Kind beißt in Zitrone und verzieht Gesicht

Geschmackssache: Wiwis in der Lebensmittelindustrie

Die Jobmöglichkeiten der Branche sind ebenso vielfältig wie ihre Produkte

Eine Branche bei der man sicher sein kann, dass es sie auch noch in ferner Zukunft gibt, das ist die Lebensmittelindustrie in jedem Fall – Essen gehört nun einmal zu den Grundbedürfnissen des Menschen. Die Zukunftssicherheit war ein Grund, warum sich Moritz Diehl für eine Tätigkeit in der Lebensmittelbranche entschieden hat, genauer gesagt bei der Genuss-Molkerei Zott.

Als Controller bei Zott

Als Controller ist er unter anderem für die Durchführung des Monatsabschlusses der Kostenrechnung zur Generierung der Produkt- und Kundenergebnisrechnung zuständig. Außerdem gehört auch die stetige Optimierung und Anpassung der Kostenrechnungsstrukturen an Organisationsveränderungen zu seinen Aufgaben. Verständnis für die Zusammenhänge im Finanzwesen eines Unternehmens und hohe Zahlenaffinität sind hierfür unabdingbar.

Aber auch die Kommunikations- und Organisationsaufgaben als Vermittler zwischen verschiedenen Abteilungen dürfen nicht unterschätzt werden. Die Herausforderung bestehe außerdem im Umgang mit den sich stetig ändernden Unternehmensstrukturen aufgrund der internationalen Ausrichtung und des Wachstums, betont der 25-Jährige. Zott bietet selbstverständlich zahlreiche weitere Einsatzmöglichkeiten für Wirtschaftswissenschaftler, so wie der ganze Bereich der Lebensmittelindustrie. Wirtschaftsexperten werden sowohl für Steuern und Finanzen, im Personalbereich, im Einkauf und Vertrieb, aber auch in Marketing, Marktforschung und Kommunikation eingesetzt, fasst Brigitte Faust, Präsidentin der Arbeitgebervereinigung Nahrung und Genuss e. V. (ANG), zusammen.

Sie fügt außerdem hinzu, dass durch das wachsende Bewusstsein für Nachhaltigkeit Chancen für Absolventen mit dem Schwerpunkt Entwicklungs- und Umweltökonomik entstehen. Die Lebensmittelbranche ist eng mit den gesellschaftlichen Trends verbunden, wie sich etwa am aktuellen Interesse der Konsumenten an Snacking und ›to-go-Produkten‹ widerspiegelt, so Diehl von Zott. Ein weiterer Trend ist das Verlangen nach maximaler Qualität bei akzeptablen Preisen.

»Außerdem wünschen sich Menschen heute deutlich mehr als nur ein sättigendes Produkt: Gefragt ist das Erlebnis beim Konsum – alles nur keine Langeweile ist auch am Tisch und im Kühlschrank das Motto«, betont Faust von der ANG.

Daher geht der Trend hin zu Innovation bei der Produktentwicklung und -optimierung.

Junior Brand Manager bei Nestlé

Franziska Wester-Ebbinghaus ist Junior Brand Manager beim Nahrungsmittelkonzern Nestlé und ist unter anderem für neue Produkte zuständig: »Hierfür muss ich die konzeptionelle und strategische Grundlage liefern und dann gemeinsam mit Vertrieb sowie Forschung und Entwicklung diskutieren und prüfen, ob und wie die Produkte realisierbar sind.« Zu ihren weiteren Aufgaben gehören die Betreuung des gesamten Produktportfolios sowie der Austausch mit Kreativ-, Kommunikations- und PR-Agenturen. Bei all ihren Tätigkeiten bildet die 26-Jährige die Schnittstelle zwischen allen beteiligten Abteilungen:

»Ich muss dafür sorgen, dass alle den gleichen Kenntnisstand haben und auf das gleiche Ziel hinarbeiten – und dass bei durchaus sehr verschiedenen Interessen«, fügt die Wirtschaftswissenschaftlerin hinzu.

Da gehören Freude am Umgang mit Menschen und die Fähigkeit, auch mal mit Konfrontationen umgehen zu können, zu den Grundvoraussetzungen. Da die Branche sehr dynamisch ist, sollten Wiwis für alle Einsatzbereiche Freude am Hinterfragen und Fortentwickeln mitbringen: »Bei der Produktion von Lebensmitteln geht es schließlich am Ende darum, den Geschmack des Kunden zu treffen – im wahrsten Sinne des Wortes«, fügt die Expertin der ANG hinzu. Wester-Ebbinghaus von Nestlé ist sich sicher, dass sich die Branche auch in Zukunft dynamisch verändern wird: Es wird bewusster und nachhaltiger gegessen und der Konsument stellt ganz andere Ansprüche an die Lebensmittelhersteller als noch vor ein paar Jahren. Und genau das macht den Reiz der Branche aus:

»Man kann in vielfältigen Richtungen arbeiten, bewusst und gezielt auf Trends und Veränderungen im Markt eingehen und vor allem kann allein der Wechsel zu einem neuen Produkt innerhalb derselben Firma komplett neue Aufgaben und Einblicke bringen«, schließt Wester-Ebbinghaus.


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