Foto: Anton Shuvalov/Unsplash

Berufseinstieg bei Banken trotz Finanzkrise?

Die vergangenen Jahre waren schwierig für die Bankenbranche: Verloren gegangene Reputation wieder aufzubauen, darum geht es Banken. Und achten dadurch auf deine Soft Skills. Worauf es beim Berufseinstieg ankommt, verraten wir dir hier!

Bankenbranche: Imageverlust durch Finanzkrise

Anfang der 1990er Jahre war die Welt für Banken noch in Ordnung. Die Deutsche Bank zum Beispiel warb damals in einer riesigen Werbekampagne mit dem Spruch ›Vertrauen ist der Anfang von allem‹. Wenn dem heute immer noch so ist, werden nicht allzu viele Dinge angefangen. Im Zuge der Wirtschaftskrise stürzte das Vertrauen der Bevölkerung in Banken nämlich ins Bodenlose. Nahezu die Hälfte der Bürger vertraut ihrer Bank nicht mehr und auch die Unzufriedenheit der deutschen Anleger mit ihren Finanzberatern wächst. Laut einer Umfrage von TNS Sofres in mehreren europäischen Ländern gaben 38 Prozent der in Deutschland befragten Teilnehmer an, dass sie ihrem wichtigsten Finanzberater heute weniger vertrauen als noch 2008. Ein Fünftel der Deutschen hat ganz allgemein zu Beratern heute nur noch wenig oder gar kein Vertrauen mehr. Als Ursache hierfür werden mangelnde Aufmerksamkeit für die Bedürfnisse des Kunden und fehlende Initiative genannt. Die Zufriedenheit der Deutschen mit ihrer Finanzberatung hat damit insgesamt stärker abgenommen als in anderen europäischen Ländern: Im Durchschnitt bestätigten 31 Prozent der Umfrageteilnehmer einen Vertrauensverlust. Das heißt für Banken und unabhängige Finanzberater, dass sie zwar noch von der Mehrzahl der Anleger zur Anlageberatung genutzt werden. Doch die Zahl derer, die selbst über ihre Finanzanlagen entscheiden, steigt.
 

Berufseinstieg bei Banken: Vertrauen gewinnen als Aufgabe

Es liegt also an den Bänkern von heute und morgen, verloren gegangenes Vertrauen zurückzuerobern. Einer dieser Bänker von heute ist Sebastian Foerster, der an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn Volkswirtschaftslehre studiert hat. »Die Entscheidung, ein wirtschaftswissenschaftliches Studium zu absolvieren, ist bei mir sehr früh gefallen. Schon während meiner Schulzeit habe ich gemerkt, dass mich die Finanzbranche sehr interessiert und ich Spaß im Umgang mit Zahlen habe«, blickt Foerster zurück auf eine Zeit, als die Bankenwelt noch in Ordnung war.
Nach einem Praktikum stand für ihn der Entschluss fest, in der Bankenbranche zu arbeiten – Letztlich hat er sich für das Universaltraineeprogramm der WGZ Bank entschieden, wo er seine Traineestationen flexibel planen und so die Bereiche kennenlernen kann, die ihn besonders interessieren. »Derzeit absolviere ich meine dritte Station in der VR Unternehmerberatung GmbH, einem Tochterunternehmen der WGZ Bank und der DZ Bank. Dort beschäftigen wir uns mit aktuellen Mergers & Acquistions-Themen des Mittelstandes. Meine Haupftaufgabe liegt in der Erstellung von Pitch-Präsentationen für Akquisezwecke beim Kunden«, berichtet der VWLer.
 

Ein langweiliger Schalterjob? Von wegen!

