Mann mit Affenmaske jongliert Äpfel

Controlling Wissenschaft

Wirtschaftswissenschaftler, die im Controlling arbeiten wollen, müssen neben einer guten Zahlenkenntnis eine noch bessere IT- und Menschenkenntnis mitbringen.

Witze über Controlling

Ein Witz über Controller

Hänschen spricht zu seinem Vater: »Papa, wenn ich groß bin, möchte ich Controller werden.«
Der Vater schaut ihn ganz entsetzt an und sagt: »Nein, Hänschen, das wirst du besser nicht. Werde lieber Manager.«
Hänschen: »Aber warum denn nicht Controller?«
Vater: »Weißt du, Hänschen, als Manager musst du nur mit den Menschen gut auskommen, dann klappt‘s auch.» »
Und als Controller? »Da hast du es viel schwieriger. Da musst du auch mit den Managern auskommen.«

Controller Wirtschaft

Controller: zwischen Zahlen, Managern, Fachkräften 

Ein Fünkchen Wahrheit enthält dieser Controlling-Witz: Wer als Controller arbeitet, der hat es keineswegs nur mit Zahlen zu tun. Er muss mit Managern auskommen, mit Abteilungsleitern, mit Fachkräften.

»Ein Controller soll auf die Kosten achten und muss dafür mit Managern und Mitarbeitern zusammenarbeiten«, sagt Rosita Blaha, Personalexpertin und Mitglied beim Internationalen Controller Verein (ICV). Das Problem: »Kein Fachbereich lässt sich gerne vorschreiben, wie viel Geld er ausgeben darf. Insofern benötigt der Controller Kommunikationskompetenz und Fachkompetenz.«

Controlling lernen

Lernkurve von Controllern ist sehr steil

Wer im Controlling arbeitet, kann sich daher nicht nur darauf beschränken Einnahmen und Ausgaben zu kontrollieren. Er muss gemeinsam mit dem Management Liquiditätspläne erarbeiten, in Beratungsgesprächen herausfinden wie das Unternehmen und die Branche tickt und ein Gefühl dafür bekommen, wie die Trends in den kommenden Jahren aussehen könnten.

»Gerade am Anfang ist da die Lernkurve sehr steil«, berichtet Roman Danzer.

Der 30-Jährige sammelte nach seinem Betriebswirtschafts-Studium zunächst erste Erfahrungen in der Steuerberatung und Wirtschaftsprüfung und wechselte dann in ein Start-up als interner Buchhalter und Controller. Vor vier Jahren hat er sich in der Region Oberpfalz im Süd-Osten Deutschlands selbstständig gemacht.

»Neukunden treten meist an mich heran, weil sie erstmals ein professionelles Controlling implementieren wollen«, berichtet Danzer. »Kleine Unternehmer haben ja oft keinen richtigen Bezug zur Buchhaltung und dem Controlling. Manche sammeln ihre Belege noch im Schuhkarton, andere haben vielleicht ein Ordnersystem das mit den Jahren eine eigene Dynamik entwickelt hat.«

Aufgaben Controlling

Als Controller bringt Danzer bei vielen Kunden in einem ersten Schritt erstmal Ordnung in die Buchhaltung. Alle Zahlen müssen in einem digitalen System erfasst sein, erst dann können Zeiträume miteinander verglichen, Entwicklungen abgeleitet und Grafiken und Diagramme im Rahmen von Soll-Ist-Vergleichen erstellt werden. »Im Grunde ist es doch so: Ein Unternehmen hat variable und fixe Kosten die zu bedienen sind.

Ich sehe dann auch was reinkommt und muss recherchieren wie die Auftragslage ist. Dann kann ich hochrechnen, wie die Zukunftsprognose aussieht - immer unter Berücksichtigung von zuvor erstellten Budgets, Liquiditäts- und Businessplänen oder Individualzielen der Geschäftsleitung«, fasst Danzer zusammen.

