Wenn das Geld knapp wird – was können Studenten bei Liquiditätsengpässen tun?

Es ist der 29. eines Monats und ein Student kann noch mit einem Lächeln die Freunde zu einem guten Essen einladen? Die Realität vieler Studenten sieht sich wohl eher an diesem Monatstag mit der Frage konfrontiert, ob das Essen aus Reis oder Nudeln bestehen soll – so, wie eigentlich die letzten Tage schon. Während des Studiums müssen viele Studierende am eigenen Leib erfahren, wie es ist, wahrlich knapp bei Kasse zu sein. Nur wird jetzt nicht vom Taschengeld geredet, sondern vom echten Geld. Dem Geld, das für Wohnung, Nahrung, Fahrten, Kleidung und all dem, was in einem Monat so anfällt, nötig ist. Aber was können Studierende machen, wenn der Monatserste noch gefühlte Ewigkeiten entfernt ist, Geldbörse und Konto aber einen »Shutdown« vermelden? Dieser Artikel gibt Tipps.


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Eltern um Hilfe bitten

Das ist natürlich immer eine Möglichkeit. Dennoch sind die Eltern auch die Möglichkeit, die viele Studierende aus – guten – Gründen vermeiden wollen. Und andere haben überhaupt nicht die Chance, zu fragen. Einige Gründe, warum die Eltern eher nur im absoluten Notfall fungieren sollten:

  • Selbstständigkeit – für viele ist das Studium die Zeit des Erwachsenwerdens und der ersten gelebten Selbstständigkeit. Nun die Eltern um Geld zu fragen, ist häufig unangenehm. Das gilt insbesondere für die Studenten, die bereits monatlich einen Zuschuss von den Eltern erhalten.
  • Ansichten – die Eltern zu fragen, kann auch zu Diskussionen führen. Je nach Elternsicht oder Verhältnis zu den eigenen Eltern kommt es bei der Geldfrage gerne zu Streit, insbesondere dann, wenn ein Nebenjob möglich wäre.
  • Finanzielle Gründe – vielen Eltern ist es schlichtweg nicht möglich, die Kinder auch während des Studiums dauerhaft zu unterstützen.

Grundsätzlich ist es immer sinnvoller, sich einen Nebenjob zu suchen oder im Job zu fragen, ob vielleicht mehr Stunden möglich sind. Das hat auch psychologische Gründe, denn arbeitet der Student bereits neben dem Studium, hat er bei finanziellen Engpässen wesentlich bessere Argumente den Eltern gegenüber.

Finanzierungen suchen

Auch das ist eine Möglichkeit, gerade, wenn die »Bank Eltern« versiegt ist oder Studenten nicht wieder bei den Eltern anfragen möchten. Als Optionen ergeben sich wahlweise ein kleiner Onlinekredit oder aber der Dispo. Die Fakten rund um den Kredit:


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  • Möglichkeit – der Kredit ist ausschließlich Studenten möglich, die einen Nebenjob besitzen. Rein von Förderungen lebende Studenten oder diejenigen, die nur von den Eltern Geld erhalten, haben schlechtere Karten, da die privaten Elternzahlungen auch bei Kleinkrediten nicht unbedingt als Einnahme gewertet werden.
  • Wannein solcher Onlinekredit sollte vor allem dann aufgenommen werden, wenn wirklich Not am Mann ist. Der Kauf eines neuen Smartphones, einer Spielekonsole oder neuer Sneakers ist über eine Finanzierung während des Studiums absolut ungeeignet, da die Gefahr, später alles zu finanzieren, so wesentlich erhöht wird.
  • Kredithöhe – Kleinkredite belaufen sich nur über einen kleinen Betrag, meist bis zu 1.000,00 Euro. Wie hoch der Kreditbetrag ist, hängt von den monatlichen Einnahmen ab.

Generell sollte auch in diesem Bereich ein Kreditvergleich stattfinden. Kurzzeitkredite eignen sich nur dann, wenn wirklich sichergestellt werden kann, dass das Geld innerhalb von höchstens drei Monaten zurückgezahlt werden kann. Zudem gäbe es noch eine weitere Option:

Dispokredit

Auch viele Studierende haben auf dem Konto gleich einen Dispokredit. Er ist einfach zu nutzen, doch ist er mit Tücken verbunden:

  • Gefahr – es ist mitunter sehr schwer, aus dem Dispo herauszukommen. Es mag nicht schlimm aussehen, wenn das Konto »nur« 400 Euro im Minus ist, doch geht dieser Betrag auch von dem nächsten Geldeingang ab. Bis das Konto ausgeglichen ist, steht also faktisch immer weniger Geld zur Verfügung.
  • Kosten – Dispokredite sind teuer. Nicht nur sind die Zinsen für den Dispo wesentlich höher als die für eigentliche Kredite, der Dispo wird meist auch länger genutzt, da keine feste Ratenzahlung vereinbart ist. Während ein Kredit monatlich diszipliniert abbezahlt wird, denken viele – auch ältere Menschen –, dass der Dispo praktisch ohne Verpflichtungen ist.

Gerade bei Studenten und all denjenigen mit einem niedrigen Einkommen kommt aber noch ein ganz anderes Problem hinzu. Der Dispo ist eigentlich das absolute Notfallgeld, welches dann greift, wenn es keine pünktliche Einnahme gibt. Was macht ein Student, der bereits im Minus ist, wenn der Nebenjob plötzlich wegbricht und kein neuer Job in Sicht ist?

Weitere Idee

Neben der Option, sich einen Nebenjob zu suchen oder zu fragen, ob beim jetzigen nicht mehr drin ist, können Studierende durchaus auf anderen Wegen versuchen, den Engpass zu überbrücken:

  • Flohmarkt – gibt es vielleicht etwas, das sich verkaufen lässt? Auf dem Flohmarkt oder über die Kleinanzeigen lassen sich viele Stücke recht gut verkaufen.
  • Pfandhaus – der Gedanke schreckt viele Menschen ab, doch kann das Pfandhaus eine Alternative sein. Es gibt sicher Geld für das Pfandstück, zudem ist es nicht völlig verloren. In der Regel gibt es immer eine dreimonatige Frist, während der das gepfändete Stück zurückgekauft werden kann. Wer also im Ernstfall Schmuck im Pfandhaus abgibt, kann diesen zurückkaufen. Diese Option eignet sich immer dann, wenn ganz dringend Geld benötigt wird, aber schon sichergestellt ist, dass sich die Finanzlage in den nächsten Wochen ändert.

Grundsätzlich sollten auch Freunde füreinander einstehen. Wenn es nur um geringe Beträge geht, springt so manch ein Freund ein, sofern er kann.

Fazit - Eltern nicht die sinnvollste Wahl

Gewiss ist es praktisch, die Bank Elternhaus um Geld zu fragen, doch ist es nicht wirklich sinnvoll und nicht unbedingt der Beweis, dass man auf eigenen Beinen steht. Zudem gibt es nun mal gute Optionen, um einen Engpass zu überbrücken. Kommt dieser aber häufiger vor, heißt es nicht, zu schauen, wo es Geld gibt, sondern eher, welche Ausgaben eingespart werden könnten. Dies ist auch dann nützlich, wenn eine Finanzierung angestrebt wird.

Ein Gastbeitrag von Anja Klein.