Frau mit Lockenwicklern, die sich schminkt

Hübsch machen: Marketing für Unternehmen

Was der Lippenstift für die Frau ist, ist das Marketing für Unternehmen.

Apple hat es, Google, und Coca-Cola auch

Sie gehören zu den wertvollsten Marken der Welt, haben ein unverwechselbares Image – und anscheinend eine super Marketingabteilung. Fälschlicherweise wird Marketing oft mit Werbung gleichgesetzt, dabei geht es im Marketing um viel mehr. »Es gehört beispielsweise auch dazu«, erklärt Dietmar Bendheimer, Geschäftsführer der WiSo-Führungskräfte-Akademie Nürnberg (WFA), »die richtige strategische Grundausrichtung eines Unternehmens im Markt zu definieren, innovative Produkte zu konzipieren, den optimalen Preis zu bestimmen und über die Wege zu entscheiden, auf denen der Kunde das Produkt kaufen kann.« Das klingt ja schon mal interessant und macht auch deutlich, warum die Jobs im Marketing so begehrt sind. Man hat viel mit dem Produkt, den Kunden und dem Wettbewerb zu tun. Eine Kombination, die kein anderes Tätigkeitsfeld bietet. Außerdem darf und soll man kreativ dabei sein.

Auch Madeleine Genzsch ist von ihrer Position im Marketingbereich begeistert

Die 35-Jährige ist selbstständige Unternehmensberaterin und Vorstand im Deutschen Marketing Verband (DMV), wo sie die Junior Marketing Professionals vertritt.

»Marketing ist so facettenreich wie kein anderes Gebiet. Für jeden ist etwas dabei, egal, ob Kreativer, Stratege, zahlenaffines Mathegenie oder Theoretiker. Zudem birgt es viel Zukunftspotenzial, denn noch hat das Marketing nicht in allen Unternehmen den Stellenwert, den es für eine erfolgreiche Positionierung und Unternehmensführung haben könnte«, führt Genzsch aus.

Bendheimer zufolge nehmen allerdings die Anforderungen an Marketer ständig zu: Berufseinsteiger sollten über Analyse- und Problemlösungskompetenz verfügen sowie führungs-, kommunikations- und teamfähig sein. Kunden- und wettbewerbsorientiert sollte man denken und handeln können, zudem ist Methodenkompetenz sehr wichtig. Genzsch sieht vor allem wissenschaftliche Kenntnisse auf dem Vormarsch, da die Komplexität im Marketing größer wird.

»Wissenschaftliche Modelle ermöglichen es, sich einen Überblick über komplexe Zusammenhänge zu verschaffen. Wer wissenschaftliche Methodik gelernt hat, tut sich leichter, komplizierte Themen strukturiert und zielorientiert anzugehen. Dennoch sind ebenso Erfahrung und Gefühl für Märkte ein wichtiges Werkzeug eines jeden guten Marketers«, sagt die Absolventin der German Graduate School of Management & Law.

Vielleicht ist das ein Aspekt, der dazu beiträgt, dass Marketing-Studiengänge immer beliebter werden

Bendheimer bestätigt, dass auf einen Studienplatz im Masterstudiengang ›Marketing‹ der Uni Erlangen- Nürnberg im Schnitt zehn Bewerber kommen. Auch an der Technischen Hochschule Mittelhessen steigen die Anfragen zum Master ›International Marketing‹ Jahr für Jahr, wie MBA-Koordinatorin Rieke Feierabend attestiert. Soziale Medien spielen in unserem Leben inzwischen eine große Rolle und machen viele Vorgänge schnelllebiger. Der Studiengang muss daher stetig angepasst werden, um ›up-to-date‹ zu bleiben. Social Media eröffnet Unternehmen die Chance, mit Kunden zu kommunizieren und auf deren Bedürfnisse besser zu reagieren.

»Alles wird öffentlicher. Gespräche über Unternehmen finden online statt. Die Branche muss sich darauf einstellen, dass Informationen heutzutage anders gesucht und gefunden werden«, betont Feierabend.

Dadurch ergeben sich zum Teil ganz neue Berufsfelder wie zum Beispiel das der Social Media Manager. Der wird besonders dann wichtig, wenn ein Unternehmen die negativen Seiten der sozialen Kanäle zu spüren bekommt, etwa wenn ein sogenannter ›Shitstorm‹ über sie hereinbricht.

Natürlich gibt es aber auch schöne Dinge im Leben eines Marketers

»Erfolgreiches Marketing«, sagt Genzsch, »erkennt man an einer konsequenten marktorientierten Unternehmensführung. Das hat der Schokoladenproduzent Lindt mit seiner Dachmarke beispielhaft gezeigt. Zudem bewies das Unternehmen mit der Einführung der jungen Submarke ›Hello‹ unternehmerischen Mut, neue Wege im Marketing zu beschreiten und neue Zielgruppen strategisch zu erobern.«

Und genau diese Strategie haben nicht nur die Verbraucher belohnt, sondern auch der DMV, der Lindt im November 2013 den Deutschen Marketing-Preis verliehen hat. Nicht nur die amerikanischen Konzerne können’s also. 


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