Selbstständiger oder angestellter Controller

Auf diese Weise funktioniert Controlling letztlich in jeder Größenordnung, doch wird es umso komplexer, je größer ein Unternehmen ist. Selbstständige Controller wie Ganzer beraten in der Regel kleinere Unternehmen. Ab einer gewissen Größe leisten sich Unternehmen Inhouse-Controllings, Konzerne haben sogar für jeden Bereich ein eigenes Controlling – für Marketing, Fertigung, Forschung und Entwicklung.

»Natürlich muss ich die spezifischen Gegebenheiten der Abteilung, in der ich Controlling ausüben soll, verstehen«, sagt die Personalberaterin Rosita Blaha. »Und wenn die implementierten Controlling-Systeme keine aussagekräftigen Zahlen liefern, dann muss der Controller in der Lage sein, mit dem Marketingleiter oder dem Einkaufsleiter auf Augenhöhe zu diskutieren, woher Budgetabweichungen resultieren.«

Das Verständnis für eine Branche oder eine Abteilung kommt mit der Erfahrung, Blaha rät deshalb, sich im Controlling früh auf eine Branche oder eine Abteilung zu spezialisieren.

Diese Einschätzung teilt auch Holger Witthaus. Jahrzehntelang hat er in der Technik-Branche gearbeitet, ehe er sich als Controller selbstständig gemacht und der Berliner Agentur Manageminds angeschlossen hat, einem Netzwerk, aus dem sich Unternehmen Unterstützung im Controlling einkaufen können.

»Alle meine Kollegen haben schon einiges an Berufserfahrung im Inhouse-Controlling gesammelt, Erfahrungen, aus denen sie jetzt in der Beratungsarbeit schöpfen können«, so Witthaus. In der Regel würden sich Auffälligkeiten in der Buchhaltung durch bestimmte Kennziffern feststellen lassen, die sich aber je nach Branche und Abteilung unterscheiden.

»Bei Handwerksbetrieben oder Dienstleistungen achte ich beispielsweise auf Normierungen der geleisteten Arbeitsstunden, also den Umsatz pro Stunde, den Rohertrag pro Stunde und die Kosten pro Stunde.«

Studium: Controlling 

Im Studium gibt es eine Einführung in solche Kennziffern, in Lehrbüchern und Online-Datenbanken finden sich ganze Sammlungen. Erfahrene Controller haben jedoch zumindest für ihren Spezialbereich die Kennziffern verinnerlicht und können so viel souveräner und zeiteffizienter Rückschlüsse aus Bilanzen ziehen.

Natürlich wird ein gewisses Verständnis für Zahlen im Controlling vorausgesetzt, allerdings nicht derart, dass man besonders gut Kopfrechnen können müsse. Das übernimmt die Software.

»Ein einfaches Controlling kann man schon in Access oder Excel bauen«, sagt Witthaus, „es existieren verschiedene modulare Bausätze für spezielle Anforderungen, einiges habe ich mir mit Kollegen auch selbst programmiert.«

Steigt der Komplexitätsgrad, werden auch kompliziertere Softwarelösungen nötig, viele Controller arbeiten mit Programmen wie Prevero oder SAP. »Eine hohe IT-Affinität ist im Controlling wichtig«, findet Rosita Blaha, »eine gute Software liefert dem Controller die notwenigen Daten und Zahlen. Dann geht es darum, die Zahlen zu interpretieren und aussagekräftige Analysen zu erstellen.«

Controlling Zukunft

Controlling mit besten Zukunftsperspektiven

Über mangelnde Auftragslage können sich Controller nicht beschweren. »Die Nachfrage nach Controllern wird weiter steigen«, so Blaha. »Unternehmen und Märkte entwickeln und verändern sich heute derart schnell, dass es immer wichtiger wird, auf die Liquidität zu achten.« Für die Controller-Branche bedeutet das aber auch einen weiteren Wandel des Berufsbildes. »Gefragt sind nicht Menschen, die ihre Schlüsse allein aus Zahlenanalysen ableiten. Stattdessen sollten sich Controller als Berater verstehen, die wissen, was ein Bereichsverantwortlicher braucht, die mitdenken und auch schon mögliche zukünftige Entwicklungen des Unternehmens im Blick haben.«


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