Foto: Chris Li / Unsplash

Zeitleiste der Wirtschaftskrise von 2007 bis 2010

Wie sich die Wirtschaftskrise ausgebreitet hat. Ein Rückblick.

Wirtschaftskrise, Frühjahr 2007:

In Folge einer riesigen Kreditblase beginnt in den USA eine nie gekannte Immobilienkrise. Abertausende von US-Amerikanern kauften sich Häuser ohne Eigenkapital – die Kaufsumme wurde zu 100 Prozent von Bankkrediten beglichen. Als die Zinssätze stiegen, konnten nur die Wenigsten ihren Kredit abbezahlen, woraufhin Banken die ausstehenden Forderungen an Hedgefonds verkauften. Da der Wert der Immobilien sank, gingen viele Hausbesitzer pleite und die Hedgefonds platzten. Fehlspekulationen von Banken weltweit gaben der Wirtschaft den Rest, die Immobilienblase platzte und bedrohte tausende Privatpersonen und hunderte Finanzinstitute. Bis jetzt sind allein in den USA seit Beginn der Krise mehr als 250 Banken pleite gegangen.
 

Wirtschaftskrise, 15. September 2008:

Die US-Investmentbank Lehman Brothers, die in Folge von Fehlspekulationen Verluste in Milliardenhöhe hinnehmen musste, meldet Insolvenz an. Tausende Anleger allein in Deutschland, deren Anlagen in Zertifikate einer niederländischen Tochtergesellschaft von Lehman Brothers investiert wurden, verloren ihr Geld. Auch der Versicherungsriese AIG steht am Rande der Existenz, aus der Finanz- wird infolge dessen eine Wirtschaftskrise.

Wirtschaftskrise, Herbst 2008:

Die Auswirkungen der Krise betreffen immer mehr die Realwirtschaft. Weltweit melden Unternehmen Insolvenzen an. An einzelnen Tagen im Oktober und November verliert der Deutsche Aktienindex (Dax) bis zu sieben Prozent. Lag der Dax Ende 2007 noch bei 8.067 Punkten, verlor er im Jahresverlauf 2008 mehr als 40 Prozent auf 4.810 Punkte.

Im Oktober gibt die Bundesregierung eine Garantieerklärung für Spareinlagen in Deutschland ab. Der Hypo Real Estate droht die Insolvenz, Staat und Finanzindustrie bürgen mit insgesamt 50 Milliarden Euro. Zwei Konjunkturprogramme, ein Rettungspaket und zahlreiche Gesetzesänderungen strukturieren den Finanzaufsichtsmarkt weitgehend neu.

Wirtschaftskrise, April 2009:

Auf einem zweiten Gipfeltreffen der G20-Staaten seit Krisenbeginn beschließen die Mitgliedsstaaten ein Weltkonjunkturprogramm in Höhe von 1,1 Billionen US-Dollar. Ein weiteres Treffen findet nur fünf Monate später statt.

Wirtschaftskrise, August 2009:

Der Internationale Währungsfonds (IWF) korrigiert seine Schätzungen über die Gesamtverluste im Zuge der Krise: Hieß es im April des Jahres noch, der Gesamtverlust werde rund vier Billionen US-Dollar betragen, verdreifachte der IWF seine Schätzungen auf 11,9 Billionen US-Dollar. Allein in Westeuropa gab es 2009 rund 22 Prozent mehr Unternehmensinsolvenzen als 2008. In Spanien verdoppelte sich dieser Wert sogar, in Deutschland gingen 16 Prozent mehr Firmen pleite.

Wirtschaftskrise, Frühjahr 2010:

Griechenland steht kurz vor dem Staatsbankrott, was zu einer ‘Eurokrise’ führt. Ein europaweites Rettungspaket mit einem Volumen von 750 Milliarden Euro soll Griechenland und somit die Gemeinschaftswährung vor dem Kollaps retten.

Wirtschaftskrise, Sommer 2010:

Im zweiten Quartal steigt das Bruttoinlandsprodukt in Deutschland um 2,2 Prozent – das stärkste Wachstum seit 1987.


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