Logistik: Wie die Ware zum Händler kommt

Zehn Paletten Schokopudding müssen vom Hersteller zum Groß- oder Einzelhändler geliefert werden. Denn: Ohne Logistik gäbe es kein Shoppingvergnügen und keine vollen Kühlschränke.

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Das Grundprinzip ist gleichgeblieben:

Die zehn Paletten Schokopudding müssen immer noch vom Hersteller zum Groß- oder Einzelhändler geliefert werden. Aber die Abläufe innerhalb dieser Kette haben sich geändert. »Die Kunden heute kaufen immer komplexere Lösungen ein. Das heißt, dass vieles an IT-Systeme gekoppelt ist«, erklärt Florian Matys, Business Implemenation Manager beim Logistikunternehmen Panalpina. Dementsprechend weist das breite Spektrum an Leistungen und Lösungen, die Speditionen mittlerweile anbieten, nur noch rudimentäre Gemeinsamkeiten mit denen von vor zehn Jahren auf. 

Güter, die immer schneller bewegt werden, die Verdichtung von Informationen und der Vormarsch von E-Commerce verlangen nach detailbewusster Organisation innerhalb der logistischen Abläufe.

»Logistik beinhaltet mehr als die Warenbelieferung. Die Herausforderung besteht in der kontinuierlichen Planung der gesamten Warenkette«, erklärt Denis Ignatev, Assistent vom nationalen Logistikleiter Süd von Netto Marken-Discount.

Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf der Analyse und Verbesserung eines jeden einzelnen Schrittes, den eine Ware vom Hersteller zur Filiale durchläuft. Aber welche Schritte sind das genau?

Logistische Zusammenhänge sind sehr komplex, was sich auch an Ignatevs Aufgabenbereich zeigt

Denn um im Discount-Segment erfolgreich sein zu können, müssen die Supply-Chain-Abläufe effizient sein, die Warenwege kürzer, schnelle Entscheidungen unter Berücksichtigung aller Kostengesichtspunkte getroffen und kontinuierlich Prozesse optimiert werden. Schließlich muss die Ware der Lieferanten und Erzeuger über die 18 Logistikzentren von Netto in die umliegenden 4.000 Filialen punktgenau geliefert werden. Vorab bedarf es einer effizienten Basis:

»Die Kommissionierung der Waren für die jeweiligen Filialen muss reibungslos funktionieren. Bei unvorhergesehenen Schwierigkeiten muss ich schnell reagieren und Lösungen finden«, erklärt der 28-Jährige, der ein Duales Studium bei Netto absolviert hat.

Er muss jedes Detail im Blick haben: die unterschiedlichen Temperaturzonen in den Lagerbereichen, die Funktionalität aller technischen Einrichtungen sowie die Kontrolle und Gewährleistung jeglicher Qualitätsund Hygienestandards. Unabhängig davon, ob sich die logistischen Abläufe auf den deutschen Markt, wie es bei Netto der Fall ist, beziehen oder ob ein Logistikunternehmen, wie Panalpina, weltweit agiert, die Abläufe sind per se ähnlich. Wenn eine Bestellung eingeht, bereitet der Händler die Informationen elektronisch auf und führt diese per Electronic Data Interchange (EDI) weiter.

»Die Kunst ist es, dass der Datenfluss korrekt ist und zum Beispiel nicht gedoppelt wird, sei es vom Produzenten über den Zwischenhandel bis hin zum Shop. Das gilt auch für Artikelbezeichnungen, Chargen-, Hersteller- und Produktnummern. Zudem muss man immer die Verfallszeit ganzheitlich im Auge haben – auch dass nicht zu viele Eingriffe von außen vonstatten gehen. Schlanke Prozesse sind da gefragt«, erklärt Theo Leuthardt, Global Verantwortlicher für Supply Chain Solutions bei Panalpina.

Aber selbst, wenn der Mensch fehlerlos arbeitet und der Verkehr flüssig läuft: Fehlerquellen finden sich vor allem auch in der Qualität der Informationen und Daten:

»Eine Verbesserung in diesem Bereich führt gleichzeitig zur Qualitätssteigerung der Produkte, auch werden die Inventuren deutlich verbessert«, erklärt Leuthardt von Panalpina.

Vor allem im Bereich des E-Commerce liegt die Herausforderung darin, die richtigen Informationen zu bündeln, damit der Kunde eine möglichst hohe Wertschöpfung vom Produkt hat. Weiter denkt er dabei an die Bestandsführung der Produkte, die einem sehr schnellen Wandlungsprozess unterliegen, was zu Lasten der Qualität gehen kann.

»Der Lebenszyklus einer Ware wird immer kürzer – dadurch wachsen die Ansprüche an das Qualitätsmanagement der Dienstleister wie Logistiker und Supply- Chain-Solutions-Provider bis hin zum Verkaufsort. Festgestellte Mängel müssen umgehend korrigiert werden, damit der Kunde jederzeit hohe Zufriedenheit genießen kann«, fährt Leuthardt fort.

Eine hohe Kundenzufriedenheit hat auch beim deutschen Lebensmittel- Discounter Netto oberste Priorität: Umfangreiche Qualitätskontrollen garantieren höchste Lebensmittelqualität. Im internationalen Logistikgeschäft hingegen, wo Waren oft einen sehr langen Weg hinter sich haben, kann es – trotz intensiver Qualitätssicherung – zu Problemen kommen. Hier liegen die Herausforderungen an die Abläufe innerhalb der Logistik.

»Das ist die Kunst: Das Monitoring über die ganze Versorgungskette – dies wird auch im E-Commerce immer wichtiger werden. Diese Qualität der Daten ist nur mit ausgeprägter Datenzuverlässigkeit allseitig zu erreichen«, betont Leuthardt.

Evelyn Eberl

Dieser Text stammt aus der Feder von:

Evelyn Eberl

eberl(at)audimax.de
Telefon: 0911-23779 41

14.10.2011
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