Zwei gemalte Hände die sich schütteln

Sales & Vertrieb: Personalvermittlung

Vertriebsmitarbeiter eines Personaldienstleisters finden den optimalen Arbeitnehmer für die optimale Stelle.

Dienstleistungen an den Kunden bringen

Es hat was von einem ›matchmaker‹, der den richtigen Mann an die richtige Frau bringen soll. Nur dass man im Vertrieb eines Personaldienstleisters den richtigen Arbeitnehmer an den richtigen Arbeitgeber vermittelt. »Wir verdienen unser Geld damit, dass wir für unsere Kunden die passenden Spezialisten finden«, erläutert Christian Jost, Head of Talent Management bei Hays, die Arbeit des Personaldienstleisters.

»Wir vermitteln überwiegend freiberufliche Experten in Projekte unserer Kunden und bieten zudem die permanente Vermittlung und Arbeitnehmerüberlassung an.« 

Wer im Vertrieb arbeitet, ist dafür zuständig, »Waren und Dienstleistungen vom Unternehmen an den Kunden zu bringen und dafür zu sorgen, dass möglichst viele Interessenten und Käufer gewonnen werden können«, erklärt Dr. Heike Claus, Geschäftsführerin der tradu4-you GmbH und wissenschaftliche Leiterin des Instituts für Vertriebsforschung und -entwicklung (IVE) in Chemnitz. Einstiegsgehälter für Wirtschaftswissenschaftler im Vertrieb liegen im Schnitt bei 35.000 bis 40.000 Euro – ohne Prämien. Die Karriereaussichten seien »exzellent«, so Heike Claus. Auch die Arbeitsmarktsituation sei momentan »hervorragend«. Und auch in den kommenden Jahren »werden Vertriebsmitarbeiter und Vertriebsleiter zu den am meisten gesuchten und am besten bezahlten Spezialisten in Deutschland zählen«, meint die Expertin.


Als Vertriebsmitarbeiter eines Personaldienstleisters hat man es allerdings nicht mit Waren und Dienstleistungen, sondern mit Menschen zu tun. Eine sehr anspruchsvolle, aber auch sehr erfüllende Aufgabe, findet Christian Jost von Hays. »Unsere Account Manager müssen mit dem Kunden besprechen, wen er sich vorstellt und aus unserem Kandidaten-Pool jemanden finden, der möglichst optimal zu der Vorstellung passt. Dann müssen sie Kunde und Experte zusammenbringen und das Vertragliche und Finanzielle managen. Für so einen Job ist Persönlichkeit gefragt«, sagt der Head of Talent Management. »Bei Hays steht daher die persönliche und soziale Kompetenz beim Auswahlprozess im Vordergrund. Uns ist die Persönlichkeit wichtiger als der Notendurchschnitt, denn ein Vertriebsmitarbeiter überzeugt den Kunden durch seine Persönlichkeit. Wir schauen: Was ist da an Nebenjobs, an sozialem Engagement, an gesellschaftlicher Verantwortung? Waren die Bewerber beispielsweise mal Jugendtrainer einer Fußballmannschaft, haben sie schon mal im Einzelhandel gejobbt? Das sind für uns gute Indikatoren, was Kundenorientierung, Serviceorientierung und soziale Kompetenzen angeht. Eine Affinität zur vertrieblichen Tätigkeit ist uns wichtig. Was sie sonst können und wissen müssen, lernen unsere Mitarbeiter in unseren Fortbildungen.« Fortbildungen gibt es beim weltweit führenden Rekrutierungsunternehmen für Spezialisten zu Genüge. »In den ersten sechs Monaten verbringen unsere Leute circa 15 bis 20 Prozent ihrer Zeit in Weiterbildungsveranstaltungen, in denen wir ihnen das Handwerkszeug mitgeben«, so Christian Jost. Für dieses Jahr sucht Hays 220 bis 260 Einsteiger im Key Account Management.

