Münzhaufen und Stifte auf Blatt Papier
In der Finanzbranche zählen Fakten und Zahlen stevepb / pixabay.com unter CC0 Public Domain

Erfolgreicher Einstieg in die Banken- und Finanzbranche

Der Einstieg in die Finanzwelt will gut vorbereitet sein. Ein BWL-Abschluss allein reicht häufig nicht aus. Hier erfährst du, mit welchen Skills du besonders punkten kannst.

BWL-Absolventen haben ein mehrjähriges Studium hinter sich und sind fit in allen Fragen rund um Zahlen und Finanzen. Das sollte doch reichen, um erfolgreich bei einer Bank oder einem Finanzdienstleister durchzustarten – oder? Auch wenn es die angehenden Einsteiger vielleicht nicht gerne hören: Die Antwort lautet nein. Um bei der Bewerbung in der Finanzbranche zu punkten, braucht es mehr als den reinen Studienabschluss. Welche fachlichen Qualifikationen sehen die Personalabteilungen besonders gern?

Mit der Branche des Wunscharbeitgebers beschäftigen

Studienschwerpunkte: Betriebswirtschaft ist in der Regel ein Studienfach, das ein ziemlich breites wirtschaftliches Wissen vermittelt. Für die speziellen Fragestellungen in Banken und bei Finanzdienstleistern ist es daher sinnvoll, dass sich Studierende schon während ihres Studiums mit der Branche ihres Wunscharbeitgebers beschäftigt haben. Dies können je nach Einstiegsposition Studienschwerpunkte wie Accounting, Controlling und Versicherungslehre sein. Auch Fächer wie Statistik und Risikomanagement sind gerne gesehen. Da Banken und Finanzdienstleister beliebte Arbeitgeber sind, ist ein sehr guter Studienabschluss hilfreich, um sich aus der Masse der Bewerber abzuheben.

Praxiserfahrungen sammeln erleichtert den Berufseinstieg

Praktische Erfahrungen: Gute theoretische Kenntnisse sind nicht alles – viel wichtiger ist es, vor dem Berufseinstieg auch praktische Erfahrungen gesammelt zu haben. Sie helfen nicht nur, sich schneller zurechtzufinden, sondern vermeiden auch den Praxisschock. In Praktika, bei Hospitationen oder als studentische Hilfskraft können sich die Studierenden bereits vor ihrem Abschluss einen Überblick über relevante Aufgaben und Bereiche verschaffen. International tätige Unternehmen bieten manchmal sogar Praktika im Ausland an. Praxiseinsätze helfen nicht nur dem Arbeitgeber, den Kandidaten im Vorfeld kennenzulernen, sondern lassen auch den Bewerber erkennen, wo seine eigenen Stärken und Vorlieben liegen. Auch eine abgeschlossene Berufsausbildung, etwa als Bank- oder Versicherungskaufmann, sind in der Branche gern gesehen.

Sprachkenntnisse im Ausland vertiefen

Sprachkenntnisse: Die Finanzbranche ist international geprägt: Viele Banken und Finanzdienstleister in Deutschland operieren weltweit oder sind Bestandteil internationaler Konzerne. Daher werden häufig Englischkenntnisse erwartet, um mit Kollegen und Geschäftspartnern weltweit sicher kommunizieren zu können. Schulenglisch reicht hier nicht aus – die Anforderungen an die Sprachkenntnisse reichen von ›verhandlungssicher‹ bis ›exzellent‹. Am besten ist es, wenn Bewerber ihre Englischkenntnisse bei einem Auslandsaufenthalt oder in einem Auslandssemester verfeinert haben. Auch Praktika im englischsprachigen Ausland sind sehr wertvoll, denn dabei lernen die Praktikanten direkt die Fachsprache ihrer Branche kennen. Je nach internationaler Ausrichtung des Unternehmens sind weitere Fremdsprachenkenntnisse gern gesehen. Neben Spanisch und Französisch können dies zum Beispiel Sprachen aufsteigender Wirtschaftsnationen sein, etwa Chinesisch oder osteuropäische Sprachen.

