Arbeiten im Warenhaus: Beste Karrierechancen!

Warenhäuser sind die Superlative des Einzelhandels: Das Sortiment ist umfangreicher und die Aufgaben vielfältiger

Große Auswahl und verschiedene Warengruppen in Reichweite, so hält sich der Stress beim Shoppen in Grenzen. Nein, hier ist nicht von E-Commerce die Rede, sondern von einem klassischen Warenhaus. »In einem Warenhaus ist es keine Ausnahme, wenn Kunden, die sich gerade in der Haushaltswarenabteilung das neue Topfset aus der Werbung gekauft haben, noch schnell die Batterie ihrer Uhr austauschen lassen, bevor sie ihren Einkauf gemütlich mit einer Tasse Kaffee im Restaurant beenden«, beschreibt Hanno Bohnert. Der 28-Jährige ist Filialgeschäftsführer bei Karstadt Memmingen und seit einem Praktikum zu seiner Studienzeit mit dem ›Handelsvirus‹ infiziert.

Aufgaben-Allrounder sind gefragt!
Foto: lama-photography/Quelle: PHOTOCASE
Aufgaben-Allrounder sind gefragt!

Von Mode über Haushaltswaren, Technik, Schmuck und Beauty bis hin zu Feinkost ist in großen Warenhäusern fast alles geboten. Genauso abwechslungsreich wie das Sortiment sind aber auch die Bereiche, in die Wirtschaftswissenschaftler einsteigen können. Ob Einkauf, Vertrieb, Personal oder Organisation – bei Karstadt steigen Absolventen in der Regel über Traineeprogramme ein. Zu Bohnerts Aufgaben als Filialgeschäftsführer gehört nicht nur die Leitung, Entwicklung und Motivation der Mitarbeiter, sondern auch das Sortiment optimal zu regeln, Umsatz und Budget zu planen sowie die Öffentlichkeitsarbeit für den Standort. Ein paar feste Abläufe hat sein Arbeitstag schon, dennoch tauchen immer wieder neue Aufgaben auf und der Diplom-Betriebswirt springt auch mal in der Kundenberatung oder an der Kasse ein.

Arbeiten in Warenhäusern: Immer neue Herausforderungen!

Nicht nur das umfassende Sortiment bietet immer wieder neue Konstellationen und Herausforderungen, sondern auch der Standort und die Jahreszeiten. »Momentan stellen wir unser Haus auf die Herbst/Winter-Saison um.

Dieser Wechsel findet im gesamten Haus statt und unsere Schaufenster, Dekorationspunkte und Abteilungen werden mit neuer Ware und unseren Herbsthighlights ausgestattet. In unserer Spiel- und Schreibwarenabteilung rüsten wir uns für den kommenden Schulanfang und die Beautyabteilung präsentiert Duft- und Pflegeneuheiten.

Zusätzlich arbeiten wir verstärkt an der Integration unseres Internetgeschäfts, um unseren Kunden die Vorzüge der Kombination von Offline und Online näher zu bringen«, beschreibt Bohnert.

Warenhäuser verbinden Online und Offline-Handel

Genau damit beschäftigt sich auch Carl Christian Gülck, ehemaliger Führungsassistent galeria.de und seit Mitte August Filialgeschäftsführer in der Galeria Kaufhof Frankfurt Hessen-Center. Die Verknüpfung des Onlineshops und den Filialen verbindet das Beste aus virtueller und realer Einkaufswelt, »denn unsere Kunden wollen das Warenhaus auf allen Einkaufskanälen erleben und nutzen – ob bequem von zu Hause aus oder beim Erlebnisshopping in der Stadt«, ergänzt der 32-Jährige.

Zunächst arbeitete der ehemalige Trainee im Bereich ›Geschäftsleitung Filiale‹ als Projektleiter für den Onlineshop galeria.de. Zusammen mit zwei weiteren Projektleitern sorgte er dafür, dass die Mitarbeiter in den Filialen die Kunden mit Hilfe von Tablets beraten können. »Meine Aufgabe in den vergangenen zwölf Monaten war es, die Themen Hardware/Netzwerk und Software operativ zu koordinieren.

Das bedeutete, den Auswahlprozess für ein Tablet zu begleiten, die Filialen technisch auf den bundesweiten Einsatz der Tablets vorzubereiten und gleichzeitig eine benutzerfreundliche Oberfläche zu entwickeln«, sagt Gülck, der einen Bachelor in Sozialökonomie sowie einen Master in Management absolviert hat.

Besonders aufregend findet er es momentan, zu sehen, wie ein Projekt, das er über Monate lang mitentwickelt hat, in den Filialen ›zum Leben erweckt‹ wird und bei den Kollegen im Verkauf ankommt. Dabei gilt es natürlich besonders, sich abzustimmen und Verbesserungsvorschläge umzusetzen. Für die Arbeit in einem großen Warenhausunternehmen sei es unbedingt notwendig, strukturiert zu sein, Prioritäten setzen und gleichzeitig eine Fülle an Aufgaben und Themen gleichzeitig bewältigen zu können. Studierenden, die in den Einzelhandel einsteigen möchten, rät er schon früh Projekterfahrung zu sammeln. »Im Job arbeitet niemand alleine daran, ein Ziel zu erreichen, wie zum Beispiel bei einer Klausur, sondern gemeinsam mit vielen Kollegen. Teamfähigkeit und Einsatzbereitschaft sind aus meiner Sicht wichtige Voraussetzungen.« Dem pflichtet Bohnert von Karstadt bei und ergänzt Eigenmotivation sowie Flexibilität und Spaß am Handel. »Ich persönlich«, sagt der Filialgeschäftsführer, »lege großen Wert darauf, dass meine Mitarbeiter ihre eigenen Ideen mitbringen, kommunizieren und realisieren. Dadurch gibt es immer wieder Diskussionsmöglichkeiten, um Neues zu verwirklichen.«

Text: Kristine Bischof

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Arbeiten im Warenhaus: Was du wissen musst!

»Wer Spaß am Umgang mit Menschen hat, ist im Einzelhandel richtig. Mich fasziniert die Breite der Aufgaben im täglichen Arbeiten und die Möglichkeit, mir selbst Aufgabenschwerpunkte zu erarbeiten, in die ich tiefer einsteige.«

Carl Christian Gülck, Filialgeschäftsführer Galeria Kaufhof Frankfurt Hessen-Center