Podest mit Beinen von Menschen auf Wiese mit Himmel

Wie viel Elite steckt in deutschen Business Schools?

Ein Blick hinter die Kulissen und die Strukturen von deutschen Business Schools aus unserem Special "Bildungselite"

Wie schon der Philosoph Ludwig Marcuse (siehe Seite 24) ist auch Volker Stößel, Pressesprecher der HHL Leipzig Graduate School of Management der Meinung, dass die Leistung bestimmt, wer zur Elite gehört:

»Heute wird Elite in der Gesellschaft vor allem mit Leistungsbereitschaft gleichgesetzt, es wäre falsch den Elitebegriff nur auf das Einkommen zu reduzieren.«

Da dies jedoch immer wieder passiert, hält es Daniel Lichtenstein, Marketingleiter der International School of Management (ISM), »für schwierig, private Business Schools in Deutschland mit Elitehochschulen gleichzusetzen, denn der Begriff wird gerne auch negativ assoziiert«.

Mit den Besten der Welt messen

Dennoch wird gerade für die privaten Wirtschaftshochschulen ebendieser Terminus gerne verwendet. Zurückzuführen ist dies zum einen auf die strengen Zulassungsbestimmungen:

»Die HHL nimmt nur Studenten auf, die besonders leistungsbereit und verantwortungsbewusst sind, sie müssen sich mit den Besten der Welt messen wollen und können«, so Stößel.

Zum anderen auf die hohen Studiengebühren und das damit verbundene Verständnis, dass diese Hochschulen für die finanzielle Elite reserviert sind.

Business Schools in internationalen Rankings

Andererseits verleiten die Spitzenplatzierungen dieser Hochschulen in nationalen sowie internationalen Rankings dazu, von Elitehochschulen zu sprechen. Die ISM beispielsweise gehört seit Jahren zu den besten Wirtschaftshochschulen in Deutschland, 2014 konnte sie beim CHE-Ranking in etlichen Kategorien erneut Spitzenplätze erreichen, in den Bereichen Praxisbezug, Betreuung und Studierbarkeit beispielsweise wurde die ISM mit der Note sehr gut bewertet.

»Die sehr guten Resultate in den internen und externen Umfragen sowie das hervorragende Abschneiden bei Rankings bestätigen uns darin, dass Vieles so funktioniert wie gewünscht«, fügt Dr. Steffen Löv, Program Director BSc & MSc der Otto Beisheim School of Management (WHU), hinzu.

Die WHU hat sich seit vielen Jahren den Anspruch ›Excellence in Management Education‹ gesetzt, das heißt, »wir wollen, dass sowohl unsere Studierenden als auch alle anderen Angehörigen der Hochschule exzellente Leistungen erbringen können«, erklärt Löv. Dieser Leitsatz wirkt sich auf alle Bereiche der Hochschule aus und sorgt für ein sehr hohes Lernniveau.

Das Ziel der ISM ist es, den Studenten eine qualitativ hochwertige wirtschaftswissenschaftliche Ausbildung im Studium zu ermöglichen und sie optimal auf die Anforderungen des Arbeitsmarktes vorzubereiten, betont Lichtenstein. Um dies sicherzustellen werden die Lehrinhalte der ISM permanent überprüft, durch Unternehmensvertreter, durch Absolventen und durch Lehrevaluationen. Darüber hinaus sind alle Dozenten Praktiker mit Erfahrung aus dem mittleren und höheren Management, die direkt aus der Wirtschaft berichten können. Nicht nur an ihre Dozenten, sondern auch an ihre Studierenden stellen die Business Schools hohe Ansprüche.
 

Profil eines Studenten an eine Business School

Das Wunschprofil für Interessenten für die WHU umfasst die Bereitschaft zur Verantwortungsübernahme, Zielstrebigkeit, Belastbarkeit, Offenheit, Teamgeist und sehr gute Englischkenntnisse.

»Darüber hinaus sind alle Fähigkeiten erforderlich, die auch in anderen wirtschaftswissenschaftlichen Studiengängen von Vorteil sind: eine rasche Auffassungsgabe, strukturiertes Denken, eine umfassende Allgemeinbildung und überdurchschnittliche Kommunikationsfähigkeit«, fasst Löv zusammen.

