Controller im Mittelstand
Controller im Mittelstand audimax

Was machen Controller im Mittelstand?

Controller im Mittelstand behalten nicht nur jederzeit den Überblick – sie gestalten Entscheidungen an vorderster Front mit

»Ich schaffe mir hier meine eigenen Freiräume, bin ein Gestalter und kann Dinge auch einfach mal machen« verrät Carsten Kühn auf die Frage, was ihm an seiner Stelle besonders gut gefällt.

Der Corporate Controlling Director des Elektronikunternehmens Sennheiser ist nach langen Jahren in einem Großkonzern im Mittelstand hängen geblieben – und er ist damit nicht der einzige, denn schon längst punkten Mittelständler mit flachen Hierarchien, schnellen Aufstiegschancen und der Möglichkeit, die eigene Karriere proaktiv zu gestalten – gerade auch in klassischen Berufen wie beispielsweise dem des Controllers.


»Der Stellenwert des Controlling im Mittelstand nimmt zu«, erklärt Dr. Patrick Ulrich von der Otto-Friedrich-Universität Bamberg, »neben der Informationsrolle, die der Controller einnimmt, kann er auch noch diejenige des Kontrolleurs oder des Beraters übernehmen. In vielen mittelständischen Unternehmen arbeitet man erst einmal als operativer Kontrolleur – denn bei allen Entscheidungen hat der Unternehmer die letzte Entscheidungsgewalt. Selbst, wenn man zahlenmäßig etwas anderes bewiesen hat, kann es heißen: ›Das machen wir trotzdem!‹«, so Dr. Ulrich. Doch als Kaufmann verwaltet der Controller ja nicht nur das Geld des Unternehmens, sondern auch des Unternehmers.

Ist er erst einmal in diese Vertrauensfunktion gelangt, fungiert er dann oft auch als direkter Berater und Stratege für die Geschäftsführung, schließt der promovierte Wirtschaftswissenschaftler. Auch Carsten Kühn arbeitet in engem Kontakt mit der Geschäftsleitung. Sein Team betreut vom Supply Chain Management bis hin zum Marketing und sogar die Geschäftsführung jede Abteilung des Unternehmens.

»Wir arbeiten direkt im Top-Level mit. Die Geschäftsführung ist bei uns eben ganz nah dran«, beschreibt der Diplom-Kaufmann.

Damit besteht natürlich auch die Möglichkeit, die Zukunft des Unternehmens aktiv mitzugestalten.

Doch obwohl eine Karriere im Mittelstand die Möglichkeit bietet viel zu lernen, schnell Verantwortung zu übernehmen und leichter in eine höhere Hierarchieebene aufzusteigen, sollte Absolventen immer bewusst sein, dass die höhere Verantwortung auch mehr Risiken und eine höhere Sichtbarkeit mit sich bringt.

»Jeder muss seine Leistung bringen«, betont Carsten Kühn, »Sprüche wie ›Das ist nicht meine Aufgabe‹ oder ›Dafür bin ich nicht zuständig‹ kenne ich eigentlich nicht. Dafür dürfen aber auch einmal Fehler gemacht werden«.

Für Menschen, die sich gerne tief in ein Spezialgebiet versenken und in einer straffen Struktur an diesem arbeiten möchten, ist eine Karriere im Mittelstand deshalb nicht die perfekte Wahl. So legt auch Carsten Kühn in seinem kleinen Team wert darauf, dass jeder genug Fachwissen in allen Gebieten besitzt, um die Kollegen notfalls vertreten zu können. Wer aber mit dieser Unternehmenskultur zurecht kommt, wird sich in einem breiten Aufgabenspektrum sicher bewegen und dabei immer den Überblick behalten können – ein durchaus nicht zu unterschätzender Vorteil.

»Denn viele Controller im Großkonzern klagen über Anonymität und Sinnlosigkeit. Man macht etwas, ohne genau zu wissen, warum und ob es sinnvoll war«, schließt Dr. Ulrich, »im Mittelstand dagegen kann man als Allroundtalent auch wirklich alles einbringen, was man gelernt hat«. 


Anzeige

Anzeige