IT-Kenntnisse sind ein klarer Wettbewerbsvorteil

IT-Kenntnisse: Betriebswirte müssen keine Programmierkenntnisse mitbringen – dafür sind die Kollegen aus der IT-Abteilung zuständig. Aber sie sollten sicher mit allen gängigen IT-Standardanwendungen wie Word, Excel und PowerPoint umgehen und wissen, wie sie Zahlen gut bearbeiten und präsentieren können. Da die Finanz- und Bankenbranche immer stärker digitalisiert wird, ist eine gewisse IT-Affinität sinnvoll. Immer mehr Prozesse sind IT-getrieben, sodass Absolventen keine Scheu haben sollten, sich in technische Abläufe einzuarbeiten. Wer in der Banken- und Finanzbranche zum Beispiel im E-Commerce arbeitet, wird um tiefergehendes Wissen aus diesem Bereich nicht herumkommen. Vielleicht hat der Bewerber ja schon mal eine eigene Website programmiert?

Projektmanagement spielt eine wichtige Rolle

Erfahrung in Projektmanagement: Immer häufiger werden Aufgaben auch bei Banken und Finanzdienstleistern in Projekten realisiert. Wer kurzfristig solch ein Projekt leiten will, sollte sich möglichst früh mit dem Thema Projektmanagement beschäftigt und beispielsweise in Praktika erste Kontakte damit gehabt haben. Auch der Besuch einer Projektmanagement-Fortbildung ist hilfreich, um positiv aufzufallen. Einige Unternehmen schätzen es zudem, wenn Bewerber bereits Erfahrungen im agilen Umfeld mitbringen und ihnen Methoden wie Scrum oder Design Thinking nicht fremd sind.

Weiterbildungen qualifizieren für erfolgreiche Laufbahn

Weiterbildung: Im Banken- und Finanzsektor kommt es häufig zu Veränderungen: Neue gesetzliche Regulierungen und Vorschriften sind an der Tagesordnung. Daher müssen Bewerber bereit sein, hier ständig auf dem Laufenden zu bleiben. Auch konkrete Weiterbildungen sind in der Finanzbranche vielfach unerlässlich. So sind zum Beispiel Fortbildungen zum Chartered Financial Analyst (CFA) oder zum Chartered Alternative Investment Analyst (CAIA) Bausteine einer erfolgreichen Portfoliomanager-Laufbahn. Für Banker gibt es mehrere Qualifizierungsprogramme, die unter anderem von der Deutschen Vereinigung für Finanzanalyse und Asset Management (DVFA) angeboten werden. Für bestimmte Berufe sind zudem spezielle Zusatzqualifikationen unerlässlich. Wertpapierspezialisten müssen zum Beispiel eine EUREX-Lizenz besitzen. Je nach Karriereziel kann ein MBA-Studium oder ein Executive MBA Programm sinnvoll sein. Für Letzteres wird Berufs- und Führungserfahrung vorausgesetzt. Manche Finanzunternehmen haben eine eigene Corporate University oder ähnliche Einrichtungen, an denen die Mitarbeiter Kurse belegen können.

Echtes Interesse und Extra-Wissen

Interesse für Branchenthemen: Der Arbeitsmarkt Banken und Finanzen ist für viele eine attraktive Branche – nicht zuletzt, weil die Gehälter oft höher liegen als in anderen Sparten. Doch das Gehalt sollte nicht das Ausschlagkriterium sein, um sich für einen Beruf zu entscheiden. Viel wichtiger ist es, sich tatsächlich für die Branchenthemen zu interessieren. Die Lektüre von Fachzeitschriften zum Beispiel kann helfen, sich auf aktuelle Trends und Entwicklungen vorzubereiten. Mit diesem Wissen und echtem Interesse für banken- und finanzdienstleistungsspezifische Themen können Bewerber im Vorstellungsgespräch mehr punkten als mit guten Noten und einem Studium ohne zusätzliches Engagement.

 


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