Fabian Berg ist seit knapp einem Jahr als Account Manager in Frankfurt dabei. Der 29-Jährige ist spezialisiert auf Freiberufler für den IT-Bereich. Vor seinem Studium der Umwelt- und Betriebswirtschaft hat er bereits eine Ausbildung als Großund Außenhandelskaufmann absolviert und war zwei Jahre lang Dienststellenleiter einer Wache des Malteser Hilfsdienstes. Nach dem Diplom 2009 »habe ich noch ein Jahr bei einem Unternehmen als M&A-Berater gearbeitet«, erzählt er. Im Juni 2010 hat er sich bei Hays beworben und war überrascht, »wie unheimlich schnell ich Feedback bekommen habe«. Nach zwei Wochen, einem Telefoninterview und zwei Vorstellungsgesprächen »war ich hier«. Bis Ende des Jahres will er den nächsten Karriereschritt zum Key Account Manager machen und ist rundum zufrieden mit seiner Karriereentscheidung: »Ich habe tolle Kollegen, das Umfeld ist super und mit etwas Ehrgeiz und Spaß an der Arbeit kann man sich schnell weiterentwickeln. Die Arbeit ist sehr vielseitig. Man lernt die unterschiedlichsten Leute kennen und jeden Tag etwas Neues. Und es ist ein schönes Gefühl, die richtige Person für den richtigen Job zu finden.«

Flexibilisierung von Arbeit

Auch Philipp Maximilian Raasch hat sich für eine Tätigkeit im Vertrieb entschieden. Der 26-jährige Vertriebsdisponent arbeitet bei Randstad in Bad Homburg.

»Während meines Studiums habe ich ein Praxissemester bei Randstad absolviert. Danach habe ich mich entschieden, nach dem Studium dort im Vertrieb einzusteigen«, berichtet der Diplom-Betriebswirt. »Als Vertriebsdisponent bin ich sowohl Ansprechpartner für die Kundenunternehmen als auch für die Mitarbeiter im Einsatz. Zu meinen Aufgaben gehören zum Beispiel die Akquise von Neukunden und die Betreuung aktiver Kunden. Außerdem kümmere ich mich um die Rekrutierung und die Betreuung unserer Mitarbeiter im Kundeneinsatz. Auch die Budgetplanung und -steuerung für Zeitarbeitnehmer im gewerblichen Bereich fallen teilweise in meine Verantwortung.«

Besonders spannend an seinem Beruf findet Philipp Maximilian Raasch, »dass man sehr schnell eine gute Menschenkenntnis entwickelt, da man mit vielen verschiedenen Menschen in Kontakt kommt«. Und die sei wiederum für seine Arbeit, »den Vertrieb, die Betreuung der Mitarbeiter und auch im Umgang mit Kollegen sehr nützlich«. Der 26-Jährige will seinen Weg bei Randstad weitergehen. Sein nächster Schritt ist der Senior-Vertriebsdisponent, der unter anderem auch für die »Einarbeitung neuer Vertriebsdisponenten« zuständig ist.

Für einen Einstieg bei Randstad »haben die Bewerber idealerweise ein abgeschlossenes, wirtschaftwissenschaftliches Studium«, erklärt Antje Mielke, HR Specialist und zuständig für die Region Süd-Mitte. »Im Bereich Soft Skills erwarten wir Teamfähigkeit, Kooperationsfähigkeit, Empathie und ein hohes Maß an Durchsetzungsvermögen. Auch Eigeninitiative, Kommunikationsfähigkeit und Kundenorientierung sowie Flexibilität und Stressresistenz sind sehr wichtig.« Für die Region Süd-Mitte sucht Randstad »bis Mitte des Jahres circa zehn neue Mitarbeiter mit wirtschaftswissenschaftlichem Hintergrund für den Vertrieb. Als Deutschlands führender Personaldienstleister mit 500 Niederlassungen in rund 300 Städten bieten wir jungen Vertriebsmitarbeitern optimale Aufstiegsmöglichkeiten und gute Zukunftsperspektiven in einem international tätigen Unternehmen.«

Dass die Personaldienstleistungsbranche auch für Akademiker immer wichtiger wird, darüber sind sich die Personaler einig. Christian Jost: »In Zeiten von Fachkräftemangel und der demografischen Entwicklung wird Flexibilisierung von Arbeit ein immer größeres Thema auch für die großen Kunden.«

Und auch Michael Wehran, Pressesprecher und Leiter der Abteilung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Bundesverbands Zeitarbeit, prognostiziert:

»Die Nachfrage nach Akademikern in der Zeitarbeit wird weiter wachsen. Denn Unternehmen suchen vermehrt hochqualifiziertes Personal. Gern greifen sie dabei in Zeiten des Fachkräftemangels auch auf professionelle Personaldienstleister zurück, die sie bei ihrer Suche beraten und unterstützen.«


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