Mädchen verzieht Gesicht mit Helm und Ellenbogenschonern und Kissen um den Oberkörper gespannt

Vertrieb bei Versicherungen

Sicherheit verkaufen: Die Zeiten vom Klinkenputzen sind vorbei – heute ist der Vertrieb von Versicherungen äußerst abwechslungsreich.

Deine Eltern kennen sie bestimmt, haben vielleicht sogar selbst eine: Die Kapitallebensversicherung, die jahrzehntelang die Lieblingspolice der Deutschen und sozusagen die Bibel oder das Regal ›Billy‹ unter den Versicherungen war. Für dich sind Versicherungen wahrscheinlich ein leidiges Thema, weil dir deine Eltern ständig damit in den Ohren liegen und du sie als Arbeitgeber so attraktiv findest wie Cindy aus Marzahn als Frau. Doch die Tätigkeit in einem Versicherungsunternehmen ist gar nicht so langweilig, wie viele annehmen.

Der Job von Marcus Liehr ist dafür ein gutes Beispiel. Liehr ist Organisationsleiter bei der Debeka und immer zur Stelle, wenn es interessant wird: Uniabschluss, Hochzeit oder die Geburt eines Kindes sind einschneidende Erlebnisse und regeln das Leben neu.

»Ändert sich eine Lebenssituation, ändert sich auch der Bedarf. Gemeinsam ermitteln wir diesen dann wieder. Da ist also viel Bewegung drin«, berichtet der 33-Jährige.

Was seinen Job so abwechslungsreich gestaltet, ist in erster Linie sein Arbeitsplatz. Liehr ist Organsiationsleiter im Bereich Hochschulvertrieb und leitet eine Vertriebsmannschaft bestehend aus Außendienstmitarbeitern an der Freien Universität Berlin. Einem Ort also, an dem sich viele Menschen in einer Umbruchsphase befinden. »Unser Klientel besteht ausschließlich aus Mitarbeitern der Hochschule, Dozenten und Studenten«, erzählt Liehr, der selbst an der FU Berlin studiert hat. Genauer gesagt betreibt er Risiko-Management für seine Kunden. Bevor ein Risiko richtig versichert werden kann, muss es erkannt und bewertet werden. Der Diplom-Volkswirt berät seine Kunden zu Fragen der Absicherung oder der Altersvorsorge. 

»Für mich war es immer wichtig, mit Menschen zu arbeiten und Kontakt zu pflegen«, erzählt Liehr.

Für den Vertrieb bei der Debeka trifft genau das zu. Er fährt fort:

»Jeder Kunde ist anders und für jeden Kunden versuchen wir, das passende Produkt zu finden – gemeinsam.«

Die Tatsache, dass er selbst Akademiker ist, sieht der Berliner als großen Vorteil. Sein VWL-Studium hat ihm nicht nur vermittelt, wie das zum Beispiel mit Angebot und Nachfrage funktioniert, sondern auch, wie man strukturiert denkt. Nicht zuletzt spricht er, dank seines Abschlusses, mit Kunden und Interessenten auf Augenhöhe. Sein persönliches Steckenpferd sind die ›Fit-for-Job‹-Vorträge, die er mit seinem Team und dem Career-Center der FU Berlin organisiert. Wie sollen Bewerbungsunterlagen aussehen? Wie verläuft ein Vorstellungsgespräch? Fragen, die ihm selbst damals durch den Kopf gegangen sind, beantwortet er heute in den entsprechenden Vorträgen für zukünftige Absolventen. Zu seinem Job gehört es auch stets ›up-to-date‹ zu sein:

»Ich muss wissen, was in der Welt – und besonders in der Wirtschaft – passiert. Ein Beispiel ist die aktuelle Kritik an der Lebensversicherung. Darauf sprechen mich die Kunden an und verlangen Fakten und nicht bloße Floskeln.«

Die Einführung von Unisex-Tarifen in der privaten Krankenversicherung ist ebenfalls eine Neuerung, mit der sich Versicherungsunternehmen auseinandersetzen müssen. So plant auch Marc Lange von Signal Iduna intensiv mit seinem Team, wie man Kunden über die aktuellen Veränderungen aufklären kann. Als Verkaufsleiter ist der 30-Jährige sozusagen ein Allrounder. In erster Linie geht es ihm natürlich um den Vertrieb und darum, seine Verkaufseinheit dazu zu motivieren, die Vertriebsziele des Unternehmens zu erfüllen. Da diese Verkaufseinheiten derzeit aus acht Agenturen bestehen, unterscheiden sich die Vertriebsziele zum Teil jedoch erheblich. Seine Aufgaben reichen auch in den Personalbereich, denn durch regelmäßige Gespräche schafft er Anreize, diese Ziele zu erreichen.

