M-Commerce: Shoppen mit dem Smartphone

Schnell, einfach, günstig - M-Commerce

Foto: geralt / Quelle: pixabay.com unter CC0 Public Domain
Schnell, einfach, günstig - M-Commerce

Mobiler Vertrieb ist auf dem Vormarsch. Gekauft wird trotzdem am liebsten zuhause.

Unbeschränkter Internetzugang: Smart-phones und Tablet-PCs machen es möglich. Telefonieren oder Mailen ist da längst nicht mehr das Wichtigste. Mobile Endgeräte erweisen sich mittlerweile auch beim Einkaufen als äußerst hilfreich.

M-Commerce heißt das Zauberwort.

»M-Commerce bietet die Möglichkeit, Vorteile des Offline- und Onlinekaufs zu verbinden«, finden Prof. Christian Homburg, Leiter des Instituts für Marktorientierte Unternehmensführung der Universität Mannheim und sein Mitarbeiter Josef Vollmayr. Mit dem Nachfolger des E-Commerce lässt es sich im Zeitalter von mobilem Internet nicht nur am heimischen PC, sondern auch unterwegs über Preise und Rabatte informieren, Kosten vergleichen, einkaufen und die Shoppingausbeute im gleichen Moment mit Freunden in sozialen Netzwerken teilen.

 

Neues Kauferlebnis mit M-Commerce.

Meist geschieht das über Apps, die vom Händler oder Dienstleister kostenlos bereitgestellt werden oder spezielle Websites, die an geringere Bildschirmgrößen und Datengeschwindigkeiten angepasst sind.

 

»Die Anwendungen sind überall. Denken Sie an die neuen Bezahlmodelle der Bahn, wo man mit dem Handy ein- und auscheckt, ganz ohne Ticket.« In den Warenkorb wandert »alles, was man zurückschicken kann. Das nenne ich den ›Zalando-Effekt‹ Die Rücksendequoten liegen im hohen zweistelligen Prozentbereich«, erklärt Prof. Dr. Ove Jensen, Inhaber des BWL-Lehrstuhls für Vertriebsmanagement der WHU – Otto Beisheim School of Management in Vallendar.

 

»Wenn sich ein Geschäftsmodell mit Rückgaberecht rentabel betreiben lässt, sind den über das Internet verkäuflichen Produkten keine Grenzen gesetzt. « Und falls der Inhalt des Warenkorbs dann doch nicht gefällt, ist das kein Problem: Kostenlose Rücksendungen gehören für die meisten Online-Shops zum Standard. Für Verbraucher ist das natürlich praktisch, Spontankäufe sind so schneller möglich. Sparen kann man auch: Scannt man den Barcode im Geschäft, wird gleich angezeigt, ob und wo es das Produkt günstiger gibt. Die hohe Preistransparenz zwingt die stationären Händler in die Knie. Oft wird das Produkt dann für den niedrigeren Konkurrenzpreis verkauft. Homburg sieht noch eine weitere Gefahr für die Verkäufer: »Sämtliche Informationen und Produkte können auch über das Smartphone erhalten werden. So ist der stationäre Handel deutlich kostenintensiver.« Händler profitieren trotzdem vom M-Commerce: Bestehende Vertriebskanäle werden ergänzt und optimiert, außerdem können Kunden ihr Angebot zeitlich und örtlich unbegrenzt in Anspruch nehmen.

 

Einfach und schnell - das ist M-Commerce.

Kein Wunder, dass die Zahl derer, die über ihr Smartphone oder Tablet einkaufen, allein im letzten Jahr um das Doppelte stieg. Schon jetzt gibt es mehr mobile als stationäre internetfähige Geräte. Etwa jeder dritte Nutzer hat bereits den ›kaufen‹-Button auf seinem Handy gedrückt. In den Einkaufskorb wandern vor allem Bücher (49,3 Prozent), Elektroartikel (39,5 Prozent) und Kleidung (34 Prozent). Bis jetzt entfallen jedoch nur fünf bis zehn Prozent des gesamten Onlineumsatzes auf den M-Commerce. Der Stellenwert, den der E-Commerce besitzt, ist also noch lange nicht erreicht. Schuld daran ist vor allem die Skepsis der Kunden gegenüber der Sicherheit mobiler Bezahlsysteme. Steigende Cyberkriminalität macht eben auch vor Smartphones oder Tablets keinen Halt. Meist wird daher noch per Rechnung oder Kreditkarte bezahlt. Das alles beweist, dass Bedenken durchaus berechtigt sind. Verbesserungsbedarf besteht laut Prof. Jensen zudem beim Datenschutz:

 


»Viele Unternehmen sind sehr gierige Datensammler. Die Kunden sind oft zu unkritisch und geben weit mehr als die nötigen Pflichtangaben heraus. Das wird sich mit dem neuen Datenschutzgesetz ändern. Die Strafen für Unternehmen werden so stark nach oben gehen, dass hoffentlich mehr Sauberkeit bei den Anbietern und eine kritische Grundhaltung bei den Verbrauchern einkehrt.«

 

Mit M-Commerce bequem von Zuhaus aus shoppen.

Mobilität hin oder her: Lieblingseinkaufsort aller M-Commerce-Nutzer ist immer noch die heimische Couch. Fast 89 Prozent aller Einkäufe, die über mobile Endgeräte getätigt werden, finden dort statt. Den Anbietern kommt das wiederum gerade recht. Wohlfühlatmosphäre erhöht die Kaufbereitschaft nämlich nachweislich.

 

Stellenangebote: M-Commerce

Stellenangebote: Mobile Commerce

Artikelsuche

Themenspecials:
Bildungselite
Die Bildungselite in der 'Bildungsrepublik' Deutschland: Was versteht man darunter? Was sagen Experten und wie gut sind Elite-Unis?
Mittelstand
Mittelständische Unternehmen bieten viel für junge Absolventen: Gute Karrierechancen und Aufstiegsmöglichkeiten zum Beispiel