Die HHL legt laut Stößel neben den fachlichen Kenntnissen vor allem Wert auf die sogenannten Soft Skills: »Während des Aufnahmetags schauen wir, ob der Bewerber auch letztendlich mit seiner Persönlichkeit in die zukünftige Klasse passt und den HHL-Spirit verkörpert.«

Fernstudium

Die Hamburger Fern-Hochschule (HFH), mit über 10.000 Studierenden eine der größten privaten Hochschulen Deutschlands, hat sich der Zielgruppe der Berufstätigen und Auszubildenden verschrieben, um ihnen den Weg zu einem akademischen Abschluss zu eröffnen. An derzeit mehr als 50 regionalen Studienzentren in Deutschland, Österreich und der Schweiz bietet die staatlich anerkannte Hochschule ihren Studierenden eine wohnortnahe und individuelle Betreuung.

Angeboten werden unter anderem Masterstudiengänge wie ›General Management‹ und ›Wirtschaftsrecht‹. Selbstverständlich müssen Studierende der HFH wie auch die der anderen Business Schools Leistungsbereitschaft und Vorwissen mitbringen, um ein Studium erfolgreich zu absolvieren, an der finanziellen Hürde soll jedoch keiner der Bewerber scheitern.

Stipendien für Business Schools

»Die ISM begrüßt jedes Jahr Studierende aus allen sozialen Bereichen mit unterschiedlichen Hintergründen«, betont Lichtenstein. Um Studenten aus weniger einkommensstarken Familien zu unterstützen, vergeben ISM und HHL unter anderem Stipendien. Die WHU verzichtet bei 20 Prozent der Studierenden komplett auf die Erhebung von Studiengebühren. »Dazu ist nur erforderlich, bei Studienbeginn die Berechtigung zum Empfang von BAföG nachzuweisen«, fügt Löv hinzu. Außerdem bietet die Hochschule in Kooperation mit BrainCapital einen umgekehrten Generationenvertrag, »das heißt, die Studiengebühren werden während des Studiums durch BrainCapital übernommen, dafür zahlen die Studierenden später über zehn Jahre hinweg einen im Vorfeld bestimmten Anteil ihres Gehaltes zurück, sobald ihr jährliches Einkommen 30.000 Euro übersteigt«, erklärt Löv.

Business Schools: Lohnt sich die Investition?

Die hohen Ausgaben für das Studium scheinen sich jedoch zu lohnen, »das durchschnittliche Einstiegsgehalt eines Absolventen der HHL liegt bei 60.000 Euro und damit um gut 50 Prozent höher als das Durchschnittsgehalt anderer Masterabsolventen«, betont Stößel. Auch Absolventen der ISM finden sehr schnell einen Einstieg ins Berufsleben und verdienen fünf Jahre nach Studienabschluss im Schnitt rund 15.000 Euro mehr als andere BWL-Absolventen. Die Business Schools geben zwar kein Erfolgsversprechen, »aber wir bieten eine solide fachliche Basis sowie einen professionellen Karriere-Service nebst einem wertvollen Netzwerk. Ob und wie die Studenten dann letztendlich unser Angebot nutzen ist eine persönliche Entscheidung«, fasst Stößel zusammen.

»Wir schaffen Rahmenbedingungen, damit jeder sein persönliches Potenzial während des Studiums zur Entfaltung bringen kann«, ergänzt Löv von der WHU. Diese Rahmenbedingungen zeichnen sich beispielsweise durch eine sehr gute Betreuungsrelation aus, an der WHU kommen laut Löv auf ein Fakultätsmitglied zwölf Bachelorstudierende.

»Diese gute Betreuungssituation verknüpft die WHU mit der hohen Qualität der Lehre, einem sehr starken Praxisbezug und einer bemerkenswerten Forschungsausrichtung«, so der 33-Jährige. Die internationale Ausrichtung gehört bei allen Business Schools zum Lehrkonzept, deshalb bietet die HHL ihre Veranstaltungen ausschließlich auf Englisch an. Die ISM verfügt über ein enges Netzwerk von 160 Partnerhochschulen und integriert ein Pflicht-Auslandssemester in den Studienverlauf. Schließlich ist eine internationale Ausbildung eine der Voraussetzungen, dass die Besten Deutschlands sich auch mit den Besten der Welt messen können.


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