»Zudem plane ich gemeinsam mit meinen Verkäufern Verkaufsaktionen und kümmere mich zum Beispiel um das Marketing einer Agentur«, schildert der Diplom-Kaufmann.

Da nicht zuletzt gute Zahlen ein Erfolgsfaktor im Vertrieb sind, muss Lange auch das Controlling der Agenturen managen. Ein buntes Potpourri aus betriebswirtschaftlichen Aufgaben und Bereichen also. Dennoch hat sich Lange die Branche bewusst ausgesucht:

»Die Herausforderung, Menschen von einem Produkt zu überzeugen, das sie zunächst nur Geld kostet und vorerst keinen Nutzen bringt, birgt für mich einen großen Reiz. Versicherungen kann man nicht riechen, fühlen oder schmecken. Erst wenn man eine Versicherung in Anspruch nehmen muss, freut man sich hoffentlich darüber, dass man mit Hilfe einer guten Beratung eine bedarfsgerechte Versicherung abgeschlossen hatte.« 

zitat maya atli management start up gotha

Wo Liehr und Lange sind, will Maya Atli noch hin. Die 29-jährige Diplomkauffrau absolviert derzeit das ›Management Start Up‹-Programm der Gothaer im Bereich Vertrieb. Als Trainee lernt sie unterschiedliche Abteilungen kennen und darf verantwortungsvolle Projekte begleiten oder sogar selbst übernehmen. Ihre ersten Erfahrungen im Vertrieb sammelte die Betriebswirtin im Einzelhandel. Die Vielfältigkeit der Aufgaben sowie die Möglichkeit, frühzeitig Verantwortung zu übernehmen haben sie gereizt, jedoch konnte sie ihren Karriereweg nicht mitbestimmen. So ist sie in der Versicherungsbranche gelandet, an der sie großen Gefallen findet. Besonders viel Spaß hat ihr die halbjährige Station in der Vertriebssteu-erungsabteilung gemacht, in deren Rahmen sie an einem Ausbildungskonzept mitarbeiten durfte. »Wir überlegten, wie wir unseren Nachwuchs so fordern und fördern, dass wir langfristig junge Talente an das Unternehmen binden. Das war sehr spannend, da ich das Konzept auch vor dem Vorstand präsentieren durfte und nun sogar aus dem Konzept ein Projekt geworden ist«, berichtet sie stolz.

Das Traineeprogramm war insgesamt ein Glücksgriff für Atli und dient als Karrieresprungbrett. Durch die Rotation innerhalb des Vertriebs und Stationen an allen relevanten Schnittstellen erhält sie einen sehr guten Überblick und kann schnell Netzwerke knüpfen. »Meine Zielposition ist derzeit die des Organisationsleiters, der die selbstständigen Versicherungsvertreter der Gothaer betreut. Allerdings ist das Programm so flexibel, dass sich auch spontan eine andere Tätigkeit ergeben kann.«

Am Beruf des Organisationsleiters gefällt ihr besonders, dass man Ansprechpartner in allen Lebenslagen ist. Er ist erste Anlaufstelle, egal, ob es um fachliche Fragen, persönliche Probleme oder organisatorische Hilferufe geht.

»Wenn das Telefon klingelt, weiß man meist nicht, welche Herausforderung als nächstes auf einen wartet, das macht es aus meiner Sicht so reizvoll«, erklärt Atli.

Im Vertrieb richtig ist in ihren Augen, wer nicht den ganzen Tag vor dem Bildschirm verbringen möchte, sondern eher mit anpackt, bereit ist, Verantwortung zu übernehmen und viel mit Menschen arbeiten möchte.

»Das ›Management Start Up‹-Programm bietet auch all denen einen schnellen, tiefgehenden Einblick, die bisher noch nicht an eine Karriere im Versicherungsvertrieb gedacht haben, aber auf der Suche nach einer spannenden, abwechslungsreichen und herausfordernden Tätigkeit sind.«

Und was meinst du? Gar nicht so langweilig in der Versicherungsbranche, oder?


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