Wie finanzieren sich deutsche Studenten?

Die Schule ist vorbei, das Abitur in der Tasche – und dann? In Deutschland beginnt etwa die Hälfte aller Abiturientinnen und Abiturienten ein Studium, nachdem sie die Schule abgeschlossen haben. In den meisten Fällen ziehen sie dafür in eine andere Stadt, leben zum ersten Mal alleine und müssen sich selber versorgen. In diesem Zusammenhang kommen von jetzt auf gleich einige Kosten auf die Studenten zu. Welche Ausgaben ein Student im Durchschnitt hat und wie die jungen Deutschen die Kosten stemmen, haben wir uns einmal genauer angeguckt.

Ausgaben eines Studenten in Deutschland

Zieht ein Student für sein Studium von zu Hause aus und geht in eine andere Stadt, dann fallen zunächst einmal Kosten für eine eigene Wohnung oder ein WG- Zimmer an. Außerdem muss sich der Student spätestens ab diesem Zeitpunkt alleine versorgen. Lediglich für die Miete und Lebensmittel müssen Studenten monatlich schon mehrere hundert Euro einplanen. Für ihre Miete geben Studenten in Deutschland durchschnittlich 323 Euro aus, für Lebensmittel 168 Euro, insgesamt also 491 Euro. Hinzu kommen aber noch viele weitere Ausgaben. Eine Versicherung kostet einen Studenten im Schnitt 80€. Zudem fallen weitere Kosten an, die mit dem Studium selber verbunden sind. Arbeitsmaterialien bzw. Lernmittel, Telefon, Internet und Rundfunkgebühren sowie Fahrtkosten ergeben gemeinsam zusätzlich 145 Euro. Ausgaben, die Studenten in ihrer Freizeit haben oder für Kleidung benötigen, sind hier noch nicht mit eingerechnet. Dafür fallen bei einem Studenten im Durchschnitt nochmal Kosten von knapp 100 Euro an. Insgesamt hat ein Student in Deutschland durchschnittlich Ausgaben in Höhe von 819 Euro.

Einnahmequellen von Studenten


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Um die enormen Kosten, die auf einen Studenten zukommen, stemmen zu können, brauchen die jungen Leute auch entsprechend hohe Einnahmen. Da sie sich in erster Linie natürlich auf das Studium konzentrieren sollten, ist es für Viele nicht ganz so einfach, genügend Geld aufzubringen. In vielen Fällen greifen deutsche Studenten daher auf verschiedene Geldquellen zurück.

Den größten Teil der Einnahmen macht die Unterstützung der Eltern aus. Auch wenn nicht jeder das Glück hat, dass die Eltern das Studium (mit-) finanzieren können, steuern Eltern durchschnittlich 469€ zum Studium ihrer Kinder bei. Doch auch durch Nebenjobs verdienen sich viele Studenten Geld dazu. Durchschnittlich nimmt ein Student auf diesem Wege 207 Euro ein. Viele greifen auf eine staatliche Unterstützung (BAföG) zurück, wodurch durchschnittlich 138 Euro eingenommen werden. Hinzu kommen Einnahmen aus sonstigen Quellen wie einem Stipendium, einem gewöhnlichen Kredit oder Ersparnissen. Dieser Anteil macht alles in allem zusätzliche 104 Euro aus. Insgesamt nimmt ein Student in Deutschland durchschnittlich also 918 Euro ein. Zieht man davon die durchschnittlichen Ausgaben in Höhe von 819 Euro ab, bleiben einem Studenten am Ende des Monats im Durchschnitt lediglich 99 Euro.

 

Schulden durch Studium

Laut einer Umfrage von univativ haben rund 67% der Studenten einen Nebenjob, um die hohen Kosten eines Studiums stemmen zu können. Wie bereits erwähnt, reichen die Einnahmen, die Studenten dort erzielen, oft nicht aus, um das gesamte Studium davon zu finanzieren. Das führt dazu, dass viele von anderen Arten der Finanzierung abhängig sind. Wenn einen die Eltern ebenfalls nicht finanziell unterstützen können und man keine Unterstützung in Form eines Stipendiums erhält, hat man oft keine andere Möglichkeit als einen Kredit aufzunehmen.

Etwa 48% der Studenten in Deutschland nimmt die staatliche Förderung BAföG in Anspruch, während andere einen Privat- oder Studienkredit aufnehmen. Dies hat allerdings erhebliche Folgen: 44% der Absolventen in Deutschland, also fast jeder Zweite, ist nach dem Studium verschuldet. Dabei handelt es sich in den meisten Fällen um Schulden in Höhe von mehreren tausend Euro, die die Berufseinsteiger gleich zu Beginn ihrer beruflichen Karriere abstottern müssen.

Für viele junge Leute in Deutschland ist dies die Realität, auch wenn es nicht der perfekte Start ins Berufsleben ist. Um sich ein wenig Luft zu verschaffen und sogar noch Geld bei der Rückzahlung sparen zu können, kann es sinnvoll sein, eine Umschuldung vorzunehmen. Bei einer Umschuldung wird ein bestehender Kredit, wie beispielsweise BAföG oder ein anderer Studienkredit, durch ein neues Darlehen abgelöst. Man nimmt also einen Kredit auf, um seine Schulden zurückzuzahlen. Für Studenten, die BAföG erhalten haben, kann dies besonders attraktiv sein. Schließlich erhält man bei vorzeitiger Rückzahlung der staatlichen Förderung einen Nachlass. Dieser richtet sich nach der Höhe des Darlehensbetrages. Angenommen, man hat den BAföG Höchstsatz von 10.000 Euro erhalten und zahlt diese auf einen Schlag zurück, beträgt der Nachlass 28,5%. Das macht eine Ersparnis von fast 3.000 Euro. Das ist ein enorm großer Betrag, den Berufseinsteiger sicher gut gebrauchen können.

