Zwei Umrisse von Männern die sich gegenüber auf Stühlen sitzen
geralt / pixabay

Klischees über Personalvermittler – wir haben die Wahrheit

Plus: So finden dich Headhunter - Diese drei Absolventen haben ihren ersten Job über eine Personalvermittlung gefunden. Wir haben nachgefragt, wie’s lief

Robert Jurochnik

Fakturamanager bei Finanz Informatik Technologie Service

»Mein Masterstudium war fast zu Ende und ich habe eine passende Stelle gesucht. Daher habe ich mich auf verschiedenen Jobportalen umgesehen und wurde auf eine Stellenausschreibung von Academic Work aufmerksam. Auf der Website habe ich ein Profil erstellt und Lebenslauf, Zeugnisse und so weiter hochgeladen. Anschließend musste ich nur noch die Stellenausschreibung aufrufen und auf ›Jetzt bewerben!‹ klicken. Nach knapp zwei Wochen kam schon die Einladung zum persönlichen Vorstellungsgespräch bei Academic Work. Davor hatte ich noch nie mit Personalvermittlern zu tun gehabt, daher hatte ich gar keine genauen Vorstellungen, wie das abläuft. Überrascht hat mich, dass das persönliche Gespräch kein klassisches Bewerbungsgespräch, sondern eher ein Kennenlernen in angenehmer Atmosphäre war. Und die Rückmeldung auf meine Bewerbung kam auch viel schneller als erwartet!«

Mogtaba Tahavol

Vertriebsmitarbeiter im Außendienst bei Totem Energy

»Nach meinem Studium habe ich bei Online-Jobbörsen nach passenden Jobs gesucht. Ich habe dann eine Stellenausschreibung gefunden, die sehr spannend klang. Nur 15 Minuten nachdem ich die Bewerbung versendet hatte, kam auch schon der Anruf von Manpower. Sie wollten meine Beweggründe für die Bewerbung herausfinden und mehr über mich erfahren. Das schnelle Feedback am gleichen Tag hat mich sehr überrascht, viele Unternehmen lassen sich wesentlich mehr Zeit. Nach drei Interviewrunden konnte ich etwa zwei Monate später den Vertrag unterschreiben. Aus meinem familiären Umfeld wusste ich, dass Personaldienstleister auch Hochschulabsolventen in eine Festanstellung vermitteln. Besser als erwartet war, wie Manpower auf mich persönlich eingegangen ist und mich über den gesamten Bewerbungsprozess begleitet hat.«

Philipp Rüdiger

Junior Controller im Immobilien-Controlling in einer Stiftung eines großen Einzelhandelskonzerns

»Bei meiner Jobsuche bin ich auf verschiedene Stellen von Personalvermittlungen gestoßen. Ohne zu wissen, welches Unternehmen die Stelle besetzen will, habe ich mich bei Randstad beworben. Es folgte ein Telefoninterview und drei Runden Bewerbungsgespräch mit dem Unternehmen. Ich kannte Personalvermittlungen vorher eher aus der Vermittlung von Zeitarbeitnehmern. Aber mir wurde schnell klar, wie der Service aussieht, wie ich beim Bewerbungsprozess unterstützt werde und wo der Unterschied zu Zeitarbeit ist. Überraschend waren nur die Prozesse im Unternehmen selbst, diese können eben nicht von einer Personalvermittlung beeinflusst werden. Sehr gut fand ich die stete Möglichkeit, einen Ansprechpartner bei Randstad als Personalvermittler zu haben, ohne immer gleich mit dem direkten Entscheidungsträger beim potenziellen neuen Arbeitgeber in Kontakt zu treten.«

So wirst Du von Headhuntern gefunden

Die Begriffe Personalvermittlung und Headhunting purzeln gerne mal durcheinander. Tatsächlich aber unterscheidet die Branche streng zwischen beidem:

Personalvermittlung bewegt sich eher im Einsteiger- und Spezialistenbereich und ist erfolgsabhängig bezahlt.

Headhunter hingegen sind in der gezielten Abwerbung von erfahrenen Führungskräften und hochwertigen Experten tätig und beziehen größtenteils feste Honorare.

Der Job von den meisten Headhuntern, wie von Florian Koenen von der Topos Personalberatung, beginnt oft erst bei Positionen ab etwa 100.000 Euro Jahreseinkommen.

»Headhunter jagen die besten Köpfe. Dazu machen wir uns, neben Führungskräften, auch gezielt auf die Suche nach Professionals und Spezialisten, die mindestens drei bis fünf Jahre im Beruf sind. Wir sprechen direkt an und werben mit dem berühmten Anruf im Büro ab, um den perfekten Kandidaten für unsere Kunden zu finden.«

Wie schaffen es Berufseinsteiger dennoch, dass Headhunter und Personalvermittlungen auf sie aufmerksam werden?

»Auf der Homepage der Personalvermittlung sollte irgendwo das Wort ›Talents‹ oder ›Young Professionals‹ auftauchen. Diese Personalberatungen suchen und vermitteln auch Hochschulabsolventen und Berufseinsteiger,«

rät Koenen.

Zudem sollten Bewerber für genügend Kontaktpunkte sorgen, etwa mit einem aussagekräftigen Profil auf Xing und LinkedIn.

»Über die Netzwerkportale passiert sehr viel, da sollte man sichtbar sein«,

empfiehlt der Experte.

Er rät zudem, den Lebenslauf auf Jobportalen zu hinterlegen. Den Lebenslauf können Bewerber zeitgleich auch an einige Personalvermittlungen in der Nähe senden. Sie verfügen über Bewerberkarteien, die sie bei Anfragen von Unternehmen nach passenden Fachkräften durchsuchen. Kontaktpunkte können auch durch Initiativbewerbungen gesetzt werden, rät Koenen. Nicht immer sofort, aber langfristig streut man so seinen Namen und seine Expertise – und erscheint irgendwann auch auf dem Radar der echten Headhunter.


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