Oliver Kerner ist professioneller Vertriebstrainer, Speaker und Coach aus Bremen sowie Gründer des Unternehmens OK-Training. Foto: Arne de Groot

Gewusst wie: Fangfragen im Jobinterview

Oliver Kerner gibt dir vier passende Antwortmöglichkeiten für kniffelige Fangfragen an die Hand

Obwohl sich viele Bewerber akribisch auf das Jobinterview vorbereiten, stellen Personaler oft tückische Fragen, die den Kandidaten aus der Bahn werfen. Mit diesen sogenannten Fangfragen testen sie die Reaktion des Bewerbers in Stresssituationen. Gleichzeitig dienen die Fragen dazu, hinter vorab einstudierte Antworten zu blicken, um zu erkennen, welche Charaktereigenschaften Interessierte besitzen und welche Karriereziele sie verfolgen. Dabei kommt es nicht auf die perfekte Antwort an, sondern vielmehr darauf, wie souverän und selbstsicher sich Bewerber aus der Situation befreien.

 

Was sind ihre zehn größten Schwächen?

Obwohl die Frage nach den Schwächen einen absoluten Klassiker unter den Bewerbungsfragen darstellt, haben sich die meisten Bewerber wohl kaum mit ganzen zehn Schwachpunkten auseinandergesetzt. Dabei beabsichtigt diese fiktive Zahl, den Stressfaktor für den Bewerber zu erhöhen. Idealerweise überhören Kandidaten die Zahl einfach und bleiben bei ihren im Vorfeld überlegten Defiziten. Im Idealfall bestehen die genannten Punkte aus Eigenschaften, die sich nicht auf die angestrebte Position auswirken. Ein charmanter Abschluss wäre: »Offen gestanden, fällt mir keine weitere ein. Aber wir können gern über meine Stärken sprechen.«

 

Wie gehen Sie mit Kritik um?

Wer angibt, dass er sich über Beanstandungen freut, wirkt unglaubwürdig. Origineller gestaltet sich daher folgende Antwort: »Generell höre ich Kritik nicht gern. Jedoch bietet mir ein entsprechender Hinweis die Möglichkeit, aus Defiziten oder Fehlern zu lernen und meine Arbeitsweise künftig zu optimieren.« Heutzutage zählt Kritikfähigkeit zu den wichtigen Soft Skills, auf die Personaler besonderen Wert legen.

 

Arbeiten Sie lieber im Team oder allein?

Insbesondere Fragen, die den Bewerber vor die Wahl stellen, gestalten sich heikel. Denn wer angibt, lieber im Team zu arbeiten, gilt schnell als unselbstständig – als unsozial derjenige, der lieber allein arbeitet. Aus diesem Grund setzt sich eine ideale Antwort aus beiden Aspekten zusammen: »Das hängt von der individuellen Situation ab. Muss ich mir beispielsweise schnell Wissen zu einem Thema aneignen, arbeite ich lieber ungestört. Geht es allerdings um ein großes Projekt, bevorzuge ich Teamarbeit.«

 

Wie stehen Sie zu Überstunden?

Bei dieser Frage ist Vorsicht geboten! Denn Bewerber, die behaupten, dass Überstunden für sie kein Problem darstellen, wirken zum einen unrealistisch. Zum anderen lässt es den Personaler vermuten, dass sie mit der ihnen vorgegebenen Arbeitszeit nicht zurechtkommen oder für den Beruf sogar das eigene Privatleben aufgeben. Daher gilt es, bei der Antwort geschickt auszuweichen: »Grundsätzlich erledige ich meine Arbeit rechtzeitig. Dazu strukturiere ich im Vorfeld die einzelnen Arbeitsschritte und setze Prioritäten. Mir ist aber auch bewusst, dass im Arbeitsalltag durchaus etwas Unvorhergesehenes eintreten kann und ich für einen Kollegen einspringen sowie flexibel sein muss. Letztendlich ist es mir wichtig, sowohl einen herausfordernden Beruf als auch eine ausgleichend gestaltete Freizeit zu haben.«

Gastbeitrag


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