Dass Bankangestellte nicht nur durch den Vertrauensverlust, sondern auch durch das sehr tradierte Klischee des ›spießigen und langweiligen Schalterjobs‹ wenig Spaß an ihrer Arbeit haben, kann Foerster klar verneinen: »Das Klischee ist heutzutage weit überholt. Die WGZ Bank zum Beispiel ist eine moderne Zentralbank mit flachen Hierarchien und einem freundlichen Umgang der Kollegen untereinander. Ich werde jeden Tag mit neuen Themen und Herausforderungen konfrontiert, das sorgt für Abwechslung.«

Wer schon lange auf eine Tätigkeit im Bankensektor schielt dem empfiehlt der Trainee, so früh wie möglich ein Praktikum bei einer Bank zu machen. »Durch praktische Erfahrungen lernt man den Sektor live kennen – außerdem ist dann schon der erste Fuß in der Tür. Gegen Ende des Studiums ist es sinnvoll, sich über mögliche Traineeprogramme oder den Direkteinstieg zu informieren. So haben Interessierte noch Zeit, ihren Lebenslauf gezielt auf die Anforderungen der Branche anzupassen – etwa durch einen Auslandsaufenthalt oder ein weiteres Praktikum.«
 

Einstiegsgehälter in der Bankenbranche

Bei allen täglichen Herausforderungen und der Freude am Job – ein wichtiges Kriterium für Absolventen bleibt natürlich das Gehalt, und das sieht im Bankensektor gar nicht mal so schlecht aus. Das Durchschnittsgehalt bei Berufseinsteigern mit bis zu zwei Jahren Berufserfahrung liegt laut Angaben des Vergütungsdienstleisters PersonalMarkt.de bei über 41.000 Euro brutto, bei zwei bis fünf Jahren Berufserfahrung bei mehr als 50.500 Euro und bei denjenigen, die bereits seit fünf bis zehn Jahren in der Branche arbeiten, bei über 67.000 Euro. 

Allein des Geldes wegen ist Lars Niendorff natürlich nicht in den Bankensektor gerutscht. Ausschlaggebend für ihn war viel mehr ein Börsenspiel seiner örtlichen Sparkasse, an dem er in seiner Schulzeit erfolgreich teilgenommen hatte. »Damit war mein Interesse für Börse, Kapitalmärkte und wirtschaftliche Zusammenhänge geweckt. Nach einer zuvor absolvierten Bankausbildung und gesammelter praktischer Berufserfahrung war ich mir ziemlich sicher, dass ich meine berufliche Zukunft im betriebs- und volkswirtschaftlichen Bereich sehe«, blickt Niendorff auf seinen Werdegang zurück. Zunächst studierte er Economics an der Universität Hamburg, mittlerweile ist er Junior Relationship Manager bei HSBC Trinkaus. »Während meines Studiums hatte ich mich für ein Praktikum im Firmenkundenbereich beworben. Während des Praktikums habe ich festgestellt, dass mir die Aufgaben eines Relationship Managers gefallen und liegen«, berichtet Niendorff über seinen Übergang vom Praktikanten zum Trainee und ergänzt: »Als Relationship Manager bin ich Ansprechpartner für Unternehmen, die mit HSBC Trinkaus zusammenarbeiten oder zusammenarbeiten möchten. Ich betreue diese Unternehmen grundsätzlich als erster Ansprechpartner in allen Fragen rund um ihr Bankgeschäft mit unseren Produkten und Dienstleistungen und koordiniere die jeweilige Kundenverbindung innerhalb unseres Hauses für unsere Spezialistenteams.«

Allein dieses Beispiel zeigt, dass im Bankensektor eine weitere Komponente zum Tragen kommt, die vor allem auch dafür wichtig ist, den eingangs erwähnten Vertrauensverlust abzufedern. »Neben betriebswirtschaftlichen sowie ökonomischen Fragestellungen und Zusammenhängen kommt es stark auf die sozialen Kompetenzen an. In sehr vielen Aufgabenbereichen haben die Mitarbeiter einen engen Kontakt zu Kunden. Außerdem gilt auch bei Banken – und gerade bei volatilen Finanzmärkten –, dass kein Tag ist wie der andere «, führt Niendorff schließlich aus. 


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