Wecker aus dem ein Bonusauszug kommt und eine Hand die nach Münzhaufen greift in grün gemalt
mauritius images / Lee Woodgate

Deine Karriere im Handel

Kaufen kann jeder! Verkaufen ist hohe Kunst. Diese Gründe sprechen für eine Karriere im Handel

Mit drei Millionen Beschäftigten und fast 460 Milliarden Euro Umsatz ist der Handel der drittgrößte Wirtschaftszweig der deutschen Wirtschaft. 50 Millionen Kunden werden täglich betreut – Tendenz steigend, denn es werden jährlich neue Stellen geschaffen. Beinahe 30.000 entstanden laut Handelsverband Deutschland (HDE) von 2014 bis 2015.

Und noch etwas spricht für den Handel: Über 90 Prozent der Arbeitnehmer sind zufrieden oder sogar sehr zufrieden mit ihrem derzeitigen Job, so das Ergebnis einer HDE-Umfrage. Zudem haben rund neun Prozent der etwas drei Millonen Beschäftigten einen Hochschulabschluss, bei den Führungskräften sogar fast doppelt so viele.

Digitalisierung im Handel

Digitalisierung, Online und Mobile Shopping – ein Schlagwort jagt das nächste. Was ist was?

Internet Pure Player

Pure Player vertreiben ihre Ware ausschließlich übers Internet. Manchmal richten sie zusätzlich auch stationäre Shops ein.

Stationärer Handel

Der stationäre Handel wird vom E-Commerce bedroht. Doch in Branchen Lebensmittel, Spielwaren oder Möbel wird noch überwiegend offline geshoppt.

M-Commerce

Eine Unterart des E-Commerce, die den Verkaufsvorgang über mobile Endgeräte bezeichnet.

Omnichannel

Die Königsdisziplin: Die unterschiedlichen Vertriebswege sind miteinander verknüpft, sodass der Kunde beispielsweise online bestellen und im Laden abholen kann (Click&Collect).

Multi-Channel

Beim Multi-Channel verkauft ein Händler seine Ware über mehrere Kanäle, die allerdings nicht miteinander verknüpft sind, wie über Katalog und gleichzeitig per Onlineshop.

Gehalt im Handel

Das Gehalt für Einsteiger im Handel variiert stark, je nach Unternehmensgröße und Branche, auch gibt es Unterschiede zwischen Groß- , Fach- und Einzelhandel. Ein paar Beispiele für Einstiegsgehälter haben wir zusammengestellt:

Sales Manager: durchschnittlich 55.000 €

Trainee (1. Jahr): bis zu 62.000 €

Filialleiter (3. Arbeitsjahr): bis zu 82.000 €

Karrieremöglichkeiten im Handel

Traineeship

Breit angelegt. Du lernt alle Handelsbereiche kennen und findest deine Paradedisziplin.

Das wird dir geboten: 18 bis 24 Monate, vier bis fünf Einsätze in verschiedenen Abteilungen, Leadership Trainings und eventuell ein Auslandsaufenthalt

So geht’s danach weiter: spätere Führungsaufgaben oder eine Karriere in der Zentrale
 

Training on the job

Nach einem Training on the Job startest du direkt durch.

Das wird dir geboten: Eine zehn- bis zwölfmonatige Einarbeitungsphase, in der du jeden Bereich der Filiale von Grund auf kennen lernst

So geht’s danach weiter: Als Regionalverkaufsleiter betreust du deine eigenen Filialen
 

Direkteinstieg

Verantwortung von Anfang an – du willst sofort loslegen.

Das wird dir geboten: Eine steile Lernkurve in den ersten Monaten und bei Bedarf ein Dienstwagen

So geht’s danach weiter: Die Türen stehen dir offen: Abteilungsleiter, Abteilung wechseln oder doch Ausland?
 

Duales Masterstudium

Der Clou ist die Verbindung von Theorie und Praxis. Theorie lernst du an der Uni, während du in der Praxis gleichzeitig zum Filialleiter ausgebildet wirst.

Das wird dir geboten: Eine Übernahme deiner Studiengebühren, außerdem eine Stelle als Regionalverkaufsleiter mit Personalverantwortung nach dem Abschluss

So geht’s danach weiter: Als Regionalverkaufsleiter betreust du deine eigenen Filialen

Gibt’s bei: Aldi als Master of Arts International Retail Management
 

Einsteiger im Handel erzählen:

Patrick Rothe, 26, Bezirksleiter bei KiK

Welche Aufgaben nehmen Sie wahr?

Ich koordiniere das Tagesgeschäft der Filialen, übernehme das Warenmanagement sowie die Personalführung und -entwicklung. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Analyse der Kennzahlen. Außerdem sorge ich dafür, dass die Kunden gerne bei uns einkaufen.
Was war zu Beginn besonders herausfordernd für Sie?

In der Praxis gestaltet sich die Arbeit mit den Mitarbeitern oft ganz anders als die Theorie in den Lehrbüchern es vorsieht. Im konkreten Fall gibt es kein bestimmtes Schema F. Stattdessen muss jeder individuell betrachtet werden. Das ist jedes Mal eine neue Herausforderung, macht das Ganze aber auch immer wieder spannend.

Pierre Hentschel, 26, Verkaufsleiter bei Lidl

Was schätzen Sie an Ihrer Arbeit besonders?

Grundsätzlich schätze ich die freie Arbeitsgestaltung. Ich kann eigene Schwerpunkte setzen, beispielsweise auf eine Filiale, wenn dort Inventur ist. Außerdem mag ich den Kontakt zu meinen Mitarbeitern. Ich betreue fünf Filialen und 110 Mitarbeiter und da steht immer etwas an.

Welche Inhalte aus dem Studium wenden Sie im Alltag regelmäßig an?

Was ich im Studium gelernt habe, ist das wissenschaftliche Arbeiten und eine gewisse Herangehensweise an ein Thema. Darüber hinaus sind es Module wie Sozial- oder Methodenkompetenz, die ich im Arbeitsalltag täglich anwende. Und was mussten Sie sich im Arbeitsleben noch aneignen? Im Studium habe ich verschiedene Modelle zum Thema Zeitmanagement kennengelernt. Dabei wurde viel Theorie vermittelt. Ich musste mich im Arbeitsalltag aber trotz allem erst einmal selbst finden und organisieren.
 

Sina Blom, Regionalverkaufsleiterin bei ALDI SÜD

Wie verlief Ihr Einstieg?

Aufregend! Von Anfang an lernte ich den Filialbetrieb in der Praxis kennen und konnte mir so direkt einen Einblick verschaffen.

Was schätzen Sie an Ihrer Arbeit am meisten?

Als Regionalverkaufsleiterin kann ich selbstständig Entscheidungen treffen. Ich arbeite viel mit Menschen zusammen, sei es mit Kunden oder Mitarbeitern. Vor allem die Mitarbeiter auf ihrem Weg zu begleiten, teilweise vom Azubi bis zum Filialleiter, ist ein tolles Gefühl.


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