Skateboarder auf Comic
Wiwis können in der Logistik schnell durchstarten Flo7/Quelle:PHOTOCASE

Wiwi-Karriere in der Logistik

Move it: Spedition und Logistik sind ein echter Volltreffer für alle BWLer, die etwas bewegen wollen

Egal ob in der Luft, auf dem Wasser oder an Land, das Geschäft boomt: Die Logistik- und Speditionsbranche ist derzeit Deutschlands drittgrößter Wirtschaftsbereich. Im Jahr 2014 setzte die Branche mit über 532.000 Beschäftigten nach Schätzung des Deutschen Speditions- und Logistikverbands (DSLV) allein 80,4 Milliarden Euro um. Aller Voraussicht nach wird der Sektor in den kommenden Jahren noch kräftig wachsen. Wirtschaftswissenschaftler sind in diesem vielseitigen und internationalen Berufsfeld schwer gefragt. Das Einstiegsgehalt kann sich sehen lassen: Im Schnitt verdienen Berufseinsteiger aus den Wirtschaftswissenschaften zwischen 36.000 und 43.000 Euro.

Logistiker setzen Menschen und Dinge in Bewegung

Das Tolle an einer Karriere in Logistik und Spedition: »Wer hier arbeitet, hat viel Kontakt mit Menschen und gewinnt Einblicke in die unterschiedlichsten Branchen«, meint Elke Schneider aus dem Referat Berufliche Bildung des DSLV. Besonders reizvoll ist für Prof. Dr. Tilman Platz die Option, beide Seiten kennenzulernen: »Es geschieht nicht selten, dass Angestellte, die jahrelang in Speditionen gearbeitet haben, plötzlich auf Seiten der Auftraggeber im Logistik-Management sitzen«, so der Studiengangsleiter der Studienrichtung ›Spedition, Transport und Logistik‹ an der DHBW Mannheim.

Den ›einen‹ Karriereweg gibt es in der Logistik nicht

Die Vielfältigkeit der Branche spiegelt sich auch in der Bandbreite ihrer Berufsbilder wider. Das Logistikunternehmen Hermes setzt BWL-Absolventen beispielsweise gerne in den Bereichen Logistik-Steuerung und -Planung ein. »Konkret arbeiten Fachleute aus diesen Segmenten zum Beispiel am Umbau unserer logistischen Infrastruktur im Bundesgebiet, die wir bis 2019 um etliche Neu- und Umbauten optimieren«, erläutert Martin Frommhold, Unternehmenssprecher von Hermes Europe. Positionen im operativen Bereich, bei denen es um die Steuerung des operativen Geschäftes, Umsetzung von Supply Chain Projekten oder die Planung des Transportgeschäfts geht, gehören bei Deutsche Post DHL Group zu den klassischen Berufsbildern für studierte BWL-Logistiker. In der Zentrale in Bonn bietet der Konzern auch Positionen in strategischen Aufgabenbereichen an.

Bei dem Logistikdienstleister Dachser mit Sitz im Allgäu steigen BWL-Absolventen üblicherweise im operativen Bereich ein. Dazu gehören Sales, Projektmanagement, Kontraktlogistik, Netzwerkmanagement, Unternehmensentwicklung, Operations und Tender Management. Weitere interessante Tätigkeitsfelder für Wiwis bei Dachser sind beispielsweise Human Resources, Controlling oder Marketing – Bedarf an qualifiziertem Nachwuchs besteht eigentlich immer.

»Allrounder sind gesucht, denn Logistikdienstleister haben meist Kunden aus ganz unterschiedlichen Branchen. Fremdsprachenkenntnisse sind aufgrund der hohen Internationalität des Berufsfelds ein Muss.« Elke Schneider, Referat Berufliche Bildung, DSLV in Bonn

Durch die Praxis den Fuß in die Tür bekommen

Alle, die gerne den Schritt in Richtung Logistik und Spedition gehen möchten, sollten möglichst früh Praxiserfahrung sammeln. Das macht sich nicht nur gut im Lebenslauf, sondern kann auch die entscheidenden Türen öffnen. Hermes beispielsweise stellt besonders gerne frühere Praktikanten oder Werksstudenten ein. »Wir rekrutieren primär aus einem bestehenden ›Experten-Pool‹. Für die kommenden zwei bis drei Jahre liegt der noch nicht abgedeckte Bedarf bei bis zu zehn weiteren Kräften«, so Frommhold. Das richtige Timing für die Bewerbung ist mindestens ebenso wichtig. Deutsche Post DHL Group sucht jährlich im April und Oktober circa 40 Trainees. Davon kommen etwa die Hälfte der Stellen für studierte BWL-Logistiker in Frage.


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