Versicherungsbranche. Versicherer brauchen Akademiker

Der Hammer landet schnell auf der Hand, weshalb jeder Versicherungen braucht - und damit Versicherer viele Akademiker.

Daumen mit vielen Pflastern umhüllt

Knapp ein Fünftel der Mitarbeiter bei den Versicherungen in Deutschland verfügt über einen Hochschulabschluss

Die am stärksten nachgefragten akademischen Einsteiger sind Wirtschaftswissenschaftler, Juristen und Mathematiker, hier besonders die Versicherungsmathematiker. Doch obwohl die deutsche Versicherungsbranche mit rund 216.000 Beschäftigten eine verhältnismäßig kleine Branche darstellt, ist der Nachwuchsbedarf enorm:

20 Prozent der Versicherungsunternehmen gaben im Vorjahr bei einer Umfrage des Staufenbiel-Instituts an, dass ein Mangel an Fachkräften mit branchenspezifischen Kenntnissen herrsche – vor allem an Spezialisten in den Bereichen Lebens-, Sach- und Krankenversicherung. Innerhalb der nächsten fünf Jahre erwartet jedes vierte Unternehmen der Branche große Belastungen durch einen Engpass an Versicherungsfachkräften. Dabei prognostizieren die Firmen besonders einen Mangel an Aktuaren, Mathematikern, Informatikern und Spezialisten im Risikomanagement.

»Die Chancen von Absolventen und Young Professionals in der Versicherungswirtschaft sind weiterhin hervorragend«, urteilt Dr. Michael Gold, Geschäftsführer des Arbeitgeberverbandes der Versicherungsunternehmen in Deutschland. »Seit Jahren steigt der Anteil der Akademiker in der Assekuranz kontinuierlich an und dieser Trend wird sich auch weiterhin fortsetzen.«

Damit seien auch für Wirtschaftswissenschaftler die Chancen sehr gut

Ende 2011 arbeiteten 14.300 Wirtschaftswissenschaftler in der Assekuranz – ein Wachstum gegenüber 2010 von fast sechs Prozent (2010:13.500). Im Jahr 2000 waren es noch 11.800 Ökonomen. auch längerfristig gehen Analysten davon aus, dass Wirtschaftswissenschaftler in der Versicherungswirtschaft gut unterkommen, denn der Markt für Versicherungen weist trotz Finanzkrise eine steigende Tendenz auf: Nach Angaben des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) verzeichneten deutsche Versicherer im Jahr 2011 ein Prämienvolumen von insgesamt 178,2 Milliarden Euro. Dies bedeute zwar einen leichten Rückgang der Prämieneinnahmen um 0,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr, verantwortlich sei jedoch die erwartete Normalisierung des Einmalbeitragsgeschäfts in der Lebensversicherung, gab der GDV bekannt. Besonders erfreulich sei die Entwicklung beim Neugeschäft gegen laufenden Beitrag: Nach den Minusraten der beiden Vorjahre ist dieses in 2011 um mehr als acht Prozent (+8,3 Prozent) gewachsen. Das zeigt: »In einem Stimmungsfeld großer Verunsicherung und Misstrauens gegenüber den Kapitalmärkten vertrauen die Menschen der Lebensversicherung«, so der GDV. Auch im laufenden Beitragsgeschäft konnte die Branche in 2011 insgesamt mit einem Plus von 2,3 Prozent das beste Ergebnis seit 2005 erreichen.


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