graue Wand mit Schriftzug "Staff only"
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Perfect match in der Personalvermittlung: Vom Finden und Gefunden werden

Gut vermittelt - Du möchtest nach dem Studium als Personalvermittler arbeiten? Na, dann los. Auf dich wartet ein spannender Job

 

Ein Personalvermittler ist die Schnittstelle zwischen Unternehmen und Bewerber. Wie das geht, lernt man in keinem Studium. Aber Wirtschaftswissenschaftsabsolventen sind in der Branche gerne gesehen.

»Interessenten müssen Leidenschaft und Engagement mitbringen und gerne mit Menschen zu tun haben«,

erklärt Michael Oelrichs, Vertriebsdirektor und verantwortlich für den Bereich Personalvermittlung beim Personaldienstleister Unique Personal.

Personalvermittler suchen und betreuen Kundenunternehmen und gleichzeitig suchen und betreuen sie potenzielle Bewerber.

»Wichtig ist ein großes Netzwerk, auf das wir zurückgreifen können. Viel läuft über Mund-zu-Mund-Propaganda. Zudem wissen wir oft von Stellen, die am Markt gar nicht ausgeschrieben werden«,

erklärt Oelrichs.

Rekrutierung funktioniert nicht nebenbei

Viele Unternehmen holen sich daher Unterstützung bei der Personalauswahl. Personalvermittler können auf ganz andere Netzwerke und Kontakte zugreifen. Was Bewerber und Unternehmen viel Zeit kostet, lösen Personalvermittler oft in sehr kurzer Zeit.

Wer als Absolvent in die Personalvermittlung einsteigt, brauche vor allem Empathie, sagt Raymond Homo, General Manager bei Bankpower und Vorsitzender des Verbandsbereichs Personalvermittlung beim Bundesarbeitgeberverband der Personaldienstleister, BAP:

»Man muss in der Lage sein, sich in Kunden und Bewerber hineinzuversetzen. Vermittler müssen den Erfolg wollen und bissig sein. Denn wenn man eine Anfrage bekommt, eine Anzeige schaltet und sich dann zurücklehnt, nach dem Motto ›post and pray‹, dann passiert nichts. Personalvermittler müssen schon kreativ sein.«

Wer das beherzige, dem stünden alle Karrierewege offen, sagt Homo. Wer gut ist, könne schnell aufsteigen, ist er überzeugt. Sie müssen präsent sein und:

»Personalvermittler brauchen ein Vertriebsgen«,

erklärt Tanja Dzukowski.

Sie ist bei Manpower als Manager Operations verantwortlich für die Personalvermittlung sowie kaufmännische Arbeitnehmerüberlassung für die Regionen Niedersachsen, Hessen und Nürnberg. Neue Mitarbeiter bekommen zunächst ein umfassendes Einarbeitungsprogramm mit Coaching, Workshops und Einführungsseminaren.

»Personalvermittler bei Manpower sind sowohl für Vertrieb als auch Recruiting zuständig und agieren als Schnittstelle zwischen Unternehmen und Bewerbern.«

Das Beste sei die Abwechslung, findet Dzukowski:

»Mal vermittle ich Bilanzbuchhalter, dann wieder Marketingexperten. Unter unseren Kunden finden sich Mittelständler ebenso wie Hidden Champions und DAX-Unternehmen.«

Das brauchst du als Personalvermittler

Wer als Personalvermittler arbeiten will, sollte zudem Kenntnisse im Personal- und Vertriebswesen mitbringen, rät die Leiterin Personalvermittlung bei Randstad Deutschland, Szilvia Lengyel.

»Genauso gefragt sind aber auch Soft Skills, schließlich hat man den ganzen Tag über mit Menschen zu tun. Bewerber sollten kommunikativ sein und sich flexibel auf wechselnde Persönlichkeiten mit unterschiedlichen Bedürfnissen einstellen können. Serviceorientiertheit gehört ebenfalls dazu, schließlich erbringen wir eine Dienstleistung, sowie Entscheidungsfreude, die optimale Kandidatenauswahl zu treffen«,

erläutert Lengyel.

Wer das drauf hat, kann nicht nur schnell aufsteigen, sondern auch rasch mehr verdienen. Das Personalvermittlergehalt setzt sich aus Fixgehalt, einer variablen Provision sowie Goodies wie Handy oder Firmenwagen zusammen. Fix sind etwa 60 bis 70 Prozent des Monatseinkommens, der Rest ist leistungsabhängig. Bei Berufseinsteigern liegt das Fixgehalt etwa zwischen 30.000 und 40.000 Euro pro Jahr. Wer möglichst schnell möglichst viele Kandidaten vermittelt, kann rasch aufstocken. Manche verdoppeln ihr Gehalt sogar. Heraus kommt ein stolzes Sümmchen für einen spannenden Job.

Inside!

Wer? Kristina Wirt, Consultant Permanent Placement bei Manpower, und Melanie Schmitt, Personaldisponentin bei abakus Personal

Was?  Die beiden Berufseinsteigerinnen haben gleich nach dem Studium als Personalvermittlerinnen begonnen. Wir wollten wissen: Wie ist das so?

Kristina Wirt:

»Schon im Studium habe ich mich für Personalwirtschaft interessiert. Auf der Manpower Homepage habe ich dann eine Stellenausschreibung entdeckt und mich beworben. Jetzt kümmere ich mich um die Kandidaten und die Unternehmen: Ich überlege, wie ich eine Stelle am besten beschreibe, damit man sich diese besser vorstellen kann. Ich bin mit Unternehmen und Kandidaten in Kontakt und bespreche ihre Erwartungen und Vorstellungen sowie Gehalt und Ziele. Ich lerne die Unternehmen sehr gut kennen und kann die Bewerber entsprechend vorbereiten. Super am Job ist, dass ich mit so vielen verschiedenen Menschen und Unternehmen zu tun habe. Besonders freut es mich, wenn ein vermittelter Bewerber anruft, sich für die tolle Vermittlung bedankt und begeistert erzählt, wie wohl er sich in seinem neuen Job fühlt.«

Melanie Schmitt:

»Ich habe schon während des Studiums ein Praktikum bei abakus gemacht und danach eine Festanstellung bekommen. Es ist mein Traumberuf! Absolventen sollten auf jeden Fall kommunikativ sowie flexibel sein und Organisationstalent mitbringen. Der Aufgabenbereich ist vielfältig und umfasst das ganze Spektrum vom Bewerberauswahlprozess bis zur Mitarbeiterbetreuung. Ich kümmere mich um den Aufbau eines Bewerberpools, schalte Stellenanzeigen, sichte Bewerbungsunterlagen, betreue Kunden, führe Bewerbungsgespräche und stelle Mitarbeiter ein. Das Spannende am Job ist die tägliche Arbeit mit den unterschiedlichsten Menschen. Jeder Arbeitstag ist einzigartig und ich bekomme Einblick in die unterschiedlichsten Berufsfelder.«


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