Shanna Camilleri

Muss ich Arbeitskleidung tragen?

In vielen Berufen wie Polizist, Arzt oder Pilot ist Arbeitskleidung Pflicht. Aber auch in anderen Berufsfeldern kann dein Arbeitgeber verlangen, dass du Arbeitskleidung trägst. Hier gibt's die Infos.

Arbeitskleidung: Das Erscheinungsbild bestimmt der Arbeitgeber

Im Grunde darf natürlich jeder die Klamotten tragen, die er tragen möchte – je nach persönlichem Geschmack. Der Arbeitgeber hat aber das Weisungsrecht, deshalb darf er – inbesondere bei Kundenkontakt – über das Erscheinungsbild seiner Mitarbeiter bestimmen. Meistens wird dann ein bestimmter Look, beispielsweise "Business" oder "Casual Chic" gefordert. Solange die Kleidung dann zu diesem Motto passt, ist alles in Ordnung. Fälle, in denen der Arbeitgeber sogar die Sockenfarbe bestimmen will, kommen extrem selten vor.

Arbeitskleidung: Das darf der Chef bestimmen

Wie gesagt: Der Arbeitnehmer kann sich grundsätzlich nach eigenem Geschmack kleiden. Dieses Recht endet aber dann, wenn der Arbeitgeber aus begründetem Interesse etwas an dem Erscheinungsbild ändern will. Als Beispiele:

  • Schlecht sitzende Unterwäsche: Klingt nach einem Eingriff in die Privatsphäre, kann aber durchaus vom Arbeitgeber beanstandet werden – wenn die Unterwäsche beispielsweise sichtbar ist und Kunden und Kollegen sich davon belästigt fühlen könnten
  • Piercings und Schmuck: Kfz-Mechaniker dürfen keinen Schmuck am Arbeitsplatz tragen – sie könnten hängen bleiben und sich verletzen

Im Grunde gilt also: Solange die Arbeitskleidung die eigene Leistung und das Arbeitsumfeld nicht oder nur unerheblich beeinflusst, ist die Kleidung passend.

Regeln für Arbeitskleidung

  • Frisur: Deine Haare können aussehen, wie du willst – solange es kein Sicherheitsrisiko (langer Zopf gerät in Maschine) oder Hygienevorschriften gibt, die dich einschränken. Wenn du engen Kundenkontakt hast, beispielsweise in einer Bank, solltest du auf allzu krasse Frisuren oder bunte Haare verzichten. Du kannst zwar nicht gefeuert, aber versetzt werden, wenn dein Erscheinungsbild als unangemessen eingestuft wird.
  • Hemd und Bluse: Farbe, Schnitt, Stoff – das kannst alles du entscheiden. Achte aber darauf, dass nicht zu viel Haut gezeigt wird oder der Stoff durchsichtig ist und deine Unterwäsche deshalb zu sehen ist.
  • Anzug und Kostüm: Auch hier hast du freies Entscheidungsrecht. Außer, es gibt eine bestimmte Dienstkleidung, wie im Gatronomiebereich.
  • Schmuck und Accessoires: Darfst du, solange sie dich nicht bei deiner Arbeit gefährden oder behindern.
  • Piercings: Hier gilt dasselbe wie für Schmuck. Aber Vorsicht: Die Masse machts. Zehn Gesichtspiercings können als unangemessen eingestuft werden.
  • Strümpfe und Unterwäsche: Die Farbe darf der Arbeitgeber hier nicht bestimmen. Er kann aber Unterwäschepflicht verhängen, beispielsweise unter einer Uniform, die er zur Verfügung stellt. Unterwäsche sollte außerdem nicht sichtbar sein.
  • Schuhe: Wenn keine speziellen Arbeits- oder Sicherheitsschuhe verlangt werden, kannst du von Pumps bis Sneakern alles tragen.

Arbeitskleidung: Muss der Chef die Reinigung bezahlen?

Wenn du Arbeitskleidung tragen musst, sei es aus Gründen der Hygiene in einem Restaurant oder Gefahrenschutz als Schweißer, dann ist das in der Regel im Sinne des Arbeitgebers. Denn trägst du beispielsweise als Koch keine Schürze, die deine Alltagsklamotten komplett bedeckt, könnte er Probleme mit dem Gesundheitsamt bekommen. In solchen Fällen ist es also auch im Interesse des Chefs, wenn die Kleidung regelmäßig gereinigt wird. Deshalb ist es angemessen, dass er auch die Kosten dafür übernimmt.

Du willst noch mehr Tipps zur Job-Knigge? Wir sagen dir, wie du dich am ersten Arbeitstag verhalten solltest und wie du eine gute Führungskraft wirst.


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