Natürlich muss man das neue Darlehen dennoch zurückzahlen. Allerdings hat man zum einen die Ersparnis durch den Nachlass und zum anderen kann man bei der Aufnahme des neuen Kredites auf die Konditionen achten, sodass diese zu der finanziellen Situation passen. Dazu lohnt es sich, verschiedene Kreditangebote bei einem Vergleichsportal wie smava miteinander zu vergleichen. Dort erhält man verschiedene Angebote auf einen Blick und kann so das Angebot aussuchen, das am besten zu einem passt. Dies ist eine gute Möglichkeit, um mit der durch das Studium bedingten Verschuldung umzugehen. 

So kannst du als Student Geld sparen

Abgesehen davon, dass es verschiedene Arten gibt, ein Studium zu finanzieren, kann es in keinem Fall schaden, auf die eigenen Finanzen zu achten und bei jeder Gelegenheit zu sparen. Falls Du also studierst und ebenfalls annähernd so viele Ausgaben wie Einnahmen hast, solltest du über verschiedene Möglichkeiten nachdenken, mit denen Du Geld einsparen kannst. Wir haben einige Tipps für dich zusammengefasst:

Studentenrabatt

Ob beim Friseur, bei Mobilfunkverträgen, im Fitnessstudio oder beim Shoppen – viele Geschäfte und Dienstleister bieten besonders günstige Preise für Studenten. Es empfiehlt sich also, sich überall nach Studentenrabatten zu erkundigen und diese zu nutzen. Neben Studentenrabatten gibt es auch gesonderte Plattformen, die auf Rabatte aufmerksam machen oder sogar Gutscheine anbieten. Auch hier lohnt es sich, gezielt nach passenden Angeboten zu schauen. Dabei darf man natürlich nicht aus den Augen verlieren, was man wirklich braucht. Man sollte sich also nicht von attraktiven Rabattaktionen dazu verleiten lassen, etwas zu kaufen, das eigentlich unnötig wäre.

Second Hand

Dinge gebraucht zu kaufen ist ebenfalls eine gute Maßnahme, um Geld zu sparen. Vor allem wenn es um die Einrichtung der ersten Wohnung oder der WG geht, können die Kosten schon mal in die Höhe schnellen. Wer sich nach einem gebrauchten Kühlschrank oder einer gebrauchten Couch umsieht, kann deutlich sparen. Auch wer seine Garderobe erneuern will, kann in Second Hand Geschäften einige Schnäppchen machen.

Selber kochen

Versuche außerdem Fast Food und teure Restaurants zu meiden. Stattdessen kannst du das Essensangebot der Mensa nutzen. Noch besser ist es, wenn du dein Essen selber zubereitest. Das hat zusätzlich den Vorteil, dass es in der Regel frischer ist und du weißt, was wirklich drin ist. Auch wenn du ganze Tage in der Uni verbringst, kannst du dein Essen zu Hause vorkochen oder vorbereiten und mit zur Uni nehmen. Dies ist in jedem Fall günstiger als ständig unterwegs etwas zu besorgen. Dabei verliert man nämlich schnell mal den Überblick.

Alternativen zum Auto

Wenn du hin und wieder knapp bei Kasse bist, aber ein Auto besitzt, solltest du zudem darüber nachdenken, dieses aufzugeben. Schließlich ist der Unterhalt eines Autos mit erheblichen Kosten verbunden. Solltest du ab und zu ein Auto benötigen, kann es sich eher lohnen, Car Sharing zu nutzen. Außerdem zahlst du durch deinen Semesterbeitrag in der Regel bereits dein Semesterticket für Bus und Bahn. Damit kommst du meist weiter als gedacht. Erkundige dich also genau, wohin du mit diesem Ticket fahren kannst. Möchtest du eine längere Strecke fahren, kannst du dein Semesterticket mit einem regulären Ticket der Bahn verbinden oder auch eine Mitfahrgelegenheiten nutzen. Auf Dauer kannst du auch hierbei viel Geld sparen.

Familienversicherung

Solange du studierst, kannst du bis zum 25. Lebensjahr kostenlos über einer Familienversicherung mitversichert sein. Behalte dies unbedingt im Hinterkopf. Für den Fall, dass du dein Studium demnächst erst aufnimmst, brauchst du also vorerst keine eigene Versicherung abschließen.

Achte auf regionale Unterschiede

Solltest du das Glück haben, an mehreren Universitäten in verschiedenen Städten angenommen worden zu sein, lohnt sich ein Vergleich der Lebenshaltungskosten in den jeweiligen Städten. Hier kann es enorme Unterschiede geben. Während die Mietpreise in Hamburg (410€), Berlin (363€) und Köln (388€) durchschnittlich bei um die 400 Euro liegen, zahlt man in München bereits über 600 Euro für eine Unterkunft. Die Semesterbeiträge hingegen sind in München geringer als in den anderen drei Städten, sodass sich diese beiden Faktoren fast ausgleichen. Dennoch sollte man alle anfallenden Kosten berücksichtigen und einen Vergleich der verschiedenen Städte vornehmen. Gibt es keine anderen schwerwiegenden Gründe die für die ein oder die andere Stadt sprechen, kann der finanzielle Aspekt durchaus eine Entscheidungshilfe sein.

Viele setzen Geld sparen mit verzichten gleich. Das muss aber gar nicht sein. Wie du siehst, reichen in den meisten Fällen kleine Veränderungen aus, um merkbar Geld zu sparen. Beherzigst du einige dieser Tipps, kann sich deine finanzielle Situation schon bald verbessern.

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