Comic: großer Mann der vor kleinen bunten Kisten mit vielen kleinen Männern steht und Arme ausbreitet

Das Personaldienstleister-Klischee

Wohl kaum eine Berufsgruppe unterliegt so vielen Klischees wie Personaldienstleister. Zeit, um das Ganze zu hinterfragen!

Zeitarbeit bietet keine abwechslungsreichen Tätigkeiten.

»Ich kenne keine andere Branche, die so dynamisch und abwechslungsreich ist wie die Zeitarbeit. Durch den Wechsel in verschiedene Einsatzbetriebe sammeln Zeitarbeitnehmer wertvolle Berufserfahrungen und lernen unterschiedliche Arbeitsumfelder kennen. Dadurch erweitern sie neben den fachlichen auch ihre sozialen Kompetenzen und erlangen weitere Schlüsselqualifikationen wie Vielseitigkeit, Offenheit und Selbstständigkeit. Die Anforderungen an Arbeitnehmer verändern sich stark und der Arbeitsmarkt verlangt schon seit Jahren zunehmend die Bereitschaft zur Flexibilität und Neuorientierung von Arbeitnehmern. Die typischen „Schornsteinkarrieren“ sind längst veraltet. Heute zählen Flexibilität und Vielseitigkeit. Dafür bietet Zeitarbeit beste Voraussetzungen und eröffnet attraktive Karrieremöglichkeiten.«

Zeitarbeitnehmer sind häufiger beruflichen Belastungen ausgesetzt als Mitarbeiter von Stammbelegschaften.

»Diese Behauptung ist schlicht unhaltbar. Belastungen bei der Arbeit haben nichts damit zu tun, ob Beschäftigte als Zeitarbeitnehmer oder Stammmitarbeiter tätig sind. Ausschlaggebend ist, welche berufliche Tätigkeit ausgeübt wird. Es gibt durchaus Einsatzgebiete, in denen die körperliche Belastung höher ist, als beispielsweise im klassischen Bürobereich, aber das ist unabhängig von der Branche ›Zeitarbeit‹ zu betrachten.«

Personaldienstleister arbeiten nur für Konzerne.

»Personalwirtschaftliche Dienstleistungen umfassen ein breites Spektrum und richten sich an Unternehmen aller Größen und Branchen. Egal, ob kleine Familienunternehmen, produzierende Mittelständler oder namhafte Großkonzerne. Zeitarbeit stärkt die Wettbewerbsfähigkeit aller Unternehmen, die auf konjunkturelle Schwankungen, kurzfristige personelle Engpässe oder saisonal bedingte Auftragsspitzen reagieren müssen.«

Thomas Bäumer, CEO der Adecco Personaldienstleistung GmbH, CEO der TUJA-Gruppe sowie Vizepräsident des Branchenverbandes BAP


Zeitarbeit verdrängt Stammarbeitsplätze. 

»Im Gegenteil: Zeitarbeit entlastet die Stammbelegschaft! In vielen Unternehmen fallen Überstunden an, da an Vertretungen, wie zum Beispiel während der Elternzeit, gespart wird. Hier können Zeitarbeitnehmer die Stammbelegschaft entlasten. Denn durch den flexiblen Einsatz von Zeitarbeitnehmern können Unternehmen schnell und flexibel auf Auftragsspitzen oder Personalengpässe reagieren. In Deutschland gibt es ungefähr 836.000 Zeitarbeitnehmer. Der Anteil der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in der Zeitarbeit an allen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten liegt in Deutschland nur bei circa zwei Prozent.«

Personaldienstleister verdienen sehr viel Geld, da sie von den Unternehmen ein sehr hohes Honorar verlangen. Das schlägt sich wiederum auf den Lohn des Arbeitnehmers nieder.

»Je nach Qualifikation und Berufserfahrung variiert der Stundenlohn der Arbeitnehmer beziehungsweise die Eingruppierung in die entsprechende Entgeltgruppe. Personaldienstleister betreuen die Mitarbeiter vor, während und nach einem Einsatz in beschäftigungsfreier Zeit, kümmern sich um die Gehaltsabrechnung, bilden Mitarbeiter weiter und suchen Anschlusseinsätze. Für diesen Aufwand berechnen Personaldienstleister selbstverständlich eine Pauschale, die in der Regel transparent kommuniziert wird. Die Gewinnmargen der großen Personaldienstleister, die auch börsennotiert sind, kann man öffentlich einsehen. Sie liegen in der Regel deutlich unter den Margen, die in der Industrie üblich sind.«

Personaldienstleister bieten nur wenige berufliche Perspektiven.

»Je nach Qualifikation können Zeitarbeitnehmer unterschiedliche Aufgaben bei namhaften Kundenunternehmen übernehmen. Durch die wechselnden Einsätze entwickeln sich die Mitarbeiter fachlich weiter. Bei Manpower erhalten Zeitarbeitnehmer kontinuierlich Weiterbildungen und eine Karriereberatung. Bei Interesse können sie auch als Quereinsteiger in eine andere Aufgabe reinschnuppern. Nicht zuletzt besteht auch die Option auf Übernahme durch Kundenunternehmen. Für die einen ist Zeitarbeit ein Sprungbrett für den Einstieg oder Wiedereinstieg in den Job, die anderen nutzen Zeitarbeitsunternehmen dauerhaft als ›Projektvermittler‹ und teilweise als Karrierecoach. Gerade für Hochschulabsolventen lohnt sich der Jobeinstieg über die Zeitarbeit. Sie können auf diese Weise verschiedene Unternehmen kennenlernen und wertvolle Berufserfahrung sammeln.«

Herwarth Brune, Vorsitzender der Geschäftsführung ManpowerGroup Deutschland

 


 

Personaldienstleister entlohnen ihre Zeitarbeiter nicht fair. 

»In unserer heutigen Zeit ist Fachwissen ein rares Gut. Und wir sind der Überzeugung, dass man dieses auch gut bezahlen muss. Deshalb bezahlt die DIS AG als einer der führenden Personaldienstleister in der Vermittlung und Überlassung von Fach- und Führungskräften mindestens den Tariflohn – häufig sogar übertariflich, um Mitarbeitern ein attraktives Gehalt zu bieten. Seit 2012 ist dieses Vorurteil übrigens für die ganze Branche nicht mehr haltbar: Mit der Einführung der Branchenzuschläge und des Mindestlohns für die Zeitarbeit hat eine neue Ära begonnen. Beide Maßnahmen haben wir aktiv unterstützt und waren am Abschluss des Tarifvertrags zwischen dem DGB und dem BAP im Jahr 2003 außerdem federführend beteiligt.«

Personaldienstleister kennen keinen Ehrenkodex.  

»Die DIS AG lebt eine besondere Unternehmenskultur: Eckpfeiler bilden dabei unsere Grundsätze ›Vertrauen‹, ›Individualität‹, ›Selbstverantwortung‹ und ›Unternehmertum‹. Sie machen uns als Unternehmen aus und zu einem besonderen Arbeitsplatz für unsere Mitarbeiter. Aber auch in unserer Branche insgesamt spielt dieses Thema eine wichtige Rolle. So hat der Bundesarbeitgeberverband der Personaldienstleister e. V. (BAP), dessen Mitglied die DIS AG ist, einen eigenen Verhaltenskodex entwickelt. In diesem werden Fairness und Transparenz – im Umgang mit Mitarbeitern wie Kunden – zur Grundlage des Handelns erklärt.«

Personaldienstleister bieten weder Urlaubsgeld noch vermögenswirksame Leistungen oder betriebliche Altersvorsorge an.  

»Die Mitarbeiter der DIS AG erhalten, auch wenn sie bei Kundenunternehmen tätig sind, in der Regel einen unbefristeten Vertrag. Das gilt auch über das Ende eines Projekteinsatzes hinaus: Auch zwischen zwei Projekten sind sie weiterhin sozialversicherungspflichtig beschäftigte Mitarbeiter der DIS AG. Mit allem, was dazu gehört: Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, aber auch sozialen Leistungen wie Urlaubsgeld. Darüber hinaus bieten wir unter anderem eine betriebliche Altersvorsorge über eine Pensionskasse im Rahmen einer Direktversicherung und eine Gruppenunfallversicherung an. Mitarbeiter, die zum Beispiel überwiegend am Bildschirm tätig sind oder körperliche Arbeiten verrichten, erhalten außerdem eine arbeitsmedizinische Betreuung.« 

Peter Blersch, CEO der DIS AG und CEO der euro